Springausbildung

Springausbildung

Pferde sind Lebewesen und haben dementsprechend ein Anrecht und Bedürfnis, entsprechend behandelt und angesehen zu werden. In ihnen einfach ein Sportgerät zu sehen, wäre nicht nur grundlegend falsch, sondern in allen Belangen der Pferdeausbildung kontraproduktiv. 

Trakehner_002Jedes Pferd hat sein eigenes Wesen

Es gibt ängstliche und dominante, spritzige und phlegmatische, lustige und melancholische, freche und zurückhaltende, sensible und unsensible, intelligente und weniger intelligente Charaktere. Und all diesen individuellen Zügen und Eigenschaften ist im täglichen Umgang allgemein und in der Ausbildung speziell gerecht zu werden. Das Pferd ist der Partner des Reiters, kein Mittel zum Zweck. Es gilt, sein Vertrauen zu gewinnen und damit seine Aufmerksamkeit. Die Philosophie des Natural Horsemanship entwickelt hier interessante Tipps und Grundregeln für das reelle Miteinander von Pferd und Reiter.

Auch in der Springausbildung ist Geduld gefragt

Genauso, wie sich diese Leitgedanken einleitend für jede andere Form der Pferdeausbildung formulieren lassen, gelten sie gleichermaßen für die Springausbildung. Ihre Erfüllung bedeutet sozusagen die Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit der Partner Mensch und Tier. Erst dann lassen sich weitere Grundsätze anschließen. Besonders in der Ausbildung zum Springreiten gilt es, sich von den leichten Aufgaben zu den schweren vorzuarbeiten, und zwar schrittweise, ohne das Pferd zu überfordern. Das Springpferd muss die Gelegenheit bekommen, positive Erfahrungen zu sammeln, die sein Selbstbewusstsein fördern und damit einhergehend seinen Spaß an der Sache, also seine Springfreude vorantreiben.

Vom Anfänger bis zum passablen, guten oder gar sehr guten Springer ist es für jedes Pferd ein seiner Begabung und den erwähnten individuellen Eigenschaften entsprechend längerer oder kürzerer Weg, genauso wie noch kein hervorragender Springreiter vom Himmel als vielmehr ein schlechter vom Pferd gefallen ist. Geduld ist Trumpf, Einfühlungsvermögen ist gefragt. Motiviere ich mein Pferd, wird es nach und nach immer bereitwilliger an die Aufgaben herantreten, die sich ihm stellen.

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Reiter benötigt ebenso eine fundierte Ausbildung

Der Reiter selbst ist in der Pflicht, dem Pferd Hilfen zu geben, und damit diese richtig und in geeigneter Weise erfolgen, muss er wissen, wann und wie. Und so erklärt es sich von selbst, dass auch er zunächst einmal in die Lehre gehen muss, bevor er seinen Lehrling, das Pferd, auch nur ansatzweise versucht auszubilden. An Angeboten einer fundierten Grundausbildung und anschließenden Springausbildung für Pferde wie für Reiter mangelt es nicht. Wie bei der Pflege, Versorgung und der Arbeit mit dem Pferd sollte auch bei der Auswahl des Gestüts, des Reitstalls oder anderen Fachbetriebs, bei dem man letztlich in die Lehre geht oder sein Pferd in die Lehre schickt, Sorgfalt oberstes Gebot sein.