Turnier – Tipps zur Vorbereitung

Turnier – Tipps zur Vorbereitung

Voraussetzungen für die Teilnahme am Turnier

Das Wohl des Pferdes steht über allen anderen Ansprüchen und Interessen. Dies ist eine der Leitlinien Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zum Thema „Fairer Sport – sicher und sauber durch die Turniersaison“, die als allgemeingültig und nicht nur zutreffend für den Einsatz von Medikamenten im Pferdesport anzusehen sind. In diesem Sinne kommt also allein der Vorbereitung des Sportpferdes auf das Turnier eine tragende Bedeutung zu. Denn nur nach intensiver und umfassender Turniervorbereitung kann eine gefahrlose und vor allem verantwortungsvolle Teilnahme am anstehenden Reitturnier stattfinden. Nicht nur die Leistungen des Pferdes sind im Hinblick auf ein Turnier ausschlaggebend, sondern die Reife des gesamten Verhaltens und Charakters sowie Aspekte der Erziehung und Aufmerksamkeit. Junger Reiter am Sprung

Verhaltenstraining und Gelassenheitsprüfung

Neben dem eigentlichen Reittraining zum körperlichen und psychischen Aufbau von Pferd und Reiter ist das begleitende Verhaltenstraining unerlässlich. Grundvoraussetzung hierfür ist die Selbstsicherheit des Reiters und das absolute Vertrauen in sich und sein Pferd. Das Pferd muss zudem auf unterschiedliche Situationen und unbekannte Gegenstände vorbereitet werden. Dazu sollte das Verhalten des Pferdes beobachtet und verschiedene Turniersituationen geübt werden. Anbinden und längeres Stehen kann geübt und das Reiten in ungewohnter Umgebung, bei lauter Geräuschkulisse und mit Zuschauern kann trainiert werden. Zu den Gegenständen, die dem Pferd vorgestellt werden sollten, zählen Regenschirme, Luftballons, Sprühflaschen, Flatterbänder und Ähnliches. Somit wird das Pferd an unbekannte Eindrücke und örtliche Gegebenheiten gewöhnt und Stresssituationen werden geübt. Orientieren kann man sich herbei an der Gelassenheitsprüfung (GHP), die nach geführter und gerittener GHP sowie Anforderungen an Einsteiger und Fortgeschrittene unterschieden wird. Der GHP-Pass kann als Dokument und Teilnahmebestätigung nach abgelegter Prüfung erworben werden. Grundsätzlich findet der interessierte Sport- und Freizeitreiter im Regelwerk sicherlich noch die eine oder andere Anregung für seine persönliche Vorbereitung auf das Turnier, wie zum Beispiel das Reiten über Planen, Stangen oder Brücken und vieles mehr.Relaxtes Pferd

Dualaktivierung nach Michael Geitner

Ebenfalls sinnvoll als Trainingseinheit oder Basis für das eigene Training ist die sogenannte Dualaktivierung, entwickelt von Pferdetrainer Michael Geitner. Ziel hierbei ist das Erreichen von Ruhe, Ausgeglichenheit und Vertrauen zwischen Ross und Reiter, basierend auf einem mental ausgeglichenen und körperlich durchtrainierten Pferd. Das Sehvermögen des Pferdes mit dem linken und rechten Auge und somit die linke und rechte Gehirnhälfte werden ausgiebig trainiert, um Gefahreneinschätzung und Fluchtverhalten gezielt zu optimieren. Zum Einsatz kommen spezifische Farben, Methoden und Situationen, um Coolness des Pferdes zu erreichen. Ist ihr Pferd erst einmal auf zahlreiche Stresssituationen trainiert und absolut ruhig und zuverlässig in seinen Reaktionen, so steht einer Teilnahme am Turnier nur noch wenig entgegen. 

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