Vorsicht: Gefahr für Reiter und Autofahrer

Vorsicht: Gefahr für Reiter und Autofahrer

Immer wieder passieren Unfälle, wenn Pferde und Autos aufeinander treffen. Erst Anfang August 2012 scheute ein Pferd in Neuenkirchen und stürzte fast mit seiner Reiterin von der Brücke, als ein Wohnwagen an dem Tier vorbeiraste. Auch wenn die meisten Fahrer sich nicht so unbedacht verhalten, kann die Situation schnell eskalieren. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN gibt Tipps zur Unfallvermeidung.

Ein Pferd im Galopp kann auch schnell eine Gefahr für Passanten sein

„Pferde sind von Natur aus klaustrophobisch, das heißt sie bekommen schnell Panik, wenn sie eingeengt werden. Je mehr der Reiter das Pferd an solche Situationen gewöhnt hat, desto ruhiger reagiert es auf sich nähernde Autos“, erklärt Pferdeexperte Robert Hengl von VIER PFOTEN. Für Autofahrer gilt als erste Regel: nicht am Pferd vorbeirasen. Stattdessen das Tempo drosseln und langsam und mit so viel Abstand wie möglich vorbeifahren.

Rücksicht und Verständnis auf beiden Seiten

Das Verhalten im Straßenverkehr kann man mit dem Pferd trainieren

Doch für manche Pferde ist auch das schon zu viel. „Die Körperhaltung des Pferdes kann dem Fahrer viel verraten. Ist der Kopf weit oben und die Augen aufgerissen, ist das ein klares Zeichen für Angst. Tänzelt das Pferd umher, steht ein Fluchtversuch wahrscheinlich kurz bevor. In solchen Situationen ist es besser, das Auto anzuhalten und dem Reiter die Möglichkeit zu geben, sich zu entfernen“, rät Hengl. Beim Aufeinandertreffen auf einer Landstraße kann das Ausschalten des Motos ebenfalls helfen. Bei engen Wegen oder sogar Brücken ist besondere Vorsicht geboten, da sich das Pferd schnell in Gefahr bringen kann, wenn es nicht gut ausweichen kann. In diesem Fall ist es das beste, den Wagen kurz anzuhalten.

Aber auch der Reiter steht in der Verantwortung. „Wenn man merkt, dass man das Pferd nicht mehr unter Kontrolle hat, sollte man absteigen“, empfiehlt Pferdeexperte Hengl. Vom Boden aus ist das Risiko, sich und das Pferd zu verletzen, sehr viel geringer. Außerdem kann sich das Pferd am Reiter orientieren. Gerät das Pferd auf gefährlichem Gelände in Panik, kann dies tödlich enden.

Ein Pferd auf der Flucht kann leicht zur Gefahr werden

VIER PFOTEN rät auch dazu, das Pferd frontal auf das Auto hinzuwenden. Pferde haben zwar fast einen Rundumblick, doch was direkt hinter ihnen ist, können sie nicht sehen. Deshalb kann es passieren, dass gerade unerfahrene Tiere das Auto erst bemerken, wenn es bereits neben ihnen ist und dann plötzlich erschrecken. Das kann für den Reiter unerwartet kommen. Eine Gewöhnung an Autos im Vorhinein kann viel Stress beim Ausreiten ersparen und auch Unfällen vorbeugen.

Behutsames Gewöhnen an Traktor und Lärm vermindert Stressituationen

VIER PFOTEN ist eine international tätige Tierschutzorganisation mit Hauptsitz in Wien. Seit 1988 setzt sich die Organisation mit gezielter Projektarbeit und langfristig angelegten Kampagnen für den Tierschutz ein. Grundlagen dafür sind fundierte Recherchen einschließlich wissenschaftlicher Expertise sowie intensives nationales und internationales Lobbying auf politischer und gesetzlicher Ebene. Nationale und internationale Hilfsprojekte sorgen für rasche und direkte Hilfe für Tiere in Not.

Weitere Informationen auf www.vier-pfoten.de

(Fotos: Vier Pfoten)