Mauke? Kaum ist das Wort ausgesprochen, fliegen die Tipps über die Stallgasse. Denn fast jeder Pferdebesitzer kennt sie – und weiß auch gleich ein tolles Mittel dagegen. Doch was hilft wirklich – und was solltest Du lieber lassen? pferde.de hat die wichtigsten Fakten zu der bakteriellen Hautentzündung.
Sie kommt weltweit vor und es gibt sie wohl schon so lange, wie es Pferde gibt: Mauke, auch Fesselekzem genannt, ist eine schmerzhafte entzündliche Hauterkrankung, die meist an der Fesselbeuge auftritt. Dort ist die Haut nämlich besonders dünn und Bakterien können leichter eindringen und sich dann unter der Haut ausbreiten.
1. Es liegt auch am Alter
Grundsätzlich kann jedes Pferd Mauke bekommen. Besonders betroffen sind jedoch Kaltblüter und andere Rassen mit Behang. In einer Studie mit dreijährigen Pferden der Rasse Freiberger waren 15,2 Prozent der Tiere betroffen, während bei deutschen Kaltblütern über zweieinhalb Jahre die Häufigkeit bei 47 bis 84 Prozent lag. Der Grund ist simpel: Im langen Behang können sich Feuchtigkeit und Schmutz besonders gut festhalten und die darunter liegende Haut befallen. Übrigens: Auch weiße Fesseln lassen die Gefahr steigen – sie ist dann 2,6-fach höher.
Und sogar das Alter deines Pferdes kann Mauke begünstigen. Besonders anfällig sind nämlich alte und junge Pferde. Warum? Nun, bei einem jungen Pferd in der Wachstumsphase ist der Körper im Dauereinsatz, das strengt auch das Immunsystem an und kann es schwächen. Bei älteren Pferden funktioniert die körpereigene Abwehr meist nicht mehr so gut.
2. Im Herbst und Winter hat Mauke Hochsaison!
„Mud fever“, also Schlammfieber, nennen die Engländer Mauke. Und treffen es damit nicht schlecht. Denn tatsächlich ist auch Schlamm ein Grund für Mauke. Genauer: Die ständige Feuchtigkeit an den Hufen und Beinen. Entsprechend hoch ist die Mauke-Gefahr im Herbst und Winter. Doch es gibt noch mehr äußere Ursachen, zum Beispiel:
- Mist in der Box: Pferdeäpfel und das im Urin enthaltene Ammoniak greifen die Haut an.
- Falsches Futter: Zu viel Eiweiß und Weizen begünstigen Entzündungsprozesse im Körper.
- Stress: schwächt das Immunsystem.
3. Mauke ist nicht gleich Mauke
Tatsächlich gibt es gleich drei verschiedene Mauke-Varianten: trockene Mauke mit Krusten- und Schorfbildung, nasse Mauke mit nässenden, übel riechenden Hautausschlägen und warzige Mauke mit Warzen-artigen Hautveränderungen.
Entsprechend zeigt sich die Krankheit durch unterschiedliche Symptome. Du erkennst sie zum Beispiel an
- leicht geröteter Haut
- etwas geschwollener und warmer Haut
- Fellverlust an den betroffenen Stellen
- kleinen weißen oder dunklen harter Krusten
- schmierigem Belag mit Bläschen
- wuchernde Haut
- Dein Pferd hat Schmerzen, wenn du die betroffene Stelle anfasst

4. Du brauchst vor allem eins – Geduld!
Heute behandelt, morgen weg – mit Mauke geht das nicht. Die Behandlung ist pflegeintensiv, vor allem die Kruste braucht viel Aufmerksamkeit. Denn während bei einer Wunde die Kruste ein Zeichen der Heilung ist, ist sie bei Mauke eher das Gegenteil: Sie schützt die Bakterien, die sich darunter sehr wohl fühlen und sich ungehindert ausbreiten können. Soll die Mauke vollständig heilen, muss die Kruste regelmäßig entfernt werden, bis die darunter liegenden entzündlichen Stellen von innen heraus trocknen und ausheilen.
Denn erst einmal musst Du die betroffene Stelle mit Wasser und einer mild desinfizierenden Seife, zum Beispiel grüne Seife oder Jodseife, waschen – das weicht die Krusten etwas auf und Du kannst den Schmutz entfernen. Danach ist mit Wasser Schluss, es weicht die Haut sonst auf. Stattdessen trocknest Du das Bein ab. Für die Krusten kannst Du ein raues Handtuch nehmen und dann darüber rubbeln. Wichtig: Die Kruste solltest Du nicht mit Druck abzerren, sondern noch ein paar Tage weiter mit einer antibakterielle Salbe eincremen.
Wenn Du auf Zinksalbe schwörst: Die Salbe eignet sich bei trockener Mauke, bei nässender Mauke ist eine Zinkpaste besser. Und: Wenn sich die Mauke nach zehn Tagen nicht gebessert hast, solltest Du spätestens den Tierarzt rufen.
5. Auch Hausmittel helfen gegen Mauke
Du willst die Heilung mit Hausmitteln unterstützen? Dann sind Öle ideal. Du kannst die Haut rund um die Verletzung zum Beispiel mit Jojoba- und Mandelöl einreiben – so bleibt sie geschmeidig und spannt nicht.
Auch Sauerkrautumschläge können helfen. Sauerkraut enthält zum Beispiel Milchsäure, die den PH-Wert an der Haut so senkt, dass Bakterien sich nicht mehr ausbreiten können, ihr Wohlfühlmilieu verlieren und verschwinden. Dafür das Sauerkraut einfach auf die betroffenen Stellen legen und mit einem Stück Leintuch bedecken. Das Ganze kannst Du zum Beispiel mit einer Einmalwindel und Klebeband fixieren. Oder Du wickelst Verbandswatte drumherum und fixierst den Umschlag mit Gewebeklebeband.
6. Babycreme erst zum Schluss nehmen
Du greifst zu Melkfett oder Babycreme, um die Mauke-Haut schön weich zu machen? Bloß nicht! Sie verschließen die Haut. Die Folge: Unter dem Salbenfilm sammeln sich die Bakterien und können sich dort optimal verbreiten. Trotzdem musst Du nicht auf Babycreme verzichten. Ist die Wunde verheilt, kannst Du die Haut Deines Pferdes damit zusätzlich schützen.
Auch wichtig: Maukebeine brauchen Bewegung! Dennoch solltest Du auf dein normales Trainings-Programm verzichten und Anstrengung während der Behandlung vermeiden. Lege außerdem keine Gamaschen und Bandagen an – sie reiben an den wunden Stellen.
7. Vorbeugen ist gar nicht schwer
Wenn Du weißt, dass Dein Pferd Mauke-empfindlich ist, kannst Du natürlich auch vorbeugen:
- Fesselbeuge nicht zu oft waschen und cremen, dafür trocken halten
- nach dem Waschen immer mit einem sauberen Handtuch abtrocknen
- für die sensible Haut der Fesselbeuge eine weiche Bürste nehmen
- Gamaschen und Hufglocken nach jedem Gebrauch ordentlich säubern
- Fesselbehang nicht rasieren, das reizt die Haut
- besser: Die Haare sanft kürzen und den Behang regelmäßig pflegen
- Fütterung optimieren, wenn nötig Mineralstoffe wie Zink und Mangan zufüttern
- auf saubere Einstreu in der Box achten
- möglichst trockene Böden im Auslauf und Paddock








