Einen schönen und vollen Schweif wünschen sich eigentlich alle Pferdebesitzer. Das ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch gut fürs Pferd. Schließlich hat der Schweif eine wichtige Schutzfunktion. pferde.de hat hier sieben haarige Fakten zum Pferdeschweif für Dich.
Kennst Du das Gebet eines Pferdes? Darin heißt es: „…und kupiere nicht meinen Schweif, er ist meine einzige Waffe gegen Fliegen und Moskitos.“ Doch es gibt noch mehr Gründe, dem Pferdeschweif Aufmerksamkeit zu schenken – er ist nämlich viel mehr als eine tierische Fliegenklatsche. Hier wichtige Fakten, die Du kennen solltest:
1. Schutz vor Kälte und Nässe
Die Schweifrübe ist der verlängerte Teil der Wirbelsäule und hat, je nach Rasse und Größe, zwischen 15 und 21 Wirbel. Und der Schweif? Den kennen wir meistens als tierische Fliegenklatsche. In den Sommermonaten dient der Schweif nämlich dazu, die lästigen Fliegen zu vertreiben. Und nicht nur der eigene. Um die lästigen Fliegen im Gesicht zu vertreiben, nutzen Pferde nämlich gerne den Schweif eines Artgenossen.
Im Winter hat der Pferdeschweif dann eine andere Schutzfunktion: Die langen Haare schützen den Intimbereich vor Nässe, Schmutz – und Kälte. Dabei wird der Schweif oft eng an den Körper gepresst, um ihn warm zu halten. Der Schweif ist auch zum Schutz der Harnröhre da. Und: Er hilft beim Halten der Balance.

2 . Was der Pferdeschweif über die Gesundheit verrät
Ein Blick auf den Schweif ist auch immer ein kleiner Gesundheits-Check. Warum? Ganz einfach: Er kann ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme sein. So können haarlose Stellen ein Zeichen für häufiges Scheuern sein. Und das ist zum Beispiel ein Hinweis auf Milben, einen Hautpilz oder ein Sommerekzem. Auch möglich: bakterielle Hauterkrankungen oder eine Futterunverträglichkeit.
Dein Pferd könnte auch mit dem Schweif reiben, wenn zum Beispiel Dreck am Schlauch, der Scheide oder dem After ist. Das kann die Haut reizen und so zum Schweifscheuern führen.
Und: Ist der Schweif trocken und dünn und hat Scheuerflecken, kann das ein Signal für einen schlechten Stoffwechsel Deines Pferdes sein.
3. Der Pferdeschweif als Stimmungsbarometer
Pferde sprechen – und zwar mit ihrem Körper. Kein Wunder also, dass auch der Schweif ein Wörtchen „mitspricht“. Und dabei so einiges über die Stimmung Deines Pferdes verrät. Denn: Baumelt er locker herunter oder pendelt leicht hin und her, ist das ein Zeichen für Entspannung. Schlägt Dein Pferd mit dem Schweif, ist das ein Hinweis auf negative Gefühle, zum Beispiel schlechte Laune. Beim Reiten soll es Dir sagen: Die Harmonie zwischen Dir und Deinem Pferd ist gerade gestört.
Klemmt Dein Pferd den Schweif ein, zeigt es so Schmerzen oder Angst. Ist der Pferdeschweif nach oben gewölbt, deutet das auf Erregung – zum Beispiel, weil es eine mögliche Gefahr wittert. Und der hochgestellte Schweif ist Imponiergehabe – ganz besonders bei Hengsten.

4 . Zu viel Pflege schadet nur
Ja, Pflege ist wichtig. Trotzdem: Bürste den Schweif Deines Pferdes nicht jeden Tag, dadurch wird der Schweif nämlich stetig dünner. Der Grund: Auch wenn Du ganz vorsichtig bürstest, werden dabei Haare ausgerissen. Besser ist es, den Schweif zu verlesen.
Extra-Tipp: Du kannst auch das Wachstum des Schweifs stimulieren. Massiere dafür sanft die Schweifrübe mit einer weichen Bürste. Das löst nicht nur Schmutz und Schuppen, sondern verbessert auch die Durchblutung.
5. Schweif-Massage: Wellness fürs Pferd
Du kannst Deinem Pferd auch am Schweif ein bisschen Wellness gönnen – zum Beispiel mit einer Massage. Dafür solltest Du aber sicher sein, dass Dein Pferd Dir vertraut und Du Dich sicher dahinter stellen kannst. Dann nimmst Du den Schweif direkt am Ende des Schweifansatzes in beide Hände und lehnst Dich leicht nach hinten. Etwa 30 Sekunden halten und dann langsam wieder nach vorne gehen. Damit dehnst Du die kleinen Muskeln an der Wirbelsäule. Wichtig: Achte dabei genau auf Dein Pferd. Und: Lehn Dich wirklich nur leicht nach hinten, sonst kannst Du die Muskeln überdehnen.
Oder Du machst mit Deinen Händen kleine kreisende Bewegungen an der Schweifrübe. Entspannt Dein Pferd, kannst Du auch größere Kreise machen. Das löst Verspannungen.
6. Schweif-Rapunzel: Summer hält den Rekord
Rapunzel, lass Dein Haar herunter: Diesen Spruch könnte JJS Summer Breeze aus Kansas täglich hören. Denn die Paint-Horse-Stute hat einen Schweif der 3,81 Meter lang ist. Und das ist Weltrekord, der schon seit 2007 besteht. „Zuerst hatte der Schweif eine ganz normale Länge, dann fing er plötzlich extrem an zu wachsen“, erzählen die Besitzer Crystal and Casey Socha.
Viel Schweif bedeutet natürlich auch viel Arbeit: Alleine das Bürsten dauert über zwei Stunden. Für Vorführungen darf der Schweif fliegen, im Alltag trägt „Breeze“ ihn jedoch in einem Strumpf zusammengepackt. Und zwar so gut, dass sie damit noch Fliegen verjagen kann…
7. Pferdeschweif kupieren – eine blutige Tradition
Früher wurden Kaltblütern und Kutschpferden oft der Schweif kupiert. Das heißt: einige Schweifwirbel wurden operativ entfernt. Und das aus ganz praktischen Gründen: So sollten Probleme zum Beispiel mit den Leinen vermieden werden. Heute werden die Schweifhaare dafür einfach eingeflochten oder hochgebunden.
Doch das Kupieren war auch eine Frage der Optik. Züchter wollten so eine imposantere Wirkung der gespaltenen Kruppe erreichen. So wird noch heute zum Beispiel bei Clydesdales noch immer der Schweif kupiert. Andere Züchter sind zumindest einen ersten Schritt weiter. Sie verzichten auf den Eingriff und schneiden die Schweifhaare sehr kurz. Doch auch damit nehmen sie den Pferden ein Teil ihres natürlichen Schutzsystems.
Deshalb ist in mehreren Ländern der EU das Kupieren – außer in Fällen medizinischer Notwendigkeit – mittlerweile nicht nur verboten. Es gilt auch als Tierquälerei. Zu den Ländern gehören Deutschland, Österreich und die Schweiz. Und: Pferde mit kupierten Schweifen dürfen dort auf Schauen und Körvorstellungen oft nicht mehr vorgestellt werden.








🤔…“da gibt es doch tatsächlich etliche sogenannte „Pferdeliebhaber,“ die sich diesen Artikel mal zu Herzen nehmen sollten!“ 🙈🙈🙈