Naturmedizin ist im Trend – auch bei Pferden. Das oft uralte Wissen hilft auf sanfte Art bei kleinen Wehwechen, ist günstig und wirkt ganz natürlich. pferde.de verrät die besten Hausmittel für Pferde.
Kräuter, Pflanzen und andere Hausmittel sollen Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen und auch gegen lästige Plagegeister helfen – damit sind sie eine ideale Ergänzung zur Stall-Apotheke. Doch nicht alles, was als Hausmittelchen auf den Stallgassen gehandelt wird, ist auch wirklich hilfreich. Und vor allem: Ein Hausmittel gegen Gelenkprobleme kann zwar die Symptome lindern – aber meist nicht die Ursachen bekämpfen.
Deshalb ist es gut, wenn Du Deinem Pferd nicht nur schnell hilfst, sondern auch genauer hinsiehst. Und natürlich können Hausmittel nicht den Profi ersetzen. Deshalb solltest Du immer mit deinem Tierarzt oder Tierheilpraktiker sprechen.
Die Vorteile von Hausmitteln? Sie wirken sanft und sind oftmals auch günstiger als Medikamente. Trotzdem solltest Du bei ernsteren Fällen nicht am falschen Ende sparen, sondern Deinem Pferd die medizinische Versorgung ermöglichen, die es braucht! Eine entsprechende Versicherung kann Dich dann vor überraschenden Kosten bewahren.
Apropos Kolik – hier erfährst Du, welches Hausmittel den Magen beruhigt und welche Wirkungsfelder sechs weitere Hausmittel für Pferde haben:
Hausmittel 1: Petersilie gegen Ekzeme
Wir lieben sie als Gewürz, doch Petersilie kann mehr: In ihr stecken jede Menge Powerstoffe, zum Beispiel:
- ätherisches Öl
- die Vitamine C, A, B1, B6, B12 und K
- Folsäure
- wichtige Mineralstoffe wie Calcium Phophor, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan, Kalium und Schwefel
Dieser Mix sorgt dafür, dass Petersilie als Hausmittel für Pferde krampflösend wirkt und zum Beispiel bei Verdauungsproblemen hilft. Dazu wirkt sie harntreibend und stärk die Abwehrkräfte. Als Sud kann sie bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Hautpilz, Parasitenbefall oder Insektenstichen helfen, denn sie lindert den lästigen Juckreiz und trägt zur Wundheilung bei. Für einen Sud brauchst Du eine gute Handvoll frischer Blätter pro Liter Wasser.
Hausmittel 2: Lavendel-Öl beruhigt die Pferde-Nerven
Lavendel beruhigt auch Pferde – das bewies eine US-Studie. Sie zeigte, dass Pferde nach einem Erlebnis, bei dem sie sich erschreckt hatten, sich mit Hilfe von Lavendelduft schneller wieder beruhigten. Eine weitere Studie zeigte, dass auch die Fahrt mit dem Anhänger für Pferde so deutlich stressfreier sein kann. Dafür wurden Pferde 15 Minuten im Anhänger transportiert, dabei wurde ihre Herzfrequenz sowie ihr Cortisolspiegel gemessen. Eine Gruppe von Pferden inhalierte beim Transport Lavendelöl, die Vergleichsgruppe bekam nur Wasserdampf. Das Ergebnis: Pferde mit Lavendelöl in der Nase fuhren eindeutig entspannter.

Hausmittel 3: Fenchel für den Magen
Ursprünglich stammt Fenchel aus Südeuropa und Asien, wird heute aber weltweit als Gewürz- und Heilpflanze genutzt. Er liefert einen gesunden Mix aus ätherische Ölen, Vitamin C und Antioxidantien und wirkt zum Beispiel krampflösend und hilft bei Blähungen. Deshalb kann Fenchel als Hausmittel vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden.
Dazu kann Fenchel bei Asthma helfen, da er Verschleimungen löst und Entzündungen der Atemwege lindert. Wenn Du Fenchel fütterst, reichen 10 bis 25 Gramm täglich. Für einen Tee kannst Du eine Handvoll Fenchel mit einem Liter kochenden Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen. Den Tee abkühlen, bis er handwarm ist, dann kannst Du ihn in einem Eimer „servieren“ oder zum Beispiel ins Mash geben.

Hausmittel 4: Teufelskralle stillt Schmerzen
Die Pflanze aus dem südlichen Afrika wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend, daher wird sie zum Beispiel bei Hufrehe und Gelenkproblemen wie Arthritis und Arthrose eingesetzt. Dazu kann sie bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden helfen, da die Bitterstoffe der Heilpflanze die Magensaftsekretion und die Galleproduktion aktivieren.
Wenn Du Teufelskralle pur füttern möchtest: Täglich 15 Gramm für ein Großpferd sind genug. Du solltest vorab mit Deinem Tierarzt oder Heilpraktiker sprechen, denn jedes Pferd reagiert anders auf die Heilpflanze. Dazu sollte Teufelskralle nicht dauerhaft gefüttert werden. Und: Als akutes Schmerzmittel ist Teufelskralle nicht geeignet, da die Wirkung erst nach längerer Zeit einsetzt.
Hausmittel 5: Heilerde entgiftet
Die gesunde Power der Heilerde? Sie nimmt Schad- und Giftstoffe! Wenn Du Heilerde füttern möchtest, einfach ein wenig davon in Wasser, Mash oder Tee verrühren.
Heilerde wirkt aber auch äußerlich. Dafür die Heilerde mit Wasser zu einem dicken Brei verrühren. Den kannst Du zum Beispiel bei oberflächlichen Wunden oder Sehnenproblemen auf die betroffenen Stellen auftragen, antrocknen lassen und dann abspülen. Nicht über Nacht drauf lassen, sonst können die Giftstoffe wieder zurück ins Gewebe gehen.
Hausmittel 6: Beinwell hilft bei Prellungen
Beinwell wirkt leicht entzündungshemmend und schmerzlindernd. Er wird daher bei uns Menschen bei Sportverletzungen und Muskelschmerzen eingesetzt – und kann auch bei Pferden helfen. So wird ein Beinwell-Umschlag bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, rheumatischen Beschwerden und zur Anregung der Knochenheilung eingesetzt. Dafür drei Esslöffel getrocknete Beinwellwurzel im Mörser zu Pulver stoßen, mit etwa 20 Milliliter heißem Wasser übergießen und zu einem Brei verrühren. Die noch warme Masse auf ein Tuch auftragen und auf die betroffene Stelle legen. Alle drei bis vier Stunden erneuern.
Hausmittel 7: Essig und Knoblauch vertreiben Fliegen
Die Plagegeister machen es den Pferden schwer. Wenn Du auf Chemie verzichten willst, kannst Du auf ein natürliches Fliegenspray setzen. Dafür brauchst Du zum Beispiel:
- ein Liter Apfelessig
- zehn Knoblauchzehen
- 20 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl (Citronella, Eukalyptus, Teebaum oder Lavendel)
Knoblauch schälen und pressen. Dann den Knoblauch in den Essig geben, zwei bis drei Tage stehen lassen, absieben. Etwa 20 Tropfen des Öls dazugeben und Mischung in eine Sprühflasche abfüllen.








