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7 Tipps, woran Du einen guten Reitstall erkennst

Anke Rottmann by Anke Rottmann
12. September 2023
Pferde in ihren Boxen in einem Reitstall.

Foto: unsplash.com/Anna Kaminova (Symbolfoto)

Klar, wir wollen alle nur das Beste für unseren Partner auf vier Hufen. Und das fängt beim passenden Reitstall an. pferde.de hat 7 Tipps, die Dir helfen sollen, den besten Stall für Dein Pferd und Dich zu finden.

Die schlechte Nachricht vorweg: Den einen, absolut perfekten Stall für alle – den gibt es nicht. Und das ist ja auch logisch, schließlich haben wir Reiterinnen und Reiter verschiedene Interessen und unterschiedliche Vorstellungen von dem, was für unseren Partner auf vier Hufe das Beste ist.

Daher ist es gut, wenn Du vorab schon ein paar grundlegende Dinge für Dich klärst. Denn als Westernreiterin, die gerne mit vielen Stallfreundinnen Ausritte macht, wirst Du in einem Dressur-Turnierstall vielleicht nicht so glücklich, oder? Und natürlich solltest Du wissen, ob Du einen Offenstall oder eine Boxen-Unterbringung suchst.

Sind diese Fragen beantwortet, kannst du auf die Suche gehen. Und das geht nicht mal eben schnell nebenbei. Daher hier Tipps, die die bei der Suche helfen sollen:

1. Der erste Eindruck vom Reitstall ist wichtig

Wenn Du einen neuen Stall suchst, solltest Du Dir eine kleine Checkliste für den ersten Eindruck machen:

  • Ist der Stall sauber? Liegt in den Ecken Müll? Sind die Wege dreckig? Dann solltest Du vorsichtig sein, denn eine ungepflegte Anlage kann ein Hinweis sein, dass der Betreiber eher uninteressiert ist – auch an Deinem Pferd…
  • Einmal schnuppern: Riecht es im Reitstall nach Mist und Ammoniak, spricht das nicht für saubere Boxen oder regelmäßiges Ausmisten.
  • Koppeln: Sind sie groß genug, vernünftig eingezäunt und stehen sie nicht unter Wasser? Gut. Sind sie mit Stacheldraht eingezäunt – nicht gut. Die Verletzungsgefahr ist zu groß, daher sind diese Zeiten in guten Ställen definitiv vorbei.
  • Pferde: Ein Blick auf die Pferde im Stall verrät Dir natürlich auch einiges. Sind sie gut genährt und wirken entspannt? Super. Sind dagegen viele Pferde zu dünn oder zu dick, ungepflegt oder gar verletzt, spricht das nicht für den Stall.
  • Reithalle und Plätze: Werden sie gepflegt und regelmäßig geschleppt?
Saubere Stallgasse in einem Reitstall.
Foto: unsplash.com/Pete Willis (Symbolfoto)

2. Betreiber und andere Einsteller checken

Auch wenn die Anlage super aussieht – wichtig ist auch, ob der Einsteller Zeit für Dich hat. Wenn er Dich bereits nach zwei Minuten stehenlässt, wird Dir das vermutlich auch passieren, wenn Du bei ihm einstellst bist und mal ein Problem hast. Auch Gespräche mit anderen Einstellern können weiterhelfen. Wie lange sind die schon da? Denn: Wer lange da ist, ist offenbar zufrieden. Sind alle dagegen erst kurz da, frag nach dem Warum. Es kann auf eine hohe Fluktuation hinweisen.

Nebenbei erkennst Du so schon, ob in dem Stall eher ein Miteinander herrscht oder jeder sein eigenes Ding macht. Wenn Du im Stall auch Freunde finden möchtest, kann ein Blick aufs Schwarze Brett helfen: Sind dort Anschläge, die Dich interessieren? Oder herrscht gähnende Leere…?

3. Bis zur Fütterung bleiben

Versprechen können Stallbetreiberinnen viel – selber sehen ist manchmal besser. Das hat gleich zwei Vorteile: Du siehst, wieviel Heu, Rau- beziehungsweise Kraftfutter die Pferde tatsächlich bekommen. Und Du bekommst auch gleich mit, ob individuelle Zugaben Mineralfutter möglich sind. Natürlich sollte der Betreiber Dir auch alle Fragen rund um das Thema Fütterung beantworten: Was und wie häufig wird gefüttert? Lass Dir auch zeigen, wo das Futter gelagert wird.

4. Auch bei Regen mal im Reitstall vorbei gucken

Die Sonne scheint, alles sieht gut aus und der Stallbetreiber nimmt sich Zeit für Dich – prima! Dann sollte dieser Reitstall schon mal in Deine nähere Auswahl. Nimm Dir trotzdem die Zeit und komm auch an einem Regentag vorbei. Dann siehst Du nämlich, was Dein Pferd und Dich an Schlechtwetter-Tagen erwartet.

Heißt: Sind die Pferde wirklich ganzjährig und bei Ekel-Wetter draußen? Wie sehen Weiden und Paddocks dann aus? Wenn Du an so einem Tag zu den Haupt-Reitzeiten kommst, kannst Du nebenbei auch noch sehen, wie voll die Reithalle an solchen Tagen wird.

Pferd schaut aus seiner Box.
Foto: unsplash.com/Ivan Shi (Symbolfoto)

5. Wie viel „Draußen-Zeit“ gibt es?

Gibt es Paddockboxen, wie lange sind die Pferde auf der Weide beziehungsweise dem Paddock und vor allem – sind ausreichend Weiden und Paddocks vorhanden? Kläre auch, ob Dein Pferde alleine oder in der Gruppe auf die Koppel kommt, wer seine Boxennachbarn sind und wie die Gruppendynamik in der Herde aussieht.

Wenn Du einen Offenstall suchst, lass Dir die Boxen zeigen, in denen kranke beziehungsweise verletzte Tiere untergebracht werden.

6. Sicher ist sicher

Statt Vertrag nimmst Du den Stallplatz per Handschlag? Das kann gutgehen – kann aber auch zu viel Frust führen. Deshalb: Dinge, die Dir wichtig sind, solltest Du kurz vertraglich festhalten. Wenn der Betreiber da nicht mitmachen will, solltest Du vorsichtig sein. Es kann Dir passieren, dass gemachte Zusagen wie „täglich wird drei Mal gefüttert“ plötzlich nicht mehr gesagt wurden.

7. Nur was Du siehst, gibt es wirklich

Lass Dich bei Deiner Entscheidung besser nicht davon beeinflussen, was alles in Zukunft geplant ist. Die Führanlage, die doch eigentlich schon so gut wie fertig ist, könnte auch in zwei Jahren noch nicht stehen. Der Reitplatz wird eigentlich immer gemacht wird, nur jetzt gerade nicht – und vermutlich auch morgen und übermorgen nicht.

Die Reithalle wird es zum Winter garantiert geben? Nur – in welchem Jahr? Kurz: Versprechungen sind schnell gemacht, ob sie wirklich gehalten werden, steht dagegen auf einem anderen Blatt. Wenn Du es genauer wissen willst, können Dir Gespräche mit den anderen Einstellern, die schon länger im Stall sind, helfen.

Tags: PferdehaltungPferdewissenRatgeberReitstallStall

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