Chemie oder Natur, regelmäßig oder bei Bedarf – beim Thema Wurmkur scheiden sich die Geister. Wir geben Hinweise, wann es sinnvoll ist, das Pferd zu entwurmen und wann (noch) keine Notwendigkeit besteht.
Nicht jeder Wurmbefall muss indes unbedingt behandelt werden. Sollten zum Beispiel bei erwachsenen (mindestens fünf Jahre alten) Pferden ausschließlich kleine Palisadenwürmer vorhanden sein, so sehen einige Wissenschaftler Tiere mit unter 200 Eiern pro Gramm Kot als noch nicht entwurmungsbedürftig an.
Andere Ansichten berechtigt
Diese Überzeugung wird allerdings nicht allgemein geteilt. Denn die Aussagekraft von Kotuntersuchungendarf keinesfalls überbewertet werden. Zum einen werden manche Parasiten durch konventionelle Kotuntersuchungen gar nicht erfasst (etwa Magendasseln und Bandwürmer), zum anderen können die Eizahlen im Kot stark variieren. Manche Pferde beherbergen eine große Anzahl von Würmern, scheiden aber nur relativ wenige Eier aus. Das Pferd scheint dann zwar gesund zu sein, kann aber bei Nicht-Behandlung erhebliche gesundheitliche Schäden davontragen, wie zum Beispiel Koliken.
Solche Tiere würden fälschlich unbehandelt bleiben, wenn die Entscheidung für eine anstehende Entwurmung nur vom Ergebnis der Kotuntersuchung abhängig gemacht würde. Solche Verfahren eignen sich zwar für das antiparasitäre Management von großen Nutztiergruppen (Schafe, Rinder), aber nicht für eine Pferdehaltung, in der das Wohl und die Gesundheit des Einzeltieres im Vordergrund stehen.
Experten geben Praxistipps
Wie lautet nun die mehrheitliche Empfehlung der Experten für die pferdehalterische Praxis? Bei erwachsenen Pferden (fünf Jahre oder älter) sollten mindestens zwei feste Entwurmungen im Jahr durchgeführt werden:
Einmal ca. zwei Monate nach Weideaustrieb, also im Juni oder Juli gegen Rund- und Bandwürmer, und eine weitere im November / Dezember gegen Magendasseln, Rund-und Bandwürmer. Weitere Entwurmungen können zusätzlich variabel und nach Bedarf im Februar / März oder August / September durchgeführt werden, wenn eine zuvor erfolgte Kotuntersuchung dies nahelegt.
Wichtig ist, dass Fohlen und Jungpferde niemals nur nach Kotuntersuchung entwurmt werden sollten. Sie sind weitaus anfälliger für Magen-Darm-Parasitenund weisen oft wesentlich höheren Parasitenbefall auf als erwachsene Pferde. Daher können sie auch schneller Schaden nehmen. Neue Pferde sollten zunächst in Quarantäne bleiben und unbedingt entwurmt werden, damit sie keine neuen Wurmstämme importieren können.








