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Oldies but Goldies: Alte Pferde in der Haltung und Pflege

pferde.de by pferde.de
9. April 2026
Altes Pferd steht auf der Koppel.

Foto: unsplash.com/Dennis Eusebio (Symbolfoto)

Für viele Pferdebesitzer ist klar: Auch wenn das Pferd älter wird und nicht mehr die gewohnte Leistungsfähigkeit zeigt, so soll es dennoch einen guten Lebensabend verbringen dürfen. Mit der Zeit zeigen sich bei alten Pferden jedoch meist mehr und mehr Alterserscheinungen, die einer Anpassung in der Haltung, Fütterung und Pflege bedürfen. Damit dein Schatz bis ins hohe Alter agil und zufrieden bleibt, kannst du einiges tun.

Wie auch der Mensch wird das Pferd nicht einfach über Nacht zum Senior. Ebenso sagt auch das Alter nicht unbedingt immer etwas über den Zustand des Tieres aus. Dies liegt unter anderem daran, dass die durchschnittliche Lebenserwartung ganz unterschiedlich ausfallen kann. Während Kaltblutrassen in der Regel ein geringeres Alter von etwa 20 Jahren erreichen, können kernige Ponys bis zu 40 Jahre alt werden. Mit 25 bis 30 Jahren Lebenserwartung liegen die Warmblutrassen im Mittelfeld. Somit treten auch der Leistungsabbau und das Seniorendasein zu ganz verschiedenen Zeitpunkten ein.

Wann ist mein Pferd ein rüstiger Rentner?

Dass ein Pferd alt wird, das zeigt sich meist weniger an den Zahlen auf dem Papier, als am Verhalten und äußeren Erscheinungsbild. Deshalb ist es wichtig, hier immer ein Auge auf Veränderungen zu haben, die sich meist langsam entwickeln.

In der Regel beginnen Pferde ungefähr mit 16 Jahren, langsam in ihrer Leistungsfähigkeit abzubauen. Mit zunehmendem Alter lässt die Bewegungsfreude nach, es wird steifer und unbeweglicher. Auch ist es oft weniger gut bemuskelt, baut Fettpölsterchen ab und wirkt dadurch tellenweise ein wenig eingefallen. Wie auch der Mensch kann das Pferd graue Haare zeigen. Es ist eine Zeit, in der Neues nicht mehr so leicht erlernt wird und werden sollte, viele Pferde aber wesentlich gelassener werden, als zuvor.

Frau umarmt ein älteres Pferd und küsst sein Fell.
Foto: Adobe Stock/Petra Eckerl (Symbolfoto)

Es hilft, immer wieder einmal genau zu beobachten, ob sich im Verhalten und Aussehen des Pferdes langsam Alterserscheinungen zeigen – dann kannst du diesen langsam gerecht werden, ohne dass es eine zu starke Veränderung für dich und den Vierbeiner bedeutet.

Alter bei Pferden ist kein Schicksal

Ganz maßgeblich hängen die Lebenserwartung und Fitness von Pferden auch von der Haltung, Förderung und Pflege ab. Diese beeinflusst gleichsam die Lebensqualität im Alter. Deshalb ist es wichtig, bereits in jungen Pferdejahren vorausschauend zu agieren.

Das bedeutet, dass die Intensität des Trainings und der Zeitpunkt des Einreitens langfristige Auswirkungen auf den körperlichen Zustand des Tieres in späteren Jahren haben. Eine Überbeanspruchung „verschleißt“ das Pferd ebenso, wie mangelnde Bewegung, falsche Fütterung und eine nicht artgerechte Haltung den Abbau im Alter beschleunigen.

Auch solltest du deinen Senior nicht von heute auf morgen auf die Ersatzbank schicken. Ausreichend Bewegung ist bei älteren Pferden unerlässlich. Über Jahre trainierte Bewegungsabläufe lassen sich auch später noch abrufen – nur eben weniger intensiv. So sind kleine Trainingseinheiten auch dann noch vorstellbar, vielleicht geht es in ruhigem Tempo ins Gelände. Ist das Pferd nicht mehr reitbar, dann bietet Bodenarbeit Abwechslung, sind Spaziergänge eine Alternative oder die Mitnahme als Handpferd. Letzteres kann gerade bei unerfahrenen Reitpferden oft Wunder wirken, denn die gelassene Begleitung bietet Sicherheit und Erfahrung.

Wichtig ist, dass das Pferd nicht einfach in der Box „abgestellt“ wird. Denn so baut es wesentlich schneller ab. Täglicher Weide- oder Paddockgang mit Artgenossen hält den Oldie beweglich. Allerdings kann es sein, dass sich auch ehemals ranghöhere Pferde sich mit zunehmendem Alter nicht mehr gegen die jüngeren und stärkeren Artgenossen durchsetzen können. Um zu gewährleisten, dass sie den benötigten Schutz vor Kälte und Nässe erhalten und in Ruhe fressen können, kann es hilfreich sein, sie räumlich von den „jungen Wilden“ zu trennen und in einer gemäßigteren Herde unterzubringen. Damit wird Stress für dein Pferd vermieden.

Achtung bei diesen Alterserscheinungen!

Gewisse gesundheitliche Veränderungen zeigen sich bei älteren Pferden häufig und bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit.

Arthrose kann älteren Pferden das Leben schwer machen. Nässe und Kälte verschlimmern die Symptome, weshalb das Tier durch ein Eindecken und Unterstandmöglichkeiten hiervor geschützt werden sollte. Wichtig ist es, zu akzeptieren, dass es länger dauert, bis der Vierbeiner „in die Gänge“ kommt. Durch die geminderte Agilität dauert die Aufwärmphase wesentlich länger und es benötigt mehr Zeit, bis das Pferd „rund“ läuft. Dennoch ist gerade Bewegung genau das richtige Mittel, um das Leiden zu mindern.

Doch nicht nur Muskeln und Sehnen können dem Senior Probleme bereiten, auch in Sachen Verdauung sind im Alter oftmals Anpassungen notwendig. Wird ein Pferd sichtbar dünner, dann sind häufig allerdings die Zähne ausschlaggebend. Der Vierbeiner hat Probleme bei der Nahrungsaufnahme und dem Kauen, was zu einer Gewichtsreduktion, aber auch zu Koliken führen kann. Deshalb ist der regelmäßige Blick auf die Beißer durch den Tierarzt unerlässlich. So werden Schmerzen vermieden und eine Anpassung des Futters, zum Beispiel durch Einweichen, kann erfolgen.

Um dem veränderten Stoffwechsel gerecht zu werden, ist eine Umstellung auf spezielles Futter für ältere Pferde oftmals sinnvoll. Hier werden alle notwendigen Nähr- und Mineralstoffe zugeführt und das Futter den geänderten Leistungsansprüchen angepasst.

Du siehst: keine Sorge vor dem Älterwerden Deines Lieblings! In Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre unter dem Sattel, könnt Ihr auch diesen Lebensabschnitt genießen.

Tags: alte PferdePferdegesundheitPferdehaltung

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