Sie gelten als die älteste Pferderasse der Welt – und kaum eine andere Rasse ist so sagenumwoben wie die Araber. pferde.de hat 7 spannende Fakten zu den „Söhnen der Wüste“.
Einen Araber erkennt man auf den ersten Blick: Der Hechtkopf sowie die großen Nüstern und Augen sind typische Merkmale der Rasse. Und sie sind auf der ganzen Welt begehrt, in rund 50 Ländern werden sie gezüchtet. Dabei haben sie eigentlich den Ruf nervös und schreckhaft zu sein. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Araber sind einfach sehr sensibel…
Wenn auch Du Dich in die Araber verliebt hast, haben wir hier ein etwas anderes Rasseporträt für Dich:
1. Araber – aus dem Wind entstanden…
Ihre Entstehungsgeschichte ist so einzigartig wie ihr Wesen: „Da nahm Gott vom Südwind eine Hand voll und schuf daraus das Pferd!“ heißt es im arabischen Schöpfungsmythos. Ob es wirklich so war? Fest steht auf jeden Fall: Ihren Ursprung haben sie auf der arabischen Halbinsel, daher auch der Name. Dort werden Vollblutaraber seit dem 7. Jahrhundert gezüchtet.
Es heißt, dass der Prophet Mohammed die Zucht der Vollblutaraber begann. Vorher wollte er wissen, welche Pferde stark sind – und loyal. Daher ließ er nach einem Kampf die durstigen Pferde an einer Wasserstelle frei. Kaum liefen sie dort hin, rief er sie wieder zurück. Nur fünf Stuten kehrten der Erzählung nach sofort zu ihm zurück. Sie sind bekannt als „Al Khamsa“ – die Fünf, mit denen die Zuchtauswahl begann.
Die Reinzucht wurde fortan zum höchsten Ziel. Und sie wurde sehr streng befolgt. Denn die Beduinen nahmen an, dass eine Stute die einmal von einem unreinen Hengst gedeckt wurde, genetisch belastet sei. Und damit waren auch spätere Fohlen nicht mehr rein. Das heißt: Die Stute fiel für die Zucht aus.
Übrigens: Damit die Reinheit bewiesen werden konnte, waren bei der Bedeckung einer Stute immer Zeugen anwesend. Außerdem wurde die Abstammung der Pferde meist mündlich überliefert und die Linien wurden immer über die Mütter weitergegeben.

Durch ihre Herkunft sind Araber Wüstenpferde – und bekamen auch den Beinamen „Söhne der Wüste“. Sie waren nicht nur Reitpferde – sondern auch im Krieg wertvolle Partner. Dadurch hatten sie im Mittelalter auch in Europa einen besonderen Ruf. Als herrschaftliche Geschenke oder Kriegsbeute kamen dann auch die ersten Araberpferde nach Europa. Und fanden dort schnell blaublütige Bewunderer. So wurde zum Beispiel der Vollblutaraber Bairactar das Leibreitpferd von König Wilhelm I.
2. Araber ist nicht gleich Araber
Tatsächlich ist Araber für die meisten eine Art Sammelbegriff: Damit sind alle Pferde gemeint, die laut Herkunft und Optik einen arabischen Ursprung haben. Das ist aber eigentlich nicht ganz korrekt. Denn nach den Regeln der deutschen Züchtervereinigungen hat ein Araberpferd als Vorfahren fast ausschließlich Vollblutaraber, Shagya-Araber oder Araber und weist höchstens in der fünften Vorgeneration eine Fremdrasse auf.
Das zeigt auch schon: Araber ist nicht gleich Araber. Es gibt natürlich den Vollblutaraber. Diese Pferde müssen in allen Abstammungslinien auf ursprüngliche Araber aus der Wüstenzucht der Beduinen von der arabischen Halbinsel zurückgehen. Sie sind leicht zu identifizieren: Sie haben die Silbe „ox“ hinter ihrem Namen in den Abstammungspapieren.
Dann gibt es noch die Shagya-Araber. Sie sind größer und kräftiger als Vollblutaraber. Gezüchtet werden diese Araber schon seit Ende des 18. Jahrhunderts – damals waren sie vor allem Offiziers- und Kutschpferde. Lange hießen sie einfach Araberrasse, erst 1978 wurden sie zu den Shagya-Arabern.
Die Anglo-Araber sind eine Unterrasse, die seit rund 150 Jahren in Polen, England und Süd-Frankreich gezüchtet wird. Diese Mischung aus englischem Vollblut und Araberrassen gilt als schnelles Sportpferd.
Das Arabische Halbblut ist ein „Gebrauchs-Mix“: Bei ihnen liegt der Araberanteil zwischen 25 bis circa 90 Prozent. Beim Halbblut können verschiedene Rassen eingekreuzt sein – nur ein Kaltblut ist nicht erlaubt.
Und dann gibt es noch den Araber-Pinto. Es sind Farbzuchten, die heute eine eigene anerkannte Rasse sind. Dafür müssen sie 99 Prozent Araberanteil nachweisen können. In Deutschland reichen aber auch schon 90 Prozent…
3. Ein bisschen arabisch sind viele Rassen
Araberpferde sind nicht nur „pur“ begehrt – auch als Veredler wurden und werden sie gerne genutzt. Entsprechend tauchen sie in vielen Herkunftsgeschichten anderen Pferderassen auf. Eine der wichtigsten Rassen ist zum Beispiel das Englisch Vollblut. Vor rund 200 Jahren wurden in England eher zufällig Rennpferdstuten mit Arabern gekreuzt. Das Ergebnis: Ihre Fohlen waren viel schneller – und eine neue Rasse war entstanden. Aber auch die Trakehner, Appaloosa oder auch das American Quarter Horse wurden von Arabern veredelt.
4. Auch ihr Körper ist einzigartig
Natürlich sind Araberpferde für alle Fans der Rasse einzigartig. Und das trifft auch auf ihren Körper zu – denn sie unterscheiden sich von vielen anderen Rassen. So haben Araber nicht 18 Rippen, sondern nur 17. Ähnlich sieht es bei den Lendenwirbeln aus: Statt sechs haben sie lediglich fünf. Auch bei den Schweifwirbeln sind sie besonders: Während die meisten Pferde 16 bis 18 Schweifwirbel haben, reichen den Arabern 15 Wirbel. Das hat übrigens einen besonderen Nebeneffekt: Sie können dadurch ihren Schweif so schön hoch tragen.

5. Vom Rennpferd zum Distanzkönig
Früher waren Araber als Rennpferde begehrt. Kein Wunder: Auf kurzen Strecken und unter voller Rennleistung kann ein Vollblutaraber ein Tempo von bis zu 65 km/h erreichen. Kein Wunder also, dass mit Haleb auch ein Vollblutaraber zu den bekanntesten Rennpferden der gehört. Und das sehr lange: Der Weltrekord für das älteste Pferd, das ein Rennen gewonnen hat, lag 2002 laut Guinness-Buch der Rekorde bei 19 Jahren. Es ist das Araberpferd Al Jabal von Andrea Boulton (England).
Doch im Laufe der Jahrhunderte wurden die Araber auf den Rennbahnen der Welt von Englischen Vollblütern abgelöst. Seitdem machen sie vor allem als Distanzpferde Schlagzeilen. Denn Araber verfügen über eine weitaus höhere Ausdauer als die meisten anderen Rassen.
6. Eine Liebe für die Ewigkeit
Die arabischen Vollblüter sind sehr sensibel – und auch sehr menschenbezogen. Pferde dieser Rasse suchen aktiv unsere Nähe und bauen zu ihrem Menschen eine starke Bindung auf – eine Liebe für die Ewigkeit. Dabei sind sie meist auf einen einzigen Menschen fixiert, häufige Reiter- oder Besitzerwechsel mag ihre sensible Pferdeseele nicht.

7. Araber: Stars auf vier Hufen
Araber erobern natürlich auch die Kinos. Im Film „Der schwarze Hengst Blitz“ übernahm der Araberhengst Cass Ole die tierische Hauptrolle. Und in dem Film „Hidalgo“ tritt Frank Hopkins, gespielt von Viggo Mortensen, mit seinem Mustang in einem 3.000-Meilen-Rennen gegen Araberpferde an.
Natürlich dürfen Araber auch in deutschen Produktionen nicht fehlen: Der Vollblutaraber Sarouc spielte Bibi Blocksbergs Pferd namens „Sabrina“ im Kinofilm „Bibi & Tina“.
Und auch bei Shows sind Araber dabei. So gilt El Shaklan als erfolgreichster deutscher Show-Araberhengst. Auf die Welt kam er auf dem Gestüt Om el Arab, deckte Stuten in England, den USA, Brasilien und Argentinien. Insgesamt hatte er 864 Fohlen. Für seine Leistung hat er sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag bekommen








