Eigentlich wollte eine Frau nur auf die Autobahn auffahren. Was folgte war eine dramatische Verkettung von Fehlern. Am Ende waren zwei Menschen und ein Pferd verletzt…
Da hat sich eine Mercedesfahrerin aber ganz schön verschätzt: Die 26-Jährige fuhr am Mittwochmorgen mit einer C-Klasse und einem Anhänger an dem Autobahnkreuz Bad Oeynhausen auf die A2 in Richtung Hannover. Als sie vom Beschleunigungsstreifen auf den rechten Fahrstreichen wechselte, setzten sie sich vor einen polnischen Sattelzug mit Auflieger. „Dabei touchierte sie mit dem Anhänger den rechten Außenspiegel des Lkw“, so die Polizei in einer Mitteilung. Doch damit nicht genug.
Anschließend wechselte sie auf den mittleren Fahrstreifen und fuhr dort auf einen Pferdeanhänger auf. Fatal: „Dieser koppelte sich bei dem Aufprall ab, fuhr weiter geradeaus und kippte auf die Seite“, so die Polizei. Der Audi A4, der den Pferdeanhänger gezogen hatte, schleuderte nach rechts und prallte gegen die Leitplanke. Der Mercedes drehte sich ebenfalls um 180 Grad, kollidierte dort mit der linken Seitenschutzplanke und kam auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. Dort konnte ein 57-jähriger BMW-Fahrer aus Hürth nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß frontal mit dem Mercedes zusammen.

Feuerwehr betreut verletztes Pferd
Die Mercedesfahrerin und der BMW-Fahrer erlitten bei dem Unfall leichte Verletzungen. Die 26-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, der 57-jährige BMW-Fahrer wurde noch vor Ort von den Rettungskräften entlassen. Der Mercedes, samt Anhänger, der Audi A4 mit Pferdeanhänger und der BMW mussten abgeschleppt werden.
Das leicht verletzte Pferd wurde zuerst von Kassandra Schröder von der Feuerwehr Bad Oeynhausen betreut. Später brachte die 56-jährige Audifahrerin aus Sundern das Tier zu Fuß zum Autohof Porta Westfalica. Dort trafen sie auf weitere Reiter, die im Konvoi gefahren waren. „Das Pferd stieg in einen anderen Pferdeanhänger, der bereits mit einem Pferd besetzt war“, so die Polizei.

Rund 80.000 Euro Sachschaden
Die Feuerwehr kümmerte sich zudem um Trümmerteile auf der Fahrbahn, klemmte die Batterien der beteiligten Fahrzeuge ab und unterstützte beim Aufrichten des Pferdeanhängers. Gegen 11.30 Uhr konnten Autobahnpolizisten den Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeileiten. Der Sachschaden beläuft sich auf circa 80.000 Euro. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Wie schnell es auf der Autobahn zu einem Unglück kommen kann und wie sehr sich die Feuerwehr dann um Pferde kümmert, zeigt auch ein Fall aus Niedersachsen. Dort wollte eine Frau mit ihrem Pferd zur Messe „Passion Pferd“. Doch an der Raststätte Auetal Süd endete die Fahrt kurzfristig. Schuld war ein rücksichtsloser Lkw-Fahrer…

Feuerwehr lässt Pferd grasen…
Denn: Als die Frau auf der mittleren Fahrspur fuhr, zog ein Trucker von rechts auf ihre Fahrspur. Die Frau musste eine Vollbremsung machen. Dadurch konnte sie zwar einen Unfall verhindern. Doch ihr Pferd stürzte im Hänger durch das Bremsmanöver. Die Frau fuhr auf die Raststätte, sah im Hänger nach – und entdeckte die fatalen Folgen. Denn durch den Sturz war die Trennwand im Anhänger gebrochen und klemmte das Pferd ein. So blieb nur eins: Die Frau alarmierte die Feuerwehr Rehren-Westerwald.
Die Retter fuhren sofort los. Und konnten zum Glück auch direkt helfen: „Mit Hilfe der Rettungsschere entfernten wir die Trennwand im Anhänger und konnten das Pferd befreien“, heißt es in ihrem Einsatzbericht. Während ein Feuerwehrmann das unverletzte Pferd auf einem Stück Wiese grasen ließ, reparierten seine Kollegen die Trennwand provisorisch. Kurz darauf konnte die Frau mit ihrem Pferd weiter Richtung Hannover fahren.








