Schon im alten Ägypten wurde der Bodensatz vom Bier als Heilmittel genutzt. Und auch bei uns ist Bierhefe seit Jahrhunderten ein wahrer Allrounder – auch für Pferdebesitzer. Was die kleinen Pilze können? pferde.de hat hier die wichtigsten Fakten.
Bierhefe – das klingt nach Alkohol und lustigen Momenten. Dabei ist es eigentlich ein Nebenprodukt, das bei der Bierherstellung entsteht. Und nicht nur da. Denn Bierhefe ist ein Pilz, der Zucker verwandeln kann und ist dadurch zum Beispiel auch bei der Produktion von Wein und Brot unverzichtbar.
Und auch viele Pferdebesitzer schwören auf Bierhefe. Warum? Ganz einfach: Sie ist ein echtes Gesundpaket – und ein Beauty-Produkt. 7 spannende Fakten rund um die Nährstoffbombe:
1. Bierhefe – ein gesunder Mix
Auch wenn Bierhefe ein einzelliger Pilz ist – in ihm stecken jede Menge Powerstoffe. Dazu gehören zum Beispiel:
- Vitamin B1, B2, B3, B5, B6, B9, B12
- Biotin (Vitamin B7)
- Cholin
- Kupfer
- Mangan
- Selen
- Zink
- Eisen
Und dieser Mix hat es in sich. Vor allem die qualitativ hochwertigen essentiellen Aminosäuren sowie die Menge an B-Vitaminen sind für Pferde ein Extra-Plus.

2. Schönmacher für Haut, Fell und Hufe
Birhefe ist ein echtes Beauty-Produkt für Pferde. Biotin und Zink unterstützen zum Beispiel natürliche Wachstums- und Regenerationsprozesse in den Zellen von Haut und Bindegewebe, sowie die körpereigene Produktion von Keratin und Kollagen. Der Mix aus B-Vitaminen, Aminosäuren und Spurenelementen kurbelt den Aufbauprozess der Haut und auch des Fells an. Das macht das Naturprodukt auch beim Fellwechsel so wertvoll.
Und: Die Kombination aus Biotin sowie weiteren B-Vitaminen, hochwertigem Eiweiß und Spurenelementen optimiert Stoffwechselprozesse und regt die Bildung von belastbarem Hufhorn an. Aber: Bierhefe ist kein Blitz-Wundermittel. Eine Bierhefe-Hufkur sollte mindestens daher mehrere Wochen dauern.

3. Bierhefe: Futter für die Nerven
Bierhefe liefert viele wertvolle B-Vitamine. Und die haben auch eine positive Wirkung auf die Psyche und sorgen für mehr Gelassenheit. Insbesondere die Vitamine B1 und B6 gelten als richtige Nervenstabilisierer. Und Vitamin B6 hilft bei der Umwandlung von Tryptophan in das Glückshormon Serotonin. Das heißt: Nervöse oder gestresste Pferde profitieren vom hohen Gehalt an B-Vitaminen.
4. Mehr Power fürs Immunsystem
Die B-Vitamine sind auch wichtige Nährstoffe für den Energiestoffwechsel und die Abwehrkräfte. Und in Bierhefe steckt noch ein Powerstoff – sogenannte ß-Glucane und Mannanoligosaccharide. Diese Zucker stärken die natürlichen Prozesse des Immunsystems. Dazu können sie Mykotoxine binden. Das sind potentiell schädliche Schimmelpilzgifte, die zum Beispiel mit Heu, Stroh und frischem Gras von jedem Pferd gefuttert werden.

5. Natürliche Hilfe bei Kotwasser und Durchfall
Bierhefe ist auch gut für den Darm. Ihre Wirkstoffe unterstützen die Darmsanierung und helfen so zum Beispiel bei der Futterverwertung. Vor allem die essenziellen Aminosäuren wie Cystin, Lysin, Methionin, Threonin und Tryptophan sind wichtig für den Stoffwechsel und damit auch für die Verdauung. Und da der Mix positiv auf das Bakterienmilieu im Darm wirkt, kann er bei Kotwasser oder Durchfall helfen.
6. Bierhefe: Die richtige Menge macht’s
Damit Dein Pferd die wertvollen Inhaltsstoffe optimal nutzen kann, solltest Du auf die richtige Dosierung achten. Denn: Für ein 600 Kilogramm schweres Pferd reichen 50 Gramm pro Tag vollkommen aus. So bekommt Dein Pferd alle guten Nährstoffe – und der Stoffwechsel wird nicht unnötig belastet. In akuten Fällen kannst Du – nach Rücksprache mit Deinem Tierarzt – auch die Dosis auch auf 200 Gramm täglich erhöhen.
Und: Bierhefe wird bei Pferden meist als Kur angewandt. Nach etwa vier bis fünf Wochen sollte dann eine Pause von zwei bis drei Monaten folgen.
7. Bitte keine frische Hefe nehmen!
Bierhefe oder Backhefe? Ganz klar: Du solltest nur Bierhefe nehmen. Denn: Die an Pferde verfütterte Bierhefe ist inaktiv. Heißt: Es sind keine lebenden Mikroorganismen vorhanden. Bei frischer Hefe und auch bei Trockenhefe sind dagegen die Pilzzellen noch aktiv. Sie können sich im Magen-Darm-Trakt Deines Pferdes vermehren. Dabei entstehen Gase, die den Darm belasten können. Dadurch kann es im schlimmsten Fall sogar zu Koliken kommen.








