Elf Jahre waren „Die Pferdeprofis“ ein Quotengarant bei „VOX“. Doch jetzt wird die TV-Show eingestellt. Der Grund wird nicht genannt. Doch die Kritik an der Sendung riss nicht ab…
Sie wollten Pferdebesitzern helfen, die nicht mehr weiterwussten – „Die Pferdeprofis“. Zehn Jahre lang war das Format bei „RTL“ ein TV-Hit. Zum Start halfen die Pferdetrainer Bernd Hackl und Sandra Schneider. Das Team wurde immer mal gewechselt, alles schien gut zu laufen. Bis zur aktuellen elften Staffel. Da ging ein neues Team an den Start: Kenzie Dyslie, Uwe Weinzierl und Niklas Ludwig. – Und mit ihnen kam die Dauer-Kritik.
Im Mittelpunkt stand dabei von Anfang an Uwe Weinzierl. – Und das schon vor der Ausstrahlung der ersten Folge: „Einen Tag vor der Ausstrahlung der ersten Folge hatten wir veröffentlicht, dass Uwe Weinzierl öffentlich propagiert hatte, ein Pferd von Kopf bis Bauch mit Elektrodraht zu umwickeln, um es weidefromm zu machen“, schreibt Claudia Sanders von „Dressur-Studien – Fair zum Pferd“ auf Facebook.
Sogar die „FN“ distanzierte sich von den Methoden
Nachdem ein Verlade-„Training“ mit Weinzierl gezeigt wurde, äußerte sich sogar die „Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)“ zu Weinzierl. „In der Folge ist das Verladetraining mit einem Pony zu sehen. Uwe Weinzierl verwendet hierfür ein Knotenhalfter mit Leitseil und eine kurze Peitsche“, heißt es in einer Mitteilung. Einschätzung der „FN“: Seine Einwirkung auf den empfindlichen Kopf des Ponys sei teilweise grob und schmerzhaft. Die Peitsche sei hierbei überflüssig, da das Leitseil schon als verlängerter Arm und als treibende Hilfe anzusehen sei.
Deutliche Worte fand daher Thies Kaspareit, Leiter der Abteilung Ausbildung: „Diese Art des Trainings entspricht nicht unserer Vorstellung von pferdegerechter Bodenarbeit und kann darüber hinaus gefährlich für Pferd und Mensch werden. Bodenarbeit dient dazu, zwischen Mensch und Pferd eine Partnerschaft auf der Basis von Vertrauen und Respekt zu erarbeiten. Wir distanzieren uns von der gezeigten Methode und raten von der Nachahmung ab.“
„RTL“ dankt den „Pferdeprofis“ für die tolle Zusammenarbeit
Die Kritik traf auch Hundeprofi Martin Rütter. Denn seine Firma „Mina TV“ produziert „Die Pferdeprofis“. Und so lud er Ende April zu einer Diskussionsveranstaltung nach Köln. „In der Diskussion attestierte Andrea Mihali Martin Rütter, dass sie in verschiedenen Filmausschnitten der ‚Pferdeprofis‘ tierschutzwidriges Verhalten erkennen könne“, so Sanders. „Ich brachte auf den Tisch, dass Uwe Weinzierl folgende Methode anwendete, um ein Pferd halfterführig zu machen: Er band es an einen Traktor und zog es hinter sich her.“
Die Diskussionsrunde sollte veröffentlich werden – doch nichts geschah. Stattdessen jetzt das Statement von „RTL“: „Nach elf erfolgreichen Jahren haben wir uns gemeinschaftlich mit ‚Mina TV‘ dazu entschieden, ‚Die Pferdeprofis‘ nicht fortzusetzen. Wir danken unseren ‚Pferdeprofis‘ und dem gesamten Team für die tolle Zusammenarbeit. Inwiefern wir uns gemeinsam mit ‚Mina TV‘ künftig anderen Aspekten des Themas Pferdehaltung und Pferdesport im ‚VOX‘-Programm widmen, prüfen wir derzeit.“
Eine Ära geht zu Ende, findet „Pferdeprofi“ Sandra Schneider
Ein bitteres Aus, findet Ur-„Pferdeprofi“ Sandra Schneider: „Dass diese Ära jetzt zu Ende geht und die Sendung eingestellt wird, muss ich erst noch verdauen – allerdings muss ich sagen, dass es mir viel lieber ist, dass im TV gar kein Pferdetraining gezeigt wird als ein Pferdetraining, bei dem propagiert wird, dass es egal ist, wie es dem Pferd dabei geht“, schreibt sie auf Facebook.
Und Martin Rütter? – Der gibt sich unverdrossen optimistisch: „Leute, es kommen unheimlich viele Fragen ‚wann geht es mit den ‚Pferdeprofis‘ weiter?‘, erzählt er in einer Instagram-Story. „Und ich muss euch erstmal ein bisschen enttäuschen. Da geht es erstmal gar nicht weiter. Ich hab‘ aber eine richtig gute Nachricht für euch. Denn natürlich bleiben wir beim Thema Pferd dran“, verspricht er. „Wir, ich will mal so sagen, haben eine ziemlich gute Idee rund um das Thema Pferd. Lasst euch überraschen, was im nächsten Jahr zu dem Thema kommt…“ Bleibt die Frage: Ist die Reit-Szene wirklich gespannt auf das, was kommt…?








