Mit seinem Tod geht eine Ära zu Ende: In der Nacht des 14. Dezember verstarb der KWPN-Hengst Totilas an den Folgen einer Kolik im Alter von nur 20 Jahren. Totilas war das teuerste Pferd der Welt – 2010 soll der Hengst zu einem Rekordpreis von 11,2 Millionen Euro verkauft worden sein.
Er wird als einer der schönsten und bemerkenswertesten Hengste für immer ein Teil der Reitsportgeschichte sein: Eine heftige Kolik bereitete Totilas’ Leben in der vergangenen Nacht ein Ende. „20 Jahre ist zu früh. Das ist nicht so alt“, kommentiert sein Reiter Matthias Rath gegenüber „Eurodressage“ den Tod seines Pferdes.
Seit dem Ende seiner Zeit als Turnierpferd im Jahr 2015 lebte Totilas ein ruhiges und glückliches Leben als Teilzeit-Deckhengst – den Rest der Zeit verbrachte er im Ruhestand und wurde ab und an noch locker geritten, hauptsächlich von Matthias’ Stiefmutter und Mitbesitzerin von Totilas, Ann-Kathrin Linsenhoff.
„Er war die ganze Zeit fit und gesund“, sagt Matthias Rath. „Er kam täglich auf den Paddock, lief viel an der Hand und unterm Sattel auf der Galoppbahn.“
Matthias Rath nimmt Abschied von Totilas
Vor seinem Tod wurde Totilas operiert – er konnte danach sogar noch wieder aufstehen. Doch dann schaffte er es nicht mehr. Matthias Rath teilte auf Instagram ein Schwarz-Weiß-Foto des Hengstes. „Wir werden dich unglaublich vermissen und nie vergessen“, schreibt er dazu.
Totilas war ein Rekord-Pferd
Die größten Erfolge feierte Totilas unter dem Niederländer Edward Gal: 2009 gewann das Duo zuerst die niederländischen Meisterschaften und stellte dann bei der Europameisterschaft im Dressurreiten in Windsor einen Weltrekord auf. Ein Jahr später folgten Goldmedaillen bei der Weltmeisterschaft und den World Equestrian Games. Totilas und Edward Gal galten als unschlagbar.
Dass dieses Traumpaar durch den Verkauf von Totilas 2010 getrennt wurde, sorgte in der Reitwelt für Furore: Der bisherige Besitzer, der niederländische Millionär Cees Vissar, verkaufte den Hengst an den Deutschen Paul Schockemöhle. Der wiederum verkaufte die Sportrechte an Ann-Kathrin Linsenhoff, die ihren Stiefsohn in den Sattel setzte.
Die größten gemeinsamen Erfolge feierten Matthias Rath und Totilas 2011, als sie die deutschen Dressurmeisterschaften gewannen und bei den Europameisterschaften im Team den zweiten und einzeln den fünften Platz belegten.
Nach mehreren Verletzungen trat Totilas seit 2015 nicht mehr bei Turnieren an. Totilas hat etliche Nachkommen – zu Rekordpreisen –gezeugt, die größtenteils ebenfalls erfolgreich im Reitsport sind. Matthias Rath ist sich dennoch sicher: „Es wird immer nur einen Totilas geben.“








