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Diabetes: 7 Fakten zur Zucker-Krankheit

Anke Rottmann by Anke Rottmann
16. August 2022
Zwei Falabella-Stuten auf einer Weide.

Foto: Adobe Stock/Mark J. Barrett (Symbolfoto)

Immer mehr Menschen leiden an Diabetes. Und auch Pferde können die Zucker-Krankheit bekommen. Doch was bedeutet die Stoffwechsel-Erkrankung für unseren Partner auf vier Hufen? pferde.de nennt die 7 wichtigsten Fakten

Noch vor wenigen Jahren waren sich Experten sicher: Pferde und Diabetes? Gibt es nicht. Doch in den vergangenen Jahren wurde diese Diagnose immer häufiger gestellt. Der Grund: Zum einen hat sich schlicht die Forschung weiterentwickelt. Zum anderen leiden Pferde oftmals dazu an einer anderen Erkrankung und daraus entwickelt sich dann die Zuckerkrankheit. Alleine tritt Diabetes eher selten bei unseren Partner auf vier Hufen auf.

Übrigens: Bei einigen Ponyrassen ist das Diabetesrisiko erhöht. Dazu zählen beispielsweise Shettys, Isländer und Welsh Cobs. Und: Diabetes kann für Pferde sogar lebensbedrohlich sein. Hier die wichtigsten Fakten, die Du kennen solltest.

1. Pferde haben „Altersdiabetes“

Bei Menschen werden zwei Typen der Zuckerkrankheit unterschieden. Beim Typ 1 werden die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Folge: Der Körper produziert zu wenig Insulin. Diese Variante gibt es bei Pferden nicht – so der heutige Stand der Forschung.

Dagegen können Pferde unter Diabetes Typ 2, der sogenannten Altersdiabetes leiden. Dabei kommt es zur Insulinresistenz. Das heißt: Und: Der Blutzuckerspiegel kommt aus dem Gleichgewicht und steigt.

Pferd trinkt im See.
Foto: pixabay.de/Steffen Wachsmuth (Symbolfoto)

2. Wenn Pferde sehr viel trinken…

Wenn Pferde an Diabetes mellitus leiden, zeigen sich oft typische Symptome, zum Beispiel:

  • viel trinken,
  • häufiges Wasser lassen,
  • stumpfes Fell,
  • gestörter Fellwechsel,
  • Gewichtsverlust,
  • Müdigkeit
  • kleine Beulen um die Augen.

Dazu kannst Du eine Insulinresistenz auch mit einem Blick erkennen. Dann bilden sich nämlich häufig spezielle Fettpolster, zum Beispiel am Mähnenkamm und über der Schweifwurzel, aber auch rund um den Schlauch beziehungsweise das Euter. Auch häufige Koliken können ein Hinweis sein.

3. Eine Krankheit löst Diabetes aus

Bei Pferden ist Diabetes meist die Folge einer anderen Erkrankung. Dazu gehört vor allem das Cushing-Syndrom. Diese Krankheit beeinflusst nämlich auch die Wirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin. Dadurch kommt es zu einer Resistenz im Körper des Pferdes gegen Insulin.

Auch das Equine Metabolische Syndrom kann zu Diabetes bei Pferden führen. Besonders anfällig für diese Krankheit sind übergewichtige Pferde, die sich zu wenig bewegen und zu viel eiweiß- und energiereiches Futter erhalten.

Gleichzeitig kann Diabetes aber auch andere Krankheiten auslösen. Der Grund: Pferde mit der Zuckerkrankheit sind anfälliger für Infektionen und Entzündungen – sie erkranken zum Beispiel häufiger an Hufrehe. Und: Je nach Ursache des Diabetes, treten auch Schmerzen und Koliken auf.

Hat mein Pferd Kolik, wenn es sich nur einmal in den Bauch zwickt?
Foto: Adobe Stock/Buffy1982 (Symbolfoto)

4. Diabetes: Blut und Urin verraten es

Wenn Du den Verdacht hast, dass dein Pferd an Diabetes leidet, solltest Du sofort den Tierarzt holen. Er kann mit Hilde einer Blut- und Urinuntersuchung feststellen, ob Dein Pferd wirklich die Zuckerkrankheit hat. Im Labor lässt sich zudem der Insulinwert bestimmen.

Und: Der Tierarzt wird Dein Pferd zusätzlich auf das Cushing-Syndrom untersuchen, da dies die häufigste Ursache der Zuckerkrankheit beim Pferd ist.

5. Behandelt wird die „Hauptkrankheit“

Die Behandlung der Diabetes hängt davon ab, welche andere Erkrankung vorliegt.  Beim Cushing-Syndrom hat das Pferd eine Hormonstörung. Dann bekommt es beispielsweise Medikamente, die die Ausschüttung des Hormons Kortisol vermindern.

Dazu kann es sein, dass Dein Pferd auch Insulin braucht. Das Hormon senkt den erhöhten Blutzucker-Wert. Insulin wird dann meist täglich gespritzt. Wenn das über einen längeren Zeitraum geschieht, wird Dein Tierarzt dir zeigen, wie Du die Spritze geben kannst. Dazu müssen die Blutzuckerwerte regelmäßig kontrolliert werden. Der Grund: Insulin senkt den Blutzuckerspiegel. Ist er zu niedrig, kann das für Dein Pferd lebensgefährlich werden…

In seltenen Fällen ist eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung der Auslöser der Diabetes. Dann bekommt das betroffene Pferd zum Beispiel Schmerzmittel.

Pferd auf Paddock.
Foto: pixabay.de/753204 (Symbolfoto)

6. Vorbeugung? Nicht immer möglich

Tatsächlich liegen viele Ursachen, die zu Diabetes führen, nicht in unserer Hand. Das heißt: Wir können in diesen Fällen nicht vorbeugen.

Aber: Da auch das Equine Metabolische Syndrom (EMS) die Zuckerkrankheit auslösen kann, gibt es doch einiges, um das Risiko zu verringern. Denn EMS gilt als Zivilisationskrankheit. Und das heißt: Nicht nur Veranlagung, sondern auch die Haltung kann die Krankheit auslösen. Um Dein Pferd zu schützen solltest Du

  • darauf achten, dass es sich ausreichend bewegt,
  • bei Übergewicht für eine Gesunde Abnahme sorgen,
  • auch energie- und zuckerarmes Kraftfutter geben sowie
  • das Futter auf mehrere kleine Portionen am Tag verteilen.

Dazu solltest Du Dein Pferd lieber aufs Paddock stellen und den Zugang zu frischem Gras beschränken. Denn im Gras steckt viel Fruktan – und das kann Diabetes und auch Hufrehe auslösen.

Kräuter sind beliebte Helfer für Pferde beim Fellwechsel.
Foto: unsplash.com/Annie Spratt (Symbolfoto)

7. Diabetes: Mit Kräutern dem Blutzucker helfen

Wenn Du Deinem Pferd zusätzlich zur ärztlichen Therapie helfen möchtest, können Kräuter eine gute Unterstützung sein. Wichtig: Sprich mit Deinem Arzt ab, ob und wie viel Du Deinem Pferd Kräuter geben kannst.

Gut sind Kräuter, die Bitterstoffe enthalten – sie unterstützen die Entgiftung durch die Leber. Und harntreibende Kräuter leiten Schadstoffe über die Niere aus. Dazu gehören:

  • Mariendistelfrüchte: Ihre Inhaltsstoffe schützen die Leber. Dazu gibt es erste Studien, die darauf hindeuten, dass Mariendistelfrüchte das Fortschreiten einer Leberverfettung verlangsamen können.
  • Maulbeerblätter: In ihnen stecken sekundäre Pflanzenstoffe, die zum Beispiel die Bildung natürlichen Insulins fördern und Glukagon hemmen.
  • Birkenblätterund Brennnessel kurbeln die Entgiftung über die Niere an. Dazu hat die Brennnessel entzündungshemmende Eigenschaften.
Tags: Cushing-SyndromDiabetesPferdegesundheit

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