Wer sich ein eigenes Pferd zulegen möchte, hat vielleicht vor allem die Anschaffungskosten im Blick. Doch nach dem Pferdekauf hören die Kosten fürs Pferd nicht auf. Schließlich fallen für Pferdebesitzer jede Menge laufenden Kosten an…
Jeder Pferdebesitzer musste sie zu Beginn aufwenden – und meistens sind die einmaligen Anschaffungskosten für ein Pferd oder Pony wirklich intensiv. Gerade in der letzten Zeit schossen die Preise für Pferde durch die Decke. Das heißt für also erstmal Sparen, um sich den Traum vom eigenen Pferd erfüllen zu können.
Doch leider ist es mit den Anschaffungskosten nicht getan. Für ein eigenes Pferd benötigst Du eine umfassende Erstausstattung, bestehend aus zahlreichen kleinen und großen Dingen, dich sich schnell summieren. Vom Putzzeug (Affiliate-Link) über eine Futterschüssel bis hin zu einer Trense (Affiliate-Link). Das ist vergleichbar mit dem Beziehen einer neuen Wohnung. Eigentlich erneuert man nur Kleinigkeiten. Einen neuen Duschvorhang, einen neuen Toilettendeckel, vielleicht noch einen Eimer Farbe und ein wenig Dekoration – und schwups sind mehrere Hundert Euro weg.
Besonders fällt jedoch der Sattel ins Gewicht, inklusive der anfallenden Kosten für die Anpassung durch einen Sattler. Hier landest Du schnell im vierstelligen Bereich.

Organisatorische Kosten beim Pferdekauf
Bei der AKU, der sogenannten „Ankauf-Untersuchung“, vom neuen Pferd solltest Du ebenfalls nicht sparen. Sie hilft einzuschätzen, dass keine gesundheitlichen Auffälligkeiten vorliegen. Die kleine AKU ist eine klinische Untersuchung des Pferdes und liegt zwischen 150 und 400 Euro.
Wer sich noch mehr absichern möchte, hat die Option auf eine große AKU. Diese ist ein ganzes Stück teuerer, da sie zusätzlich zur klinischen Untersuchung Röntgenbilder beinhaltet. Sie liegt preislich zwischen 400 und 1.500 Euro. Allerdings solltest Du Dir vor Augen führen, dass dieses Geld eine Investition in Deine reiterliche Zukunft ist.
Die Abholung des Pferdes ist mit dem eigenem Hänger nicht besonders teuer. Wenn Du allerdings keinen Pferdeanhänger hast und Dir auch keinen leihen kannst, fallen Kosten für einen Mietanhänger oder ein Transportunternehmen an. Hier entscheidet sich die höhe des finanziellen Aufwandes je nach Strecke und Dauer der Fahrt.
Außerdem steht noch der Besitzerwechsel im Equidenpass des Pferdes bei der „FN“ an.
Nach der Anschaffung ist vor den laufenden Kosten
Die Jährliche Impfungen gegen Influenza ist für Turnierpferde in Deutschland Pflicht. Alle zwei Jahre wird diese Impfung mit Tetanus in Kombination geimpft. Die Kosten hierfür liegen bei circa 100 Euro. Dazu kommt der Zahnarzt, der mindestens einmal jährlich für etwa 200 bis 300 Euro kommen sollte, um die Zähne des Pferdes zu kontrollieren und zu bearbeiten.
Um für Notfälle gewappnet zu sein, ist es ratsam, dass Pferdebesitzer zusätzlich monatlich etwas Geld zur Seite legen. Beispielsweise für unerwartete Tierarztkosten oder Medikamente für die Stallapotheke. Es gibt aber auch Krankenversicherungen oder OP-Versicherungen für Pferde.
Dazu kommen regelmäßige Ausgaben für den Hufschmied, der alle sechs bis acht Wochen zur Hufpflege kommt. Rund 60 Euro kannst Du dafür bei Pferden ohne Hufeisen und etwa 150 Euro bei eisenbeschlagenen Pferden einplanen. Außerdem kann es sein, dass Dein Pferd regelmäßig zur Physiotherapie muss. Diese belaufen sich auf etwa 120 Euro pro Termin.

Die höchsten laufenden Kosten mit Pferd
Einen der größten Posten stellt die monatliche Stallmiete dar. Diese variiert je nach Art der Haltungsform, welche Trainingsmöglichkeiten der Stall bietet und im besonderen je nach Lage. Hierbei gibt es wohl auch die größte Preisspanne. Im Berliner Umland liegen die monatlichen Kosten hier bei circa 300 bis 800 Euro. In diesem Wert könnte man sicherlich eine günstige Wohnung mieten.
Auch der Reitunterricht ist ein wichtiger Posten, wenn Du mit dem Pferd vorankommen möchtest, und schlägt pro Stunde mit circa 30 bis 100 Euro zu Buche, je nach Reitlehrer und Stall.
Nicht zu vergessen sind die regelmäßigen Fahrten zum Stall, die Spritkosten verursachen. Manchmal benötigt man sogar ein größeres Auto zum Ziehen des Pferdeanhängers oder einen speziellen Hänger-Führerschein für Notfälle, wenn man in eine Tierklinik muss oder zu Trainings- und Turnierfahrten aufbricht.
Fazit
Ein Pferd ist nicht nur in der Anschaffung teuer, sondern auch in den laufenden Kosten. Dies sollte vor der Anschaffung unbedingt bedacht und sorgfältig durchgerechnet werden. Wer sich jedoch dieser finanziellen Verantwortung bewusst ist, kann seinen Traum vom eigenen Pferd verwirklichen.
*Alle Kosten in diesem Artikel sind eine durchschnittliche Schätzung im Berliner Umland.









