Erst schmücken sie unsere Wohnzimmer und sorgen für besondere Stimmung. Doch schon nach wenigen Tagen ist der Zauber vorbei. Und dann bleibt die Frage: Wohin mit dem Weihnachtsbaum? Manchmal landen die entschmückten Tannen auf der Koppel. Aber dürfen Pferde Weihnachtsbäume überhaupt fressen?
Die Idee klingt im ersten Moment verführerisch: Den abgeschmückten Weihnachtsbaum fürs Pferd auf die Koppel werfen. Das sorgt schließlich für ein bisschen Abwechslung im Winter-Alltag unserer Partner auf vier Hufen. Und tatsächlich: Ist der erste Schreck über den „neuen Gast“ erst einmal überwunden, nehmen die meisten Pferde dieses Angebot gerne an. Sie knabbern genüsslich an den Zweigen oder beginnen sogar, mit dem Weihnachtsbaum zu spielen und damit auf der Koppel herumzutollen. Aber ist das eine gute Idee?
Dürfen Pferde Weihnachtsbäume fressen?
Bei der Antwort ist wichtig, welchen Baum Du Dir ins Wohnzimmer geholt hast. Wenn Du zur Mehrheit der Deutschen gehörst, war es eine Tanne oder eine Gemeine Fichte. Die wählen nämlich über 90 Prozent als Weihnachtsbaum. Und dann ist die Antwort klar: So ein Baum gehört nicht aufs Paddock.
Weihnachtsbaum: Die Nadeln sind eine Gefahr
Einer der Gründe: Gerade Nordmanntannen enthalten einen nicht zu unterschätzenden Alkaloidgehalt. Und: Rund drei Viertel der in den Tannen enthaltenen Alkaloide sind giftig. Das heißt: Sie wirken sich stark schädigend auf Nieren, Leber und Verdauungstrakt aus. Dazu stecken Tannine in Nadelhölzern. Und die können bei trächtigen Stuten zu Aborten und Fehlgeburten führen. Außerdem stehen sie in Verdacht die Atemwege einzuengen. So könnte es zu Atemproblemen bis Atemnot beim Pferd kommen, informiert etwa „Agrarheute“.

Und auch die Nadeln sind gefährlich. Sie sind spitz – so sollen Fressfeinde abgewehrt werden. Fressen Pferde Weihnachstbäume, können die Nadelspitzen zu kleinen Wunden in der Maulhöhle aber auch an den Schleimhäuten führen. Auch im Verdauungstrakt können sie im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen.
Rinde vom Weihnachtsbaum kann zu Koliken führen
Aber auch der Stamm ist für Pferde ein Problem. Genauer: Die Rinde. Fressen Pferde die Rinde vom Weihnachtsbaum, nehmen sie Terpentin auf. Und das kann die Magen- und Darmschleimhaut reizen. Hat ein Pferd bereits einen empfindlichen Magen oder eine geschädigte Magenschleimhaut, kann die Aufnahme von Terpentin zu akuten Schleimhautreizungen führen. Das bedeutet: Bei solchen Pferden kann das Knabbern am Weihnachtsbaum oft schnell zu Koliken führen.
Fazit: Einmalige Knabbern an einem Tannenzweig ist meist nicht schädlich. Aber den Weihnachtsbaum solltest Du besser nicht bei den Pferden entsorgen!








