In der kalten Jahreszeit überwintern einige Tierarten, indem sie einen Winterschlaf einlegen. Wer selbst reitet, weiß: Pferde schlafen im Winter natürlich nicht durchgehend – trotzdem gibt es bei Urwildpferden eine Art Winterschlaf. Wie der aussieht und wozu er gut ist, erfährst Du hier.
Wenn es draußen klirrend kalt ist, kannst Du Dir einfach noch eine zusätzliche Jacke und Thermo-Reithosen anziehen. Und Dein Pferd? Klar, das bekommt ein dickes Winterfell und kann im Winter auch durch Decken vor der Kälte geschützt werden. Aber wie sieht das mit Wildpferden aus? Machen die einen Winterschlaf? Die etwas überraschende Antwort lautet: Ja.
Zumindest so etwas in der Art. Denn um ihre Körpertemperatur im Winter zu halten, müssten warmblütige Säugetiere noch mehr fressen als im Rest des Jahres, um genügend Energie dafür zu bekommen. Im Winter ist in der freien Wildbahn allerdings nicht mehr Futter verfügbar, sondern weniger: Büsche und Bäume sind kahl, die Böden gefroren und Gras verschwindet unter dem Schnee. Viele kleinere Säugetiere halten im Winter deshalb Winterschlaf, zum Beispiel Murmeltiere, Igel oder Feldhamster.
Die Nager kühlen in den kalten Monaten stark ab, drosseln ihren Stoffwechsel und erstarren. Dadurch sinkt ihr Energiebedarf rapide, und sie können ihn mit den zuvor angefutterten Reserven im Körper abdecken. Manche Tiere haben zwischendurch auch wieder wache Phasen, in denen sie ihren Energievorrat auffüllen.

Przewalski-Pferde halten „versteckten“ Winterschlaf
Bislang unterschied man zwischen Säugetieren, die Winterschlaf halten, und solchen, die das eben nicht tun. Durch die Forschung von Walter Arnold von der Veterinärmedizinischen Fakultät Wien könnte sich das aber künftig ändern. Denn schon vor einigen Jahren haben er und sein Team herausgefunden, dass auch bei Rothirschen im Winter ähnliche physiologische Prozesse stattfinden. Diese senken ihre Körpertemperatur nämlich phasenweise ebenfalls stark ab. Allerdings jeweils nur über einen Zeitraum von mehreren Stunden.
Um mit den extremen Bedingungen im eisigen Winter zurechtzukommen, haben Przewalski-Pferde eine Strategie entwickelt, die tatsächlich an den Winterschlaf kleiner Säugetiere erinnert – auch wenn er nicht so lange dauert. Denn im Winter investieren die Pferde weniger Energie in den Erhalt ihrer Körpertemperatur. Besonders in den frühen Morgenstunden zu Beginn des Frühlings lassen sie sich stark auskühlen, erklärt das Magazin „Spektrum“. Das liegt vermutlich daran, dass die Energiereserven gegen Ende des Winters merklich knapper werden. Das Auskühlen hat nämlich den Nebeneffekt, dass die Pferde nicht mehr so schnell flüchten können, wenn Gefahr droht. Deshalb nutzen sie diesen Mini-Winterschlaf nur, wenn sie keine andere Wahl haben.
Auch Hauspferde könnten Winterschlaf halten
Ob auch unsere Hauspferde diese Form des verkürzten Winterschlafs zum winterlichen Energiesparen nutzen, ist noch nicht weiter erforscht. Den Wissenschaftlern zufolge gebe es aber Indizien dafür, dass ein versteckter Winterschlaf auch bei Hauspferden auftreten könne. Besonders bei ursprünglicheren Pferderassen.








