Sie wird meist in einem Atemzug mit der Spanischen Hofreitschule und der Königlich-Andalusischen Reitschule genannt. Kein Wunder, schließlich ist der Cadre Noir die berühmteste französische Reitschule. Hier erfährst Du, wie sie entstand – und was sie von anderen weltbekannten Reitschulen unterscheidet…
Sie gehört zu den sogenannten „Big Four“, den vier besten Reitschulen der Welt: der Cadre Noir in Saumur im Westen Frankreichs. Doch wie entstand der Cadre Noir? Wie gut sind ihre Ausbilder? Und gibt es Unterschiede zu anderen berühmten Reitschulen? Wir beantworten hier die wichtigsten Fragen.
Wie entstand der Cadre Noir?
Nach der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen gab es kaum noch Kavallerie in Frankreich. Deshalb beschloss Ludwig XVIII., dass in Saumur eine Ausbildungsstätte für berittene Truppen aufgebaut werden sollte – ein Elitekorps für Pferdedressur zu militärischen Zwecken. 1814 wurde die Cadre Noir dann gegründet. Seitdem setzt sie sich für den Erhalt der französischen Reitkunst ein.
Warum heißt die Reitschule Cadre Noir?
Auf Deutsch bedeutet es schwarzer Rahmen – und tatsächlich spielt die Farbe Schwarz eine Rolle: Die Rittmeister trugen schon früher eine schwarze Uniform. So sollten sie sich optisch auf den ersten Blick von anderen Ausbildern unterscheiden. Natürlich treten die Reiter auch heute noch in schwarzen Uniformen auf.
Was sind die Prinzipien der Reitschule?
Zu den wichtigsten Prinzipien gehört die freiwillige Mitarbeit des Pferdes. Dieser Grundgedanke hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiterentwickelt. Zuerst war damit das Aussetzen der Zügelhilfen gemeint, wenn das Pferd im Gleichgewicht ist. Heute sind neben den Zügeln beziehungsweise der Hand auch die Beine gemeint. Dieses Aussetzen der Hilfen bedeutet, dass die Hilfen dann enden, wenn das Pferd das ausführt, was gewünscht ist. Erst wenn das Pferd nachlässig wird, sollen die Hilfen wieder einsetzen. Das Pferd soll sich so „in seiner Bewegung gefallen“, schrieben die alten Rittmeister,
Wie gut sind die Reitlehrer der Cadre Noir?
Sie zählen zu den besten Reitlehrern der Welt. Und an sie werden hohe Anforderungen gestellt. Denn der Oberste Reitlehrer, der auch „Großer Gott“ genannt wird, soll dafür sorgen, dass die Kunst des Dressurreitens weiterentwickelt wird. Übrigens: Auch wenn die Reitschule früher eine Militär-Elite-Reitschule war – heute gibt es auch zivile Reitlehrer.
Militärische und zivile Reiter zeichnen sich durch die Insignien am Kragen aus: eine Granate für das Militär oder eine Sonne für die „Zivilisten“. Die Reitlehrer zeigen auch außerhalb ihrer Reitschule ihr Können: Didier Courrèges holte bei den Olympischen Spielen 2004 mit der Vielseitigkeits-Mannschaft die Goldmedaille für Frankreich.
Gibt es besondere Auszeichnungen für die Reitschule?
Ja! Sie wurde 2011 von der UNESCO zum geistigen Weltkulturerbe erklärt. Die Begründung der UNESCO für die Aufnahme: Es gehe um die harmonische Beziehung von Pferd und Reiter, um den gegenseitigen Respekt und die Leichtigkeit des Reitens.
Was unterscheidet Frankreich von anderen berühmten Reitschulen?
Wie in der Spanischen Hofreitschule werden die Pferde in Frankreich auch in der Schule über der Erde ausgebildet. Einen Unterschied gibt es aber: Im Gegensatz zu Wien spielt in Saumur auch das Spring- und Geländereiten eine große Rolle.








