Der Fellwechsel ist für Pferde eine Art natürlicher Hochleistungssport. Sind sie jung und gesund, kommen sie meist ohne Schwierigkeiten durch die stressige Zeit. Doch für ältere Pferde können die haarigen Wochen durchaus Probleme mit sich bringen. pferde.de verrät, wie Du Deinem Oldie helfen kannst.
Wenn der Frühling Fahrt aufnimmt, können wir es wieder sehen: Alle Pferde stehen schon mit ihrem glänzendem Sommerfell auf der Weide, nur die Oldies sehen noch aus wie Plüschmonster auf vier Hufen. Die Erklärung ist simpel: Werden Pferde älter, wird nicht nur ihr Gang etwas langsamer – auch im Körper läuft nicht mehr alles so schnell wie früher. Der Stoffwechsel fährt runter, das Immunsystem läuft nicht mehr auf Hochtouren. Und auch die Reproduktionsprozesse sind betroffen.
Diese Umstellung zeigt sich dann auch beim Fell: Die Deckhaare werden oft länger, das Winterfell kommt häufig früher. Vor allem der Wechsel zum Sommerhaar ist für Oldies ein Kraftakt, der meist deutlich länger dauert. Das hat Folgen: Da die Produktion des neuen Fells viele Nährstoffe „verschlingt“, verlieren ältere Pferde im Fellwechsel manchmal rapide an Gewicht.
Das richtig Fellwechsel-Futter für ältere Pferde
Klar, grundsätzlich sollte das Futter dem Alter des Pferdes angepasst werden. Denn ältere Pferde können zum Beispiel Nährstoffe nicht mehr so gut speichern, deshalb brauchen sie mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Für den Fellwechsel spielen schwefelhaltige Aminosäuren, Zink, Kupfer, Selen, ungesättigte Fettsäuren sowie die Vitamine A, E und Biotin eine Rolle.
Damit ausreichend Nährstoffe aufgenommen werden, kannst Du Deinen Oldie mit Zusatzfutter unterstützen. Leinsamen enthalten zum Beispiel viele ungesättigte Fettsäuren, auch Mash mit Leinsaat kann helfen. Ebenfalls gut: Eine Bierhefe-Kur über sechs bis acht Wochen. Sie wirkt entschlackend, beruhigend und stabilisiert dazu die Darmflora. Dadurch wird auch das Immunsystem gestärkt. Dazu stecken in Bierhefe (Affiliate-Link) essentielle Aminosäuren, Biotin, Zink (Affiliate-Link), Eisen und Folsäure.
Decken und Schur – bei Oldies sinnvoll
Auch wenn bei den Themen Schur und Decken (Affiliate-Link) oft hitzig diskutiert wird – für ältere Pferde kann beides eine Erleichterung sein. Wird es im Frühjahr sehr warm und es ist noch Winterfell vorhanden, kannst Du Deinem Pferd zum Beispiel mit einer Schur helfen. Durch das Winterfell schwitzt es sonst zu stark, das belastet den Kreislauf und der Oldie wird schlapp.
Und auch beim Thema Decke gelten für Oldies ein paar Ausnahmen. Alte Pferde haben oft ein schwächeres Immunsystem und nicht mehr so viel Energie. Dazu kommt, dass durch Zahnprobleme oder Stoffwechselstörungen die natürlich isolierenden Fettpolster schwinden können. Deshalb sollten ältere Pferde mit wenig Unterhautfettgewebe lieber eingedeckt werden – auch wenn der Fellwechsel beginnt.
Ab zum Tierarzt
Nicht immer sind die Probleme beim Fellwechsel eine Frage des Alters. Manchmal steckt deutlich mehr dahinter – zum Beispiel das Equine Cushing Syndrom, kurz Cushing. Neben den Schwierigkeiten im Fellwechsel sind ein langes, lockiges Fell, Muskelschwund, Gewichtsverlust und eine Veränderung im Verhalten typische Symptome. Cushing ist eine Hormonstörung, die besonders Pferde ab dem 15. Lebensjahr trifft. Bei der Krankheit gibt die Hirnanhangdrüse zu viele Hormone ab. Das bringt das hormonelle Gleichgewicht aus dem Takt, was den Zuckerstoffwechsel, die Abwehrkräfte gegen Infektionen und den Fellwechsel schwächt.
Aber nicht immer muss gleich Cushing die Ursache sein. Auch Stoffwechselerkrankungen und Mineralmangel können zu Problemen beim Fellwechsel führen. Auf jeden Fall solltest Du die Ursachen vom Tierarzt abklären lassen.








