Mit dem Frühling kommen nicht nur die Sonne und wärmere Temperaturen. Nein, in dieser Saison spielen auch die Hormone „verrückt“. Und das nicht nur bei uns, sondern auch bei Pferden. Tatsächlich haben unsere Partner auf vier Hufen auch Frühlingsgefühle. pferde.de nennt die Fakten zum Hormonrausch…
Im Frühling schlagen die Bäume aus – und die Pferde auch! Das sagt ein altes Sprichwort – und es stimmt. Kaum wird es heller und wärmer, herrscht auf der Weide „Buckel-Alarm“. Da wird getobt und immer wieder gibt es übermütige Bocksprünge. Schuld sind die Frühlingsgefühle. Und die werden von den Hormonen gesteuert…
1. Serotonin gibt Power
Kaum werden die Tage heller und länger, strotzen unsere Pferde nur so vor Energie. Und das liegt am Sonnenlicht: Es kurbelt Stoffwechsel, Kreislauf und Durchblutung an. Und je länger die Sonne scheint, desto mehr produziert der Körper das Hormon Serotonin. Es ist ein Happyhormon, steigert das Wohlbefinden und Glücksgefühl. Dazu sorgt es für mehr Power im Pferd – Bocksprünge inklusive.

2. Bye, bye Melatonin
Grundsätzlich ist das Hormon Melatonin das ganze Jahr über im Einsatz. Es regelt nämlich den Schlaf-Wach-Rhythmus – und wird deshalb auch Schlafhormon genannt. Gesteuert wird die Produktion von der Zirbeldrüse im Pferdegehirn. Und die wird durch die Lichtaufnahme beeinflusst: Weniger Licht heißt mehr Melatonin. Das bedeutet: Im Winter sind unsere Pferde müder. Im Frühling dagegen wird die Produktion von Melatonin gesenkt – und unsere Partner werden wieder deutlich munterer…
3. Adrenalin – das Fluchthormon
Helles Licht sorgt dafür, dass der Körper Adrenalin ausschüttet. Und das hat bei Pferden Folgen: Denn das Hormon mobilisiert die Energiereserven im Körper und steigert die Leistungsbereitschaft. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt an. In der freien Natur sorgt es so für mehr Wachsamkeit – und schnelle Fluchtreaktionen. Deshalb wird es übrigens auch als Fluchthormon bezeichnet. Wenn keine äußeren Einflüsse wie Stress dazu kommen, sorgt die Frühlings-Produktion von Adrenalin „nur“ für wilde Spiele auf unseren Weiden. Okay, und vielleicht den einen oder anderen kleinen Durchstarter beim ersten Ausritt…

4. Dopamin sorgt für gute Laune
Wenn die Sonne häufiger scheint, wird auch die Hirnanhangdrüse aktiver. Sie ist zuständig für die Produktion einer Vielzahl von Hormonen. Dazu gehört unter anderem auch das Happy-Hormon Dopamin, das den Puls antreibt und bei uns Menschen für Herzklopfen im Frühling sorgt. Kein Wunder also, dass Pferde im Frühling übermütig werden…
Aber: Dopamin ist nicht nur ein Hormon, sondern auch ein Neurotransmitter – also ein Botenstoff im Gehirn. Er sorgt bei Pferden für Wachsamkeit – und eine erhöhte Konzentration.
5. Frühlingsgefühle – Hormone für die „Liebe“
In Sachen Nachwuchs gehen Pferde tatsächlich in den „Winterschlaf“. Das heißt: Während der Wintermonate ruht der Zyklus. Das hängt mit der verringerten Menge an Tageslicht durch die kurzen Tage und langen Nächte zusammen. In dieser Zeit bilden die Stuten normalerweise keine ausgereiften Follikel und zeigen auch keine Rosse. Im Frühling beginnt dann wieder die Rosse. Das liegt unter anderem daran, dass dann mehr vom Gonadotroop Relasing Hormon (kurz: GnRH) abgegeben wird.
Diese Frühlingsgefühle bleiben den männlichen Artgenossen natürlich nicht verborgen. Und selbst so mancher Wallach vergisst, dass ihn das eigentlich gar nichts mehr angehen sollte. Stattdessen wird eifrig Imponiergehabe gezeigt…

6. Kräuter für den Hormonhaushalt
Auch für Pferde gibt es Frühlings-Kräuter. Wenn dann zum Beispiel die Hormone Kapriolen schlagen, schwören einige Pferdebesitzer auf die Kraft der Natur – und greifen zu Mönchspfeffer. Seine Inhaltsstoffe regulieren den Hormonhaushalt. Deshalb wird er zum Beispiel dauerrossigen Stuten oder hengstigen Wallachen eingesetzt.
Wenn Du Mönchspfeffer füttern willst: Sein Name verrät es bereits – er schmeckt würzig-scharf. Deshalb ist es sinnvoll, wenn Du mit einer kleinen Prise beginnst und die Dosis dann langsam steigerst. Es gibt auch spezielles Mönchspfeffer-Pferdefutter. Da solltest du dich dann an die jeweiligen Fütterungsempfehlungen halten.








