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Gesunder Nebel: 7 Fakten zum Inhalieren für Pferde

Anke Rottmann by Anke Rottmann
15. Februar 2023
Pferd inhaliert

Foto: Rottmann Photography

Immer mehr Pferde leiden unter Atemwegserkrankungen. Dann kann Inhalieren helfen. pferde.de hat sieben Fakten zum gesunden Nebel.

Schon unsere Großeltern wussten: Bei Husten oder Schnupfen hilft heißer Dampf. Dafür wurde einfach heißes Wasser in eine Schale gefüllt, dann den Kopf darüber gehalten, ein Handtuch über den Kopf gelegt – und tief eingeatmet. Das löst eine verstopfte Nase und hilft beim verschleimten Hals. Mittlerweile ist klar: Inhalieren hilft nicht nur uns, sondern auch den Pferden.

Kein Wunder also, dass in immer mehr Ställen Pferde einen Inhalator tragen oder eine Solebox zur Ausstattung gehört. Doch wann hilft der gesunde Nebel? Und was muss beim Inhalieren beachtet werden? Hier sind sieben Fakten, die Du kennen solltest…

1. Nebel, der Husten löst

Dein Pferd hustet? Dann sollte zuerst der Tierarzt kommen. Hat er die Diagnose gestellt und die Behandlung mit Dir abgesprochen, kannst Du in vielen Fällen noch mehr tun – zum Beispiel Dein Pferd gesunden Nebel einatmen lassen. Inhalieren hat dabei mehrere Effekte:

  • Es verflüssigt den festsitzenden Schleim, so kann Dein Pferd ihn besser abhusten.
  • Inhalieren hat eine abschwellende Wirkung, Dein Pferd bekommt wieder besser Luft.
  • Es lindert Entzündungen.
  • Der Nebel befeuchtet die Schleimhäute.
Pferd inhaliert
Foto: Rottmann Photography

2. Nebel: Auf die Größe kommt es an

Wenn es um die Nebeltröpfchen geht, gilt das Motto ‚je kleiner, desto besser“.  Der Grund ist simpel: Sind die Partikel zu groß, bleiben sie bereits in den oberen Atemwegen „hängen“. Untersuchungen zeigen: Teilchen von fünf bis zehn Mikrometern gelangen nur in die oberen Atemwege. Teilchen unter fünf Mikrometer erreichen auch die unteren Atemwege. Aber Vorsicht: Sind die Teilchen kleiner als ein Mikrometer, werden sie direkt wieder ausgeatmet.

3. Inhalieren plus mit Medikamenten oder Salz

In den meisten Fällen wird mit Kochsalzlösungen oder Sole inhaliert. Der Effekt: Durch die Inhalation wird die Lösung in die Atemwege transportiert. Dort lagert sich das Salz in den Schleimhäuten ein. Der Effekt: Durch das Salz kann sich auch mehr Wasser in den Schleimhäuten einlagern – und das macht zum Beispiel den Schleim flüssiger.

Oft wird eine 0,9-prozentige Kochsalzlösung genutzt, es gibt aber auch Lösungen mit höheren Konzentrationen. Zwei- bis dreiprozentige Kochsalzlösungen haben zum Beispiel einen stärkeren Effekt. Aber: Nicht alle Pferde akzeptieren diesen „scharfen“ Nebel.

Auch Medikamente, zum Beispiel entzündungshemmende Präparate, können inhaliert werden. Selbstverständlich sollen Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt genutzt werden. Der Vorteil: Werden die Partikel klein genug vernebelt, kommen die Medikamente direkt dorthin, wo sie wirken sollen. Wichtig: Medikamente müssen mit der Maske vernebelt werden.

Pferd badet im See.
Foto: pixabay.com/suju-Foto (Symbolfoto)

4. Inhalieren: Solebox oder mobiles Gerät?

Mittlerweile gibt es in immer mehr Ställen eine Solebox. Ihr Vorteil: Pferde können ohne die Atemmaske inhalieren. Dazu ist der Aufenthalt in der Solebox wie ein Mini-Urlaub an der Nordsee. Heißt: Dein Pferd „atmet“ mit dem ganzen Körper die gesunde Salz-Luft ein. Dadurch kann eine Solebox zum Beispiel auch bei Sommerekzemen helfen. Bei einem mobilen Inhalator geschieht die Vernebelung direkt an den Nüstern. Dadurch kommt der gesunde Nebel auch direkt in den Atemwegen an.

5. Inhalieren: Vor oder nach dem Training?

Bei der maskenlosen Inhalation in der Solekammer oder in einem Inhalationsmobil ergibt die Inhalation vor dem Training Sinn. Durch den Nebel wird der Schleim verflüssigt. Durch die anschließende Bewegung und das Abschnauben wird er dann leichter nach draußen transportiert.

Wenn Dein Pferd Medikamente einatmet, gibt es Experten, die eine Inhalation nach dem Training empfehlen. Dadurch werden die Medikamente nicht ausgeschnaubt, sondern bleiben dort, wo sie wirken sollen. Dazu sind die Atmungsorgane nach der Bewegung besser durchblutet und dadurch lagern die Medikamente besser an.

Frau geht mit Pferd spazieren
Foto: pixabay.com/JillWellington (Symbolfoto)

6. Inhalieren – am besten mit Bewegung

Ruhige, tiefe Atemzüge sorgen dafür, dass der gesunde Nebel weit in die Lunge kommt. Deshalb ist eine leichte Bewegung ideal. Der Grund: Durch die Bewegung wird die Atmung aktiviert, Dein Pferd atmet tiefer und so kommt das Inhalat in die gesamten Atemwege. Du kannst Dein Pferd dafür führen oder Schritt reiten.

7. Immer auf Hygiene achten

Wenn Dein Pferd inhaliert, ist eins ganz wichtig: die Hygiene! Denn die Atemwege Deines Pferdes sind ja bereits angegriffen und wenn dann Keime oder Bakterien eingeatmet werden, kann das fatale Folgen haben. Deshalb: Das Inhalationsgerät muss nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt und auch regelmäßig desinfiziert werden. Dazu sollte es so sauber und staubfrei wie möglich aufbewahrt werden.

Tags: HustenInhalierenSolebox

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