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Hafer – 7 Fakten zum gesunden Korn

Anke Rottmann by Anke Rottmann
28. Januar 2026
Getreideunverträglichkeit beim Pferd betrifft häufig nur eine bestimmte Getreideart, zum Beispiel Hafer.

Foto: Adobe Stock/Annalene (Symbolfoto)

Früher gab es das Getreide in jedem Reitstall. Doch heute hat Hafer einen schlechten Ruf – dabei ist er für Pferde ideal. pferde.de nennt sieben Fakten zum gesunden Korn.

Hättest Du‘s gewusst? Hafer gibt es bereits seit Jahrtausenden in Europa. Schweizer Pfahlbauer bauten zum Beispiel bereits während der Bronzezeit etwa 2.400 vor Christus die Körner an. Dabei wuchs er vermutlich zuerst als „Unkraut“ auf Weizen- und Gerstenfeldern. Später begann der Hafer seine Karriere als Nahrungsmittel – erst als Tierfutter und dann auch für uns Menschen.

Doch heute schütteln viele Pferdebesitzer beim Thema Hafer den Kopf. Stattdessen füttern sie lieber Müsli. Und so wurde aus der Grundlage der Pferdefütterung ein Getreide mit schlechtem Ruf.

Doch hat Hafer den wirklich verdient? Und was steckt eigentlich in den kleinen Körnern? Hier 7 Fakten, die Du kennen solltest:

1. Volle Power für die Gesundheit

In den kleinen Körnern stecken viele gesunde Inhaltsstoffe. Denn das Getreide ist reich an Mineralstoffen (Kalium, Magnesium, Eisen, Calcium und Phosphor), Vitaminen (Vitamin B, Vitamin E) und Spurenelementen (Zink, Selen). Und es hat noch mehr Vorteile. Denn Hafer enthält unter anderem:

  • Schleimstoffe, die die Verdauung begünstigen, und
  • ungesättigte Fettsäuren, aber
  • keine Klebereiweiße (Gluten) wie Weizen, Dinkel oder Roggen, die eine Verkleisterung des Magens begünstigen können

Dazu steckt in den Körnern auch viel Lysin. Diese Aminosäure ist besonders wichtig für den Leber- und Muskelstoffwechsel.

Hafer, Pellets, dazu Gras und Heu - vielen Reitern reicht das nicht mehr.
Foto: Rottmann Photography

2. Pferde lieben Hafer

Du hast es bestimmt schon bemerkt: Pferde lieben Hafer! Das liegt vor allem an seinem süßlichen Geschmack. Aber auch an seinem hohen Fettgehalt. Im Schnitt haben die kleinen Körner einen Kohlenhydratanteil von 59 Prozent – und der besteht überwiegend aus leicht verdaulicher Stärke sowie sieben Prozent Fett. Das heißt: Sie liefern eine Menge Energie! Ein Kilogramm Hafer hat fast doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge Heu. Und damit kommen wir auch gleich zum nächsten Fakt…

3. Hafer macht Pferde wild – Mythos oder Wahrheit?

Seinen schlechten Ruf verdankt der Hafer dem Glauben, dass er Pferde wild macht. Daher kommt auch die Redewendung „Dich sticht der Hafer!“ Nur: Dass Pferde von den Körnern die Nerven verlieren – das ist wissenschaftlich nicht belegt. Tatsächlich ist das Getreide jedoch ein Energielieferant. Und futtert ein Pferd zu viel davon, dann hat es auch ganz viel Power…

Ein weiterer Vorwurf: Das Getreide hätte einen sehr hohen Eiweißgehalt. Dann müsste jedoch auch auf Gerste verzichtet werden. Denn: Hafer enthält nicht mehr oder weniger Eiweiß als Gerste.

Hafer auf Feld.
Foto: pixabay.com/markusspiske (Symbolfoto)

4. Ganzes Korn – oder gequetscht?

In Sachen Verdaulichkeit ist es im Prinzip egal, ob Du den Hafer im Ganzen oder gequetscht verfütterst. Ist Dein Pferd gesund, dann ist ganzer Hafer ideal. Die Körner kaut Dein Pferd länger – und dadurch wird das Futter stärker eingespeichelt. Das Plus: Das im Speichel enthaltene Bicarbonat puffert die Magensäure ab.

Hast Du ein älteres Pferd mit schlechten oder fehlenden Zähnen, dann solltest Du auf gequetschten Hafer setzen. Er ist auch besser für Fohlen und junge Pferde, die den Zahnwechsel noch nicht abgeschlossen haben. Wichtig: Gequetschter Hafer sollte innerhalb von 24 Stunden verfüttert werden. Denn beim Quetschen entsteht Haferöl und das wird schnell ranzig. Dazu neigt der gequetschte Hafer schneller zur Schimmelbildung.

5. Welche Farbe darf es sein?

Es gibt ihn in weiß, schwarz, gelb und grün. Dabei ist die Farbe eigentlich nicht entscheidend. Denn: Die Unterschiede zwischen den Hafersorten sind im Prinzip minimal – dafür sind die Preisunterschiede deutlich. Viel wichtiger ist die Qualität des Hafers. Und die kannst Du selbst testen – mit dem sogenannten Wasserglas-Test: Dazu füllst Du ein Glas mit Leitungswasser und gibst eine Handvoll Körner hinein.

Je mehr Haferkörner nach unten sinken, desto höher ist das sogenannte Litergewicht und damit auch die Qualität. Wird das Wasser sehr trüb? Dann wurden die Körner unzureichend gereinigt. Übrigens: Du solltest die Körner mindestens 30 Minuten im Wasser lassen. In dieser Zeit kann sich das Wasser rot oder schwarz verfärben. Das ist ein Hinweis auf Schimmelpilze.

Oft gibt auch der Geruch auch Auskunft über die Qualität. Riechen die Körner muffig oder säuerlich, kann man auch hier von einem Schimmelbefall und sehr schlechter Qualität ausgehen.

Hafer-Körner.
Foto: pixabay.com/_Alicja_ (Symbolfoto)

6. Hafer kommt immer auch hinten raus

Wenn Dein Pferd Hafer futtert, musst Du Dich nicht wundern, wenn Du in den Pferdeäppeln auch mal ganze Körner entdeckst. Denn: Pferde können die Körner nicht zu 100 Prozent verdauen. Die Verdaulichkeit liegt bei etwa 84 Prozent. Und das heißt: Es kommen auch immer wieder unverdaute Körner hinten raus.

7. Die richtige Menge macht’s

Die Frage nach der optimalen Menge Hafer lässt sich nicht leicht pauschal beantworten. Wichtig ist, dass Du weißt, wie viel Kraftfutter Dein Pferd überhaupt braucht. Das hängt zum Beispiel von der Rasse und natürlich vom Training ab.

Als Faustregel für ein 600 Kilo schweres Pferd mit mittlerer Arbeitsbelastung können theoretisch ein bis zwei Kilo Hafer täglich verfüttert werden. Wichtig dabei: Pferde können pro Mahlzeit zwischen 0,5 und 1 Gramm Stärke je Kilogramm Lebensmasse im Dünndarm verdauen. Ein Kilo Hafer enthält je nach Sorte und Erntezeit bis zu 600 Gramm Stärke. Und das bedeutet: Mit einem Kilo Hafer dürfte bei manchen Pferden schon die enzymatische Verdaulichkeit überschritten werden.

Tags: HaferPferdefütterungPferdegesundheit

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