Durch die Olympischen Spiele und den bisherigen Goldregen für Deutschland erhält der Reitsport wieder viel mediale Aufmerksamkeit. Und so kocht in der Reiterwelt aktuell nicht nur vor Freude, sondern auch vor Frust über. Denn der Reitsport wird aktuell heftig kritisiert – von den Medien, von Reiterinnen und von Nicht-Reitern. Warum das am Ziel vorbei schießt und was stattdessen angebracht wäre, schreibt unsere Kollegin Harriet Jensen. Ein persönlicher Kommentar.
Die Olympischen Spiele – das Ziel vieler Sportlerinnen und Sportler. Auch die Reitsportler sind da keine Ausnahme. Für Menschen, die mit Reitsport zu tun haben, steht die Sportlichkeit dieser Disziplin außer Frage: Gemeinsam mit seinem Partner Pferd muss der Mensch Aufgaben lösen.
Je nach Disziplin sind das Dressur-, Spring- oder Geländeprüfungen. Hinter den Athleten und Athletinnen liegen jahrelange harte Arbeit – damit sind sowohl die Pferde, als auch die Reiter gemeint. Um sich für Olympia zu qualifizieren, müssen sie bereits auf einem beachtlichen sportlichen Niveau unterwegs sein. Dass Reiten kein Sport sei, behaupten heutzutage nur noch diejenigen, deren Horizont stark verkürzt ist.
Der aktuelle Ton in den Medien ist dem Reitsport gegenüber dennoch ausgesprochen negativ. Unter anderem wird gefordert, die Reitsport-Disziplinen von den Olympischen Spielen zu verbannen. Immer wieder hört man laute Stimmen, die den Reitsportlern und -sportlerinnen vorwerfen, sie seien allesamt Tierquäler. Die Medien befeuern dies zusätzlich – denn bekanntermaßen müssen wir alle von etwas leben. Klicks sind unter anderem die Währung für Nachrichtenseiten und schlechte Neuigkeiten verbreiten sich nun einmal besser und schneller.
Deswegen ist es kein Wunder, dass viele, teilweise namhafte Medien sich ohne große Recherchearbeit dem Thema widmen, möglichst reißerische Überschriften verfassen und sich somit erhoffen, ein wenig der Reichweite des aktuellen Shitstorms abzukriegen. Mehrere Journalisten sind frei von Ahnung, dafür aber voll von Meinung. Qualitätsjournalismus sieht für mich anders aus.

Auch im Reitsport gibt es schwarze Schafe
Natürlich gibt es im Reitsport schwarze Schafe. Natürlich ist es wichtig, dass wir als Pferdemenschen Verantwortung übernehmen. Kritische Betrachtung ist im Reitsport, wie in allen anderen Bereichen auch, unfassbar wichtig, um nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren.
Dennoch zeigt guter Journalismus eben die komplette Wahrheit – und nicht nur eine einseitige, möglichst drastische und dramatische Beleuchtung eines Vorfalls. Nicht nur, dass hier sehr egoistisch gehandelt wird (im Sinne der maximalen Ausschlachtung einer Thematik um maximalen Profit daraus zu ziehen), es wird auch noch sehr kurzfristig gedacht.
Denn was das für den Reitsport langfristig bedeuten kann und wird, wenn man einseitige und schlichtweg falsche Nachrichten verbreitet, stört natürlich die werten Damen und Herren der Schöpfung nicht. Es werden Quellen genannt, die teilweise sehr veraltet sind oder aus anderen Ländern stammen – sprich: Die Pferdehaltung in Deutschland kritisieren und sich dabei auf Studien beziehen, die an Schweizer Pferden gemacht worden sind.
Kritisch sein, ja – aber bitte auch selbstkritisch
Neben den teils wirklich unqualifizierten Kommentaren von eindeutigen Nicht-Reitern und -Reiterinnen gibt es jedoch noch eine weitere, recht gefährliche Sorte Mensch, die sich in diese Diskussion einklinkt: Nämlich die selbst ernannten Pferdeprofis, die angeblich selbst Pferde halten und reiten, allerdings nicht auf „furchtbare Folterinstrumente“ zurückgreifen – wie beispielsweise Sättel und Trensen.
Schaut man sich auf den Profilen der Verfasser dieser Kommentare um, so stellt man schnell fest: Nein, auf olympischem Niveau seid ihr wahrlich nicht unterwegs, dafür hat das Pferd einen extremen Hängerücken, läuft auf der Vorhand und wird langfristige Schäden von dieser Reitweise davon tragen. Inkorrektes Reiten führt dazu, dass Pferde verschleißen.
Etwas, was sich Profisportler gar nicht leisten können, so böse das klingt.
Wer sich überhaupt auf ein Pferd setzt, muss sein Handeln in den Grundzügen ethisch hinterfragen, das ist nun einmal etwas, was wir Reiter zwangsläufig tun müssen. Man kann nicht laut meckern, sein eigenes Handeln jedoch nicht hinterfragen, nur, weil man nicht über große Hindernisse fliegt oder Piaffe und Passage reitet. Ist ein Pferd korrekt ausgebildet, so kann es das Reitergewicht optimal tragen. Ist es das nicht und läuft platt gesagt nur auf der Vorhand herum, so sind kaputte Beine und andere Wehwehchen vorprogrammiert.
Korrektes Reiten bedeutet Gesunderhaltung.
Überlastung hingegen kann die Pferde kaputt machen.

„Man muss sich nicht für eine Seite entscheiden“
Überlastung kann übrigens auch sein, wenn man sein Pferd, weil man es ja so lieb hat, nur alle zwei Wochen mal für einen vier Stunden Ausritt aus dem Offenstall holt. Dann hat das Pferd weder die Muskeln, noch die tatsächliche Kondition, um diesen Ausritt zu meistern. Kondition bedeutet übrigens nicht, dass das Pferd wieder daheim ankommt – es bedeutet, dass das Pferd auch am Folgetag nicht völlig erschöpft ist und die zwei Wochen bis zum nächsten Ausritt zur Regeneration braucht.
Natürlich gibt es auch unter den Freizeitreitern, die keine Turniere reiten und sich Reitweisen zuwenden, die keine Olympischen Disziplinen sind, die ihre Pferde korrekt reiten und sie im Sinne der Skala der Ausbildung ausbilden und damit zu ihrer Gesunderhaltung beitragen und überhaupt die Voraussetzung schaffen, dass diese Pferde sie tragen können. Keine Frage.
Genauso wenig steht jedoch zur Debatte, ob es unter den Sportreitern nicht auch viele gibt, die sich für das Wohl ihrer Pferde einsetzen. Man muss sich nämlich nicht für eine Seite entscheiden.
Es gibt nicht nur Freizeitreiterei in Kombination mit Tierwohl und Sportreiterei in Kombination mit Tierqual.
Dieses Schwarz-Weiß-Denken spaltet die Reitgemeinschaft, deren Zusammenhalt in der aktuellen Zeit eigentlich so wichtig wäre. Aber dass sich Reiter und Reiterinnen gegenseitig gerne an die Gurgel gehen, ist eigentlich nichts Neues.

Was ist Tierquälerei im Reitsport – und wo fängt sie an?
Der Reitsport befindet sich aktuell massiv im Wandel, die Haltung der Tiere wird überdacht, es entstehen immer mehr neue Stallkonzepte und die Ausbildung von Pferd und Reiter wird revolutioniert. Die Basis ist immer der Amateursport. Was wir machen, übt automatisch auch Druck auf den Profisport aus. Deswegen sollten wir mit positivem Beispiel vorangehen, statt immer mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Dass Profireiterinnen wie Ingrid Klimke und Jessica von Bredow-Werndl ihre Pferde viel auf den Weiden haben und ihnen ein abwechslungsreiches Programm bieten, zeigt sich nicht nur in ihrer konstant guten Leistung, sondern auch in der Verbindung, die sie zu ihren Pferden haben. Diese Pferde kommen teilweise so viel mehr raus, als die meisten Pferde von Amateurreitern in Amateurställen – doch da kräht kein Hahn nach, denn diese Pferde gehen schließlich keine schweren Prüfungen.

Die Frage drängt sich dann schon sehr schnell auf: Was ist denn eigentlich Tierquälerei? Fängt die erst ab einer gewissen Klasse auf den Turnieren an? Oder ist bereits das, was Lisa und Marianne im heimischen Reitstall machen Tierquälerei? Wenn sie beispielsweise dem Pferd eins drüber zwiebeln, weil sie selbst die Distanz zum Steilsprung nicht gesehen haben? Oder wenn sie das Pferd durch eine A Dressur treten? Oder ist das alles noch völlig in Ordnung, weil sie halt eben nicht ihre Pferde auf einen anderen Kontinent fliegen?
„Mehr Einheit, mehr Feingefühl, mehr Bedacht, mehr Weitsicht“
Schwarze Schafe gibt es. In jeder Sportart. Auch im Reitsport. Und diese Negativbeispiele gehören aus dem Verkehr gezogen. Und zwar gestern – da sind wir uns alle einig. Warum also nicht lieber an einem Strang ziehen, als mal wieder mit dem Finger auf andere Leute zu zeigen und die schlimmen Seiten in den Vordergrund zu rücken? Teilweise nicht mal mit noblen Absichten? Jetzt ist der Moment, in dem man gemeinsam eine Einheit bilden kann. Man muss nicht mit allem übereinstimmen, was andere machen – aber sollte dennoch über den eigenen Tellerrand hinausblicken und auch seine eigene Denkweise kritisch hinterfragen.
Denn nicht alles, was anders als das ist, was man selbst tut, ist automatisch falsch. Gerade im Pferdesport führen viele Wege nach Rom und Urteile werden durch kritisches Halbwissen schnell gefällt.
Ein international erfolgreicher Reiter stellt seine Pferde nicht auf die Weide? Dann tun das die anderen automatisch auch nicht. Eine Reiterin sieht ihre Pferde nur als Sportgerät an? Dann tun das die anderen automatisch auch.
Mehr Einheit, mehr Feingefühl, mehr Bedacht, mehr Weitsicht. Das wäre momentan angebracht. Von allen Seiten: Den Reitern, Pferdemenschen und eben auch denjenigen, die mit diesem Sport nichts zu tun haben und sich von daher eigentlich das kleinste Urteil erlauben dürften. Doch das bleibt wohl Wunschdenken.
So lange wird unser Sport weiter in den Medien demontiert. Und wir Reiterinnen und Reiter zerfleischen uns gegenseitig.









Ein sehr durchdachter , differenzierter Klasse Kommentar. Kann ich 100 Prozent unterschreiben.
Ich habe selber 2 Pferde, mein Sohn reitet Turniere. Wir sorgen uns sehr um unsere Pferde, täglicher Koppelgang, tägliche Bewegung, Abwechslung in der Beschäftigung usw. Und zur Zeit ist man durch Olympia wieder dieses einseitigen reißerischen Kommentaren ausgeliefert und muss sich ständig rechtfertigen oder wird sogar als Tierquäler hingestellt. Von Leuten, die wirklich keine Ahnung haben. Dss mscht wptend und traurig.
Ganz großes Lob an der Verfasser dieses Artikels.
Liebe Grüße
Ulrike Moock-Engelhardt
👍👍👍👍
Super Artikel! Richtig toll und seriös. Sehr sachlich.
Danke für diesen tollen Artikel!
Sehr guter Artikel, was das „Drama“ im Fünfkampf angeht, meiner Ansicht nach hat hier zunächst und zu allererst der Tierarzt versagt, der sofort hätte erkennen müssen, dass dieses Pferd nicht in der Lage ist, den Parcours ein zweites Mal zu durchlaufen. Unfairness des Tierarztes gegenüber diesem Pferd, gegenüber den Athleten (keiner hätte das verdient) und unfair auch diesem tollen Sport gegenüber. Die Lösung wäre zukünftig, die Sportler dürften ihr eigenes Pferd reiten, mit dem sie jahrelang vertraut sind, dass sie aufgebaut haben und nicht irgendein Pferd, dessen Besitzer sich vielleicht auch nur profilieren wollen.
Christine
Soweit ich weiß ist der TA nur für die körperliche Einsatzfähigkeit zuständig. Da das Pferd im Vorfeld dermaßen schlecht an die Sprünge herangeritten wurde, hatte es nun ein mentales Problem. U das Deja Vu u im Anschluss die völlige Verweigerung kam als es in der zweiten Runde dann ebenfalls nicht passte. Ich kann das Pferd verstehen
Endlich mal ein Bericht der beide Seiten gut widerspiegelt und nicht alles schlecht redet. Habe auf Instagram auch einige Veganer entdeckt die jetzt meinen auch noch ihren Senf dazu zugeben. Reiten ist nicht zwingend schlecht fürs Pferd. Der Mensch kann es jedoch dazu machen. Die meisten Menschen wollen aber, lange etwas von ihrem Partner haben 🙂
Jegliche Art von WETTKAMPF, in den Tiere einbezogen werden, gehört VERBOTEN!
Wenn der Mensch es nötig hat, sich irgendwie zu beweisen, dann soll er es tun – freiwillig, mit und ohne Spaß, wie auch immer es ihm beliebt. Ob sich Menschen beim Boxkampf die Gesichter zerschlagen, sich die Gelenke durch exzessives Training ruinieren……bitteschön! Wem’s gefällt!
Aber, dass es heute überhaupt noch erlaubt ist, Tiere zu „benutzen“, um seine persönlichen Defizite zu kompensieren, zeigt, dass unsere soganannte „Zivilisation“ weit hinter den Naturgesetzen zurücksteht und ist ein Grund dafür, dass ich mich schäme, der Spezies „Mensch“ anzugehören.
Seit ich 18 bin (lange her), leben bei mir Hunde, Katzen, Pferde, Schafe, Hühner….., ziehe ich Rehkitze, Igelkinder, Vogelbabies….auf.
Alles beruht auf liebevoller, aber absoluter Konsequenz (vor allem bei den Hunden), bedingungslosem Vertrauen und Verständnis.
Wenn ich mit einem Pferd mit Halfter und sonst NICHTS unterwegs bin, dann zeigt das, dass die Kommunikation stimmt.
Aber alle Foltermethoden – die widerlichsten Metallwerkzeuge im Mund der Tiere, Gerten, Sporen, Maulsperren, Ausbinder……alles Zwangsmassnahmen, um dem Tier bestimmtes Verhalten aufzuzwingen.
Jaaa, ich weiß – richtig angewendet sind Sporen, Gerten etc feine Hilfegebungen, aber Hallo – das ist meist Wunschdenken.
Und warum funktioniert es denn nicht mit Halfter und Strick? Weil das Tier es meist freiwillig nicht möchte.
Genauso ist es im Hunde“sport“. Ein Blick hinter die Kulissen – einfach nur fürchterlich!
Sicherlich ist nicht jeder Reitende ein Tierquäler. Doch geht es, um auf dem Treppchen ganz oben zu stehen, nicht ohne Härte für Ross und Reiter. Ich war als Freizeitreiter viele Jahre mit meiner Stute unterwegs und habe irgendwann aufgehört, jede Art von Turnieren als Zuschauer zu besuchen. Bereits die Vorbereitungen darauf, ließen mich oft erschaudern. Was so leicht im Dressurritt wirkt, bedarf zuvor harten Trainings, das keineswegs ohne Sporen und Gerte erfolgt. Die Pferde, die das nicht verkraften, werden – gerade bei zahlungskräftigen Pferdesportlern – „ausgetauscht“ und bleiben auf der Strecke. In der Zeit, in der ich ein Pferd hatte, tauschten nicht wenige ihr Reitmaterial, das sie zuvor lauthals als ihren liebsten vierbeinigen Gefährten gepriesen hatten, wie ihre Socken . Verschwindend gering die Zahl derer, die ihre Reitansprüche den Fähigkeiten ihres vierbeinigen Reitkameraden anpassen…leider. Reitsport und Tierliebe – ein Thema für sich.
Okay, also um diesen relativierenden und beschönigenden Artikel mal auf das Wesentliche zu reduzieren…
Pferde prügeln ist okay ja?
Wenn sich ein Nichtreiter über prügelnde Reiter beschwert tut er das aus mangelndem Fachwissen heraus ja?
Und dann soll man besser drüber nachdenken, seine eigene Sichtweise zu hinterfragen ja?
🤦♂️
Bravo Ricki Sanchez, hast es voll auf den Punkt gebracht.
Ich gratuliere zu diesem gelungenen Artikel 🙂
Sehr gut geschrieben!
Sehr geehrte Frau Jensen,ich denke schon ,daß das Reiten ein Sport sein kann. Man sollte aber das Wohl der Tiere an erster Stelle setzten und das fängt schon bei der Haltung an,vom Stall bis zur Wiese .Meiner Enkeltochter würde ich gerne das Reiten ermöglichen,habe aber in unserem Umfeld noch keinen Verein gefunden, bei dem ich das Gefühl hatte,die Pferde werden hier gut versorgt und die Boxen sind groß genug. Kritik am Reitspoet gibt es nicht erst seit heute,die gab es schon zu den Zeiten von Paul Sch.. Die Medien sollten die guten und schlechten Trainingsmethoden des Reitsports ruhig zeigen dürfen. Ein Pferd ist eigentlich ein Fluchttier und geht Hindernissen eher aus dem Weg als sie zu überspringen. Es Bedarf viel Liebe und Geduld, bis dies gelingt. Sie haben den Sattel erwähnt,ein guter Sattel der auf das Pferd abgestimmt ist ,kostet viel Geld und das will oder kann scheinbar nicht jeder Reiter seinem Pferd geben und fängt die Quälerei nämlich schon an und man sollte auch zugeben können ,daß teuer Pferde ihr Geld auch wieder einbringen müssen und das endet nach der Reitzeit nicht mit einem verdienten Lebensabend sondern mit der Deckung und der Besamung der Pferde.
Ein toller Artikel, danke dafür. Leider muss unser Sport sich aber genau diesen Meinungen – jenen von Zuschauern, die über wenig oder kein Fachwissen verfügen – stellen, da führt kein Weg dran vorbei. Ich versuche als Reiterin, mir das ganze als „Ahnungslose“ vorzustellen : Pferde werden eingeschläfert (Bsp. Schweiz in der VS)=oh mein Gott, das arme Tier, diese Tierquäler, das wäre vermeidbar gewesen! Als Reiterin sage ich: vermutlich die korrekte Entscheidung, bitter, aber so etwas passiert leider, Pferd und Reiter waren aber ohne Zweifel ein tolles Team, sie hatten unfassbares Pech. Deswegen alles abschaffen? So, zwei völlig unterschiedliche Perspektiven. Ich kann beide gut nachvollziehen. Es ist und bleibt ein sensibles Thema, da wir (die Reiter) mit „schützenswertem Gut“, unseren geliebten Vierbeinern, umgehen. Natürlich kommen da schnell diese negativen Kommentare, denn die Pferde können sich nun einmal kaum wehren. Das, sage ich als Reiterin, wollen sie oft auch gar nicht, haben gar Spaß an der harten Arbeit.
Allerdings wäre es schon besser, auch auf die negative Berichterstattung konstruktiv zu reagieren, einiges im Regelwerk stimmt in der Tat nicht und führt dazu, dass man sich nicht wundern darf, wenn Menschen, die nur zusehen und selbst nichts mit Pferden zu tun haben, fassungslos zurück bleiben.
Eine Schande ist und bleibt, dass Reiterinnen wie Werth oder von Bredow-Werndl automatisch unterstellt wird, mit Hyperflexion zu arbeiten oder dergleichen, Katastrophe, halten gerade diese Reiterinnen (und viele mehr!) die „pro Pferd“-Flagge hoch und zeigen, was als großes Ganzes heraus kommt, wenn man es richtig macht.
Schön wäre in jedem Fall, wenn Pferde wie Totilas nicht mehr bejubelt würden von denen, die nicht wissen, was Rahmenerweiterung bedeutet (nur ein banales Bsp.) und die sich heute plötzlich ach so toll mit Rollkur etc. auskennen. Keiner von ihnen kennt das Gefühl, auf einem hervorragend ausgebildeten Pferd zu sitzen geschweige denn das, welches im Gegensatz dazu schockiert, wenn man auf einem mit Gewalt zusammen gezogenen Pferd sitzt, was sofort zügellahm geht, wenn man „zu schwach in den Armen ist“ (alles schon erlebt), da muss ich auch sagen: ich fürchte, viele der aktuellen Halter haben dieses Pferd, vor allem einen der Reiter, die man als schwarzes Schaf bezeichnen kann, umjubelt, obwohl DAS nun einmal wirklich in Richtung Tierquälerei ging. Es ist schwer, das richtige Maß zwischen Lob und Kritik zu finden.
Was ich traurig fand, war die Botschaft, die der neueste olympische Vorfall beim Fünfkampf übermittelte: „der Gaul muss funktionieren, wenn nicht, hau rauf“. Es muss nicht debattiert werden, ob es wirklich üble Schläge waren usw., oder nicht. Wer ganz oben sportlich dabei ist, egal ob Fünfkampf anderen Regeln als der reine Reitsport unterliegt, trägt eine große Verantwortung für sich und auch die, die zusehen. Wir müssen den Eindruck ernst nehmen, den wir erwecken und gleichzeitig ein Bewusstsein dafür schaffen, was im Artikel klasse angesprochen wurde: ja, Missstände sind da, aber auch tolle Reiter auf wunderbaren Pferden. Differenzieren, differenzieren, differenzieren. Am Ende sind wir Menschen und machen Fehler, und am Ende ist jedes Pferd ebenso individuell wie sein Reiter. Doch wenn die Chemie nicht stimmt, sollte man die Stärke besitzen, sich das einzugestehen.
Endlich ein Journalist der seine Arbeit perfekt versteht und auch Excellent umsetzt. Mit jeder Silbe sagen sie genau das Richtige. Besser kann man es nicht formulieren.
Vielen Dank für diesen Beitrag, Sie sprechen mir aus der Seele!
Ich wünsche allen Reitern dieser Welt die ihren Pferden Schmerzen zufügen, dass sie im nächsten Leben selbst als Pferd geboren werden, und dann werden sie vielleicht verstehen wie es ist Qualen durch Menschen Tag und Nacht ertragen zu müssen 😫
Bravo! Toller Artikel! Genau so sehe ich das auch!
Das was die mit den Tieren machen ist der absolute Wahnsinn …die Tiere werden gequält ..vor allem macht kein Pferd in der Natur freiwillig solche Dinge ..wie über Hürden springen…
Kein Pferd bewegt sich in der Natur zu Musik
Ein schlecht behandeltes oder gar schlecht gepflegtes Pferd bringt keine Leistung.Was wollen die Kritiker???.Die Hobbyleute dagegen von denen keiner spricht denken wohl das sie es gut meinen.Denken aber meistens leider zu menschlich.Die Profis haben genaues artgerechtes Handeln.
Es gibt nicht viele Verschiedene Arten des Reitens.Es gibt nur zwei.
GUT oder SCHLECHT.
Pferde fördern das Beste im Menschen die Toleranz.
Ich frage mich, was Harriet Jensen eigentlich mit diesem Artikel aussagen möchte?
Ich habe mir verschiedene Sätze (in ‚…‘ gesetzt) heraus genommen, um sie näher zu bedenken:
‚Dass Reiten kein Sport sei, behaupten heutzutage nur noch diejenigen, deren Horizont stark verkürzt ist.‘
Was beinhaltet diese Aussage? War er doch eigentlich diffamierend formuliert eliminiert er sich nach meinem Verständnis an sich selbst. Reiten SOLLTE NIE Sport sein, sondern immer nur Kunst. Hier beginnt für mich bereits der Fehler im System.
‚Unter anderem wird gefordert, die Reitsport-Disziplinen von den Olympischen Spielen zu verbannen. Immer wieder hört man laute Stimmen, die den Reitsportlern und -sportlerinnen vorwerfen, sie seien allesamt Tierquäler.‘
Wen wundert das? Reitkunst ist auf Turnieren eher selten anzutreffen, geht es doch im Vordergrund um den Erfolg des Reiters nicht um die Harmonie zwischen Reiter und Pferd.
‚Die Medien befeuern dies zusätzlich – denn bekanntermaßen müssen wir alle von etwas leben. Klicks sind unter anderem die Währung für Nachrichtenseiten und schlechte Neuigkeiten verbreiten sich nun einmal besser und schneller……. Mehrere Journalisten sind frei von Ahnung, dafür aber voll von Meinung. Qualitätsjournalismus sieht für mich anders aus.‘
Kann ich voll zustimmen. Nur durch diesen Sensationjournalismus stehen wir vor unserem Dilemma, wie wir es im Corona Irrsinn wahrnehmen können.
‚Natürlich ist es wichtig, dass wir als Pferdemenschen Verantwortung übernehmen. Kritische Betrachtung ist im Reitsport, wie in allen anderen Bereichen auch, unfassbar wichtig, um nicht den Blick für das Wesentliche zu verlieren.‘
Bitte gerne, auch an die eigene Nase fassen, ich nehme mich nicht aus!
‚Inkorrektes Reiten führt dazu, dass Pferde verschleißen.
Etwas, was sich Profisportler gar nicht leisten können, so böse das klingt. ‚
Tatsächlich?? Ich möchte nicht wissen, wieviele Pferde es bei den Profis nicht geschafft haben. Wieviele sind mental oder körperlich zerbrochen und konnten dem immensen Druck nicht standhalten? Warum müssen die Pferde immer mehr „go“ haben?
‚Wer sich überhaupt auf ein Pferd setzt, muss sein Handeln in den Grundzügen ethisch hinterfragen, das ist nun einmal etwas, was wir Reiter zwangsläufig tun müssen. Man kann nicht laut meckern, sein eigenes Handeln jedoch nicht hinterfragen, nur, weil man nicht über große Hindernisse fliegt oder Piaffe und Passage reitet.‘
Uneingeschränkte Zustimmung!
‚Ist ein Pferd korrekt ausgebildet, so kann es das Reitergewicht optimal tragen. Ist es das nicht und läuft platt gesagt nur auf der Vorhand herum, so sind kaputte Beine und andere Wehwehchen vorprogrammiert.‘
So ist es. Um so mehr verwundert es, wie auf großen Turnieren geritten wird. Gerade dort entstehen Vorbilder. Um so fataler, wenn dem Publikum jahrelang Spektakularität als gutes Reiten vorgeführt wird. Auf diese Weise wird der Blick in die Irre geführt.
‚Korrektes Reiten bedeutet Gesunderhaltung.
Überlastung hingegen kann die Pferde kaputt machen. ‚
Und so sollte es auch immer im Vordergrund stehen. Dressur bedeutet die Gymnastizierung des Pferdes zur Gesunderhaltung, wenn es einen Reiter tragen soll. Das sollte sowohl im Profi- als auch im Amateurbereich höchstes Gebot sein.
‚Dieses Schwarz-Weiß-Denken spaltet die Reitgemeinschaft, deren Zusammenhalt in der aktuellen Zeit eigentlich so wichtig wäre. Aber dass sich Reiter und Reiterinnen gegenseitig gerne an die Gurgel gehen, ist eigentlich nichts Neues.‘
Diese Aussage verstehe ich nicht. In dem Sinne, wenn wir nur zusammenhalten passiert uns nichts? Das ist pervers. Kontroverse und Dialog sind in meinen Augen gefragt. Unschöne Entwicklungen lassen sich nicht durch „zusammenhalten“ zurechtrücken. Schwarz-Weiß-Denken? Es gibt mehrere Wege, die nach Rom führen, dem kann ich entsprechen. Wo aber hört Schönheit auf und fängt Tierquälerei an? Diese Frage darf oder muss sich jeder stellen.
‚Diese Pferde kommen teilweise so viel mehr raus, als die meisten Pferde von Amateurreitern in Amateurställen – doch da kräht kein Hahn nach, denn diese Pferde gehen schließlich keine schweren Prüfungen.‘
Da krähen nicht nur Hähne sondern auch Hennen. Es gibt genug Pferdebesitzer, die sich mehr Weideaufenthalt wünschen. Wie aber sieht die Realität aus? Unseren Pferden stehen in vielen Ställen nur ein geringerTeil ihrer Zeit als Weideaufenthalt zu Verfügung. Es gibt zu viele Pferde. Soviel Weidefläche steht gar nicht zur Verfügung. Ein Privileg, wer anders handeln kann, beneidenswert. Erkenne ich da Schwarz-Weiß-Malerei?
‚Die Frage drängt sich dann schon sehr schnell auf: Was ist denn eigentlich Tierquälerei? Fängt die erst ab einer gewissen Klasse auf den Turnieren an? Oder ist bereits das, was Lisa und Marianne im heimischen Reitstall machen Tierquälerei? Wenn sie beispielsweise dem Pferd eins drüber zwiebeln, weil sie selbst die Distanz zum Steilsprung nicht gesehen haben? Oder wenn sie das Pferd durch eine A Dressur treten? Oder ist das alles noch völlig in Ordnung, weil sie halt eben nicht ihre Pferde auf einen anderen Kontinent fliegen?‘
Berechtigte Fragen, die sich jeder stellen muss.
Ich vermute, dass Harriet Jensen auf der einen Seite den schlechten Journalismus und auf der anderen Seite die maßlosen Kritiken in Frage stellt und das zurecht. Zu kurz gedacht ist meines Erachtens die Entwicklung im Profi Pferdesport. Der Fisch stinkt am Kopf, besagt das Sprichwort. Der Profisport ist Vorbild und muss sich als solches vorbildlich verhalten.
Ein sehr sachlicher und wohltuender Kommentar. Ich bin als absoluter Laie seit Kindestagen ein Fan des Galopprennsports und frage mich schon lange, warum Leistungsprüfungen nicht ohne Peitsche durchgeführt werden können. So würden doch Rennen auch mit vergleichbaren Mitteln durchgeführt werden können. Beim Dressur- und Springreiten begeistert mich die meist spürbare Einheit zwischen Pferd und Reiter. Nun hat der Fünfkampf in Tokio in der Tat verstörende Bilder geliefert, die irritierend wirkten. Und die um die Welt gingen. Und Empörung hervorrufen. ABER: Dass jeder Bauer seine Pferde mittels Schlägen in den Stall treiben, jeder Kutscher seine Pferde mit der Peitsche dirigiert – scheinbar uninteressant. Weil der Öffentlichkeit vorenthalten. Das ist reichlich verlogen. Ich bin sicher, dass Pferdebesitzer ihre kostbaren Geschöpfe (in der Regel) nach bestem Wissen und Gewissen behandeln. An den wahren Verbrechern der ganzen olympischen Chose (Herr Bach adelt Herrn Lukaschenko noch für seinen vorbildlichen Einsatz) scheint ja niemand kratzen zu wollen. Fazit: Die Szene um Annika Schleu und ihre Trainerin lässt mich am Procedere des Wettbewerbs zweifeln, das Gehabe der Funktionäre einfach nur kotzen!
Sehr gut geschrieben und so wahr !!! Danke !
Ich muss als Reiter nicht etwas tolerieren, nur um der „Reiterwelt“ nicht zu schaden!
Ich muss auch kein Profi sein, um zu sehen, dass hier ein Pferd geschlagen wird!
Dass es genug weitere Negativ-Beispiele auch im Freizeitbereich gibt und auch absolut vorbildliche Profi-Reiter, steht gar nicht zur Debatte!
Lassen Sie uns bei DIESEM Fall bleiben: er ist absolut unvorbildlich!
Die Kunst ist nicht, das Pferd über Hindernisse prügeln zu können! Die Kunst daran ist, dass es das Pferd gemeinsam mit dem Reiter tut! Ohne Gewalt!
Das zeugt von Pferdeverstand, Empathie, sinnvollem Training und vertrauensvoller Beziehung.
Einem Pferd die Sporen reinknallen und draufkloppen kann streng genommen JEDER, der es auf ein Pferd hinauf schafft!
Das ist keine Kunst, das ist erbärmlich!
Und wer so überzeugt von sich ist, dass er bei Olympia startet, von dem kann man einfach ein bisschen mehr erwarten!
Ansonsten muss man zwangsläufig damit rechnen, Stellung beziehen zu müssen…
Wer in die Öffentlichkeit geht, muss mit der Öffentlichkeit umgehen können…wer total versagt, kann nicht erwarten, dass die Öffentlichkeit höflich wegschaut.
Schließlich wollen sie ja auch alle Applaus auf dem Treppchen…!
Je besser und erfahrener ein Reiter ( lt.Ihnen ja ziemlich gut, weil Olympia-Teilnehmer), desto mehr kann ich wohl erwarten, dass er sich anständig und gewissenhaft benimmt!
Freizeitreiter sind auch oft nicht besser?
Okay! Aber das verändert ja die Tatsache nicht, dass es falsch ist, ein Pferd so zu schlagen!
Weil es andere auch machen, wird’s nicht besser!
Und dass Spitzensportler ihre Pferde immer schon logischerweise gesund erhalten müssen…naja…oft genug werden sie kurzfristig verheizt und sind dann unbrauchbar…auch eine Realität!
Bin zufällig auf diesen Artikel gestoßen. Ich bin früher auch viel und gerne geritten und habe selten die gängigen Praktiken hinterfragt. Inzwischen bin ich aber zum einiges älter. Ich liebe Pferde noch immer und das ist der Grund, warum ich nicht mehr reite. Pferde sind hochsensible FLUCHT-Tiere. Es liegt nicht in ihrer Natur, über Hindernisse zu springen, die fast so hoch sind wie sie selbst oder trippelnde Bewegungen auf der Stelle zu machen. Und dann auch noch mit Gepäck auf dem Rücken, das fast 20 % ihres eigenen Körpergewichts ausmacht (man stelle sich vor, ein 100kg schwerer Mensch springt mit einem 20kg Rucksack über Hindernisse) Aber wie Menschen bringen sie dazu. Viele tun das sicherlich mit Hingabe und Einfühlungsvermögen. Kein Pferd auf der Welt kommt jedoch von alleine auf die Idee, diese Turnübungen zu veranstalten. Von Hindernissen, auf deren anderer Seite Wasser wartet, will ich gar nicht erst anfangen.
Der Mensch denkt, er wäre die Krone der Schöpfung, indem er sich alles zu Eigen macht und denkt, er tue damit Gutes. In Wahrheit macht er aber alles kaputt.
Es gibt so viele schöne Bodenübungen und andere Aktivitäten, mit denen sich Vertrauen zu einem Pferd aufbauen lässt und an dem Zwei- UND Vierbeiner Spaß haben. Wieso müssen wir uns im 21. Jahrhundert immer noch auf ein Lebewesen setzen, als gehörte es uns? Pferde sind keine Sportgeräte und keine Fortbewegungsmittel.
Hallo
Wäre ich ein Pferd, würde ich „nein“ sagen. Die Liebe des Unterdrückten, zum Unterdrücker, nennnt man Stockholm-Syndrom. Ein Blick auf die Geschichte der Unterdrückung zeigt, daß noch niemals die Täter freiwillig, dem Elend ein Ende setzten. Immer wurden die Greultaten, mit den eigenen Interessen gerechtfertigt. Dieser Artikel verharmlost, was sich objektiv nicht verharmlosen lässt. Das Verursachen von Schmerzen, bei anderen, zum Eigennutzen. Sucht euch doch bitte ein ethisch sauberen Beruf/Hobby.
Joe
Ganz toller Artikel! Danke
Dieser Bericht spricht mir aus dem Herzen. Er stellt das im ‚kleinen Bereich der Reiterei dar, was generell in unserer Gesellschaft das größte Problem zur Zeit ist.
Vielen Dank für diesen Artikel. Er spricht mir aus dem Herzen. Es gibt nichts zu ergänzen.
Wohl das Beste das seit dem „Vorfall“ überhaupt geschrieben wurde!!!
Ja, die lieben Medien.
Im Text steht es ziemlich am Anfang sehr richtig da: „reißerische Überschriften“.
Das muss so sein, denn mit Emotionen, die dadurch aufgebaut werden, wird in den Medien Geld verdient. Dazu noch ein paar Bilder, die symbolisch für alles negative in einem Thema stehen und dann das wiederholte Breittreten von Fehlern, die von einzelnen Leuten begangen werden (zB Sprachaufzeichnungen, die tatsächlich schlimm sind und somit wie Zucker für die Medien sind („hau drauf!“) („hol dir die Kameltreiber“)). Diese Leute mussten Olympia zu Recht verlassen. Aber es sind nur Einzelfälle, die von den Medien dankbar genutzt werden. Die Sensation ist es, die den Profit in der Berichterstattung bringt – die negative Sensation.
Total langweilig: wer will denn hören/sehen, wie wertvoll, therapeutisch eine Pferd- Menschbeziehung ist, für die Seele. Was für eine tolle Bindung mit tatsächlicher Liebe zwischen Pferd und Mensch aufgebaut wird. Wie gut Reiten dem menschlichen Körper tut und auch dem des Pferdes, zu erkennen durch Muskelaubau und das Erscheinungsbild des Tieres, dass unseren Blick in seiner Nähe sich kaum losreißen lässt?
Nein, negative Emotionen lassen sich besser an die breite Masse verkaufen. Und bei Wiederholung wird das Publikum schnell zu „Fachleuten“, die sich dann anmaßen zu behaupten, sie wüssten tatsächlich etwas darüber, obwohl sie derart weit weg von irgendeinem Kontakt damit sind….
Ein eklatantes Beispiel: man nehme einen Kanister eines Pflanzenschutzmittels, das mittlerweile jeder kennt. Man kann den Kanister (15l) drehen und wenden, wie man will, die beiliegende Gebrauchsanweisung öffnen, darin suchen. Aber vergebens: man findet kein Warnzeichen, dass es sich überhaupt um einen Gefahrstoff handelt. Denn es ist kein Gefahrstoff. Klar: es ist das Mittel Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat.
Keine wissenschaftlich fundierte, positive Aussage für das Mittel, kann gegen die negative Emotion wirken, die ihm durch die Medien angehaftet wurde. So werden die Menschen beeinflusst. Keiner weiß tatsächlich etwas darüber, aber jeder hat eine Meinung.
Das einzige, worauf man am Ende hoffen kann, ist der intelligente Menschenverstand. Und damit schwindet meine persönliche Hoffnung……
Klar, schwarze Schafe gibt es überall. Aber die dürfen nicht als Maßstab gesehen werden. Und es ist gerade heutzutage sehr leicht, zu polarisieren und Meinungen, ob gut oder schlecht, zu verbreiten. Wie ich grad in diesem Moment, hier.
Leider passiert das auch mit dem Reitsport.
Wenn ich neben einem Pferd stehe, fühle, wie sich ein Vertrauen des Tieres zu mir aufbaut, seinen Hals streichele…. Komme ich runter, jeglicher Stress fällt von mir ab, ich werde ruhig. Die Bewegung zu spüren, die Muskeln, die Wärme des Pferdes, wie gut das meinem Rücken tut, meinem Körper… Absteigen und Lächeln – mit dem Pferd zusammen.
Lächeln vor Glück.
Hast ja so recht!!!
Ein Pferd muss seinen Reiter kennen im bedingungslos vertrauen Pferd und Reiter müssen eine Einheit bilden nur so funktioniert das. Nicht wie bei der Olympiade das Reiter und Pferd sich garnicht kennen da ist vieles schon vorprogrammiert wie Angst Panik Verweigerung der Pferde. Die Basis ist und bleibt Vertrauen vom Pferd zum Reiter und auch umgekehrt das kann aber nicht funktionieren wenn beide sich nicht kennen.
hervorragender Artikel!!! Was die PETA-Leute jetzt machen – Anzeige usw. – ist an Scheinheiligkeit und Populismus und Unkenntnis nicht zu überbieten. Aber es ist ja eine schöne Gelegenheit sich in der Öffentlichkeit mal wieder zu präsentieren.