Wenn es heiß wird, kommen nicht nur wir Menschen ins Schwitzen – auch Pferde haben mit der Wärme zu kämpfen. Da tut ein bisschen Extra-Pflege gut. pferde.de hat 7 heiße Tipps für Haut und Haar für dein Pferd im Sommer.
Der Sommer ist für die meisten Menschen die schönste Jahreszeit. Doch für Pferde bedeuten die steigenden Temperaturen vor allem eins: Viel Stress. Dabei sind Pferde in Sachen Kälte und Wärme extrem anpassungsfähig. Ihre optimale Temperatur liegt nämlich zwischen -7 Grad Celsius und +25 Grad Celsius.
Trotzdem gilt: Bei Wärme brauchen Pferde ein bisschen Extra-Pflege. Und das besonders für Haut und Haare. Denn: Die Haut ist das größte Organ der Pferde. Und sie hat eine wichtige Funktion: Sie ist das „Schutzschild“ gegen Verletzungen und Umwelteinflüsse.
1. Putzen für die Durchblutung der Haut
Auch wenn es im Sommer für uns schweißtreibend sein kann: Eine ordentliche Putz-Einheit steht ganz oben auf der Pflege-Liste für Haut und Haar bei Deinem Partner auf vier Hufen. Der Grund ist simpel: Beim Putzen massierst Du die Haut. Und das fördert die Durchblutung und das gesunde Haarwachstum. Dazu werden so alle losen Haare entfernt – und die können im Sommer ganz schön jucken. Also: Beim nächsten Putzen ruhig noch ein paar Minuten länger die Bürste kreisen lassen…

2. An den Fellwechsel denken
Beim Blick auf die Sommersonne denkt niemand an den Winter, glaubst Du? Dann irrst Du Dich: der Pferdekörper stellt sich jetzt schon auf die kommende kalte Jahreszeit ein. Und das heißt: Etwa Ende Juli beginnt der Fellwechsel und damit wächst bereits das winterliche Teddyfell.
Für Dein Pferd bedeutet das eine doppelte Belastung: Zum einen kostet es Kraft, das neue Fell nachzuschieben. Und dann schwitzen Pferde natürlich mit dem „Zusatzfell“ im Sommer noch schneller. Das alles fordert Höchstleistungen von Kreislauf und Immunsystem. Die Folge: Viele Pferde werden schlapp. Das Gute: Du kannst Deinem Partner auf vier Hufen helfen. Während des Fellwechsels sind zum Beispiel Magnesium und Vitamin E sinnvoll, da sie die generelle Hautdurchblutung anregen. Auch gut: Schwefel und Silizium, das fördert die Haar- und Hautentwicklung. In welchen Mengen Dein Pferd diese Zusatzstoffe verträgt, solltest Du mit Deinem Tierarzt abklären.
3. Waschen? Aber in Maßen
Das Waschen des Fells ist ab und an auch sinnvoll. Dabei gilt: Das beste Pflegemittel ist pures Wasser. Wenn Du zu Shampoo greifen willst – bitte in Maßen. Höchstens einmal im Monat solltest Du Dein Pferd mit Shampoo waschen, sonst kann der natürliche Fettgehalt des Fells durcheinandergebracht werden. Und: Nimm kein schäumendes Shampoo. Denn diese Produkte greifen die schützende Talgschicht des Pferdefells an. Das heißt: sie nehmen Fett weg. Dadurch wird die wichtige Schutzschicht der Pferdehaut zerstört. Und: Ein Shampoo sollte am besten pH-neutral oder leicht sauer sein.

4. Zu viel Schweiß? Dann hilft nur scheren
Wenn Dein Pferd zu dickes Fell hat, kann die Schermaschine Erleichterung verschaffen. So schwitzen sie nicht zu stark und es kommt weniger schnell zu Kreislaufproblemen. Das gilt auch für Cushing Pferde.
Übrigens: Auch wenn Du Mähne und Schweif schützen willst – im Sommer solltest Du auf das Einflechten und auch auf das Schneiden verzichten. Denn damit wehren Pferde zum Beispiel Fliegen ab. Das heißt: Je länger Mähne und Schweif des Pferdes sind, desto mehr Fliegen können sie vertreiben. Dazu schützt ein langer Schopf die Augen vor lästigen Plagegeistern und verhindert gefürchteten Augenentzündungen.
5. Hochzeit für Sommerekzem
Der Name verrät es bereits: Die Hautkrankheit tritt im Sommer auf. Der Grund ist simpel: Sie wird durch Insekten ausgelöst – und die sind im Sommer unterwegs. Wenn Dein Pferd unter Sommerekzem leidet, kannst Du zum Beispiel eine Ekzemerdecke nutzen. Sie schützt Dein Pferd vor den Mücken: Da sie besonders dick ist, können Mücken nicht durchstechen.
Und auch das Futter spielt eine Rolle: Wenn ein Ekzemer zu viel Eiweiß abbekommt oder zu wenig Eisen, Kuper und Zink in sich hat, kann das den Stoffwechsel stören und die Ekzeme begünstigen.

6. Pferdehaut vor Sonnenbrand schützen
Ja, auch Pferde können einen Sonnenbrand bekommen. Wie bei uns Menschen gilt: Pferde mit heller Haut sind besonders gefährdet. Vor allem der Bereich rund um die Nase braucht einen Extraschutz. Es gibt zum Beispiel Insektenschutznetze, die am Halfter befestigt werden und einen gewissen Sonnenschutz bieten. An extremen Sonnentagen kannst Du Dein Pferd an den gefährdeten Stellen mit Sonnencreme schützen. Ganz wichtig ist auch ein Unterstand, der Schatten bietet.
Wenn Dein Pferd zu lange in der Sonne war: Einen Sonnenbrand erkennst Du an roten Stellen und Schorfbildung auf der Nase. Dann kann Aloe Vera Gel oder eine Zinksalbe helfen.
7. Kräuter für Haut und Haare im Sommer
Du kannst Deinem Partner auf vier Hufen auch ganz natürlich helfen – mit Kräutern. Sehr gut ist zum Beispiel Weißdorn. Die Pflanze ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Der Mix beugt einer Kreislaufschwäche durch hohe Temperaturen vor. Für eine Kur kannst Du zum Beispiel sechs Wochen lang Weißdornblätter füttern. Als Futtermenge sind etwa 30 bis 50 Gramm für Warmblüter, 40 Gramm für Vollblüter und 30 Gramm für Ponys empfohlen.
Für die Haut eigenen sich dazu noch diese Kräuter:
- Brennnesselkraut
- Schwarzkümmel
- Spitzwegerich
- Mariendistel
- Löwenzahnwurzel
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