Die eigene Weide ist abgegrast, aber in Sichtweite lockt frisches Grün? Bei so einem Anblick werden Pferde gerne mal zu Ausreißern – vor allem, wenn die Weide nur unzureichend gesichert ist. Und gerade jetzt heißt es wieder: Herbstzeit ist Ausbruchszeit.
Das weiß auch die Polizei Kassel – und hat einen ungewöhnlichen Appell an Pferde- und Weidetierhalter veröffentlicht. „Regelmäßig werden Streifen der Polizeireviere und –stationen in Stadt und Landkreis Kassel wegen ausgebüxter Weidetiere gerufen“, informieren die Beamten.
„Gerade der Herbst ist Ausbruchszeit. Häufig entstehen durch die freilaufenden Tiere gefährliche Situationen. Um in solchen Fällen schnellstmöglich reagieren und die Tiere wohlbehalten zurück auf ihre Weide bringen zu können, ist es für die Polizei besonders wichtig, die Tierhalter ohne großen zeitlichen Verzug zu verständigen.“
Pferd ausgebüxt? Diese Infos braucht die Polizei
Deshalb brauche die Polizei von den Pferdehaltern folgende Daten:
- Name
- Wohnanschrift
- telefonische Erreichbarkeit
- gegebenenfalls Verantwortlicher oder weitere Kontaktperson
Von den Pferden möchten die Beamten wissen:
- Standort / Weide der Tiere
- Anzahl
- Rasse
- kurze Beschreibung
Im Herbst häufen sich Autounfälle mit Pferden
Dass gerade jetzt wieder viele Pferde ausbrechen und auf die Straße rennen, zeigen etliche Polizeimeldungen. Erst gestern waren im Landkreis Regen (Bayern) vier Pferde aus ihrer Koppel ausgebrochen, zwei von ihnen liefen auf einer Straße in Frauen vor zwei Autos. Die Pferde wurden der „pnp“ zufolge verletzt – wie schwer, sei noch nicht bekannt.
Am Freitag war ein Pferd von der Koppel ausgebüxt und auf eine Straße bei Neuenried (Bayern) gelaufen – ausgerechnet vor das Auto seines Besitzers. Das Pferd erlitt bei dem Zusammenstoß so schwere Verletzungen, dass es vor Ort starb. Der Fahrer wurde leicht verletzt, berichtet die Polizeiinspektion Kaufbeuren.
Wenige Tage zuvor konnte ein 32-Jähriger aus Gronau mit seinem Tesla einem ausgebüxten Pferd bei Gerzen (Niedersachsen) nicht rechtzeitig ausweichen. Das Pferd verstarb noch vor Ort, das Auto erlitt einen Totalschaden. Weil sich der Verkehr aufgrund des Unfalls staute, kam es am Stauende zu einem Folgeunfall mit zwei Leichtverletzten, so die Polizeiinspektion Hildesheim.
Pferdekoppeln ausreichend sichern
Es zeigt sich: Weidezäune bieten leider keine 100-prozentige Sicherheit. Dennoch kann je nach Risiko für die Pferde der Zaun entsprechend gesichert werden: Bei niedrigem Risiko reicht meist ein flexibler Elektrozaun. Bei hohem Risiko sollte es eine feste Umzäunung plus Elektrozaun sein.








