So wie wir Menschen können auch Pferde von Allergien betroffen sein, die sich negativ auf ihr Atmungssystem auswirken. pferde.de stellt Dir hier unterschiedliche Allergene vor und gibt nützliche Tipps, wie Du dem Aufkommen von diesen Allergieverursachern entgegenwirken kannst.
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Pferd plötzlich anfängt zu husten, schwer atmet oder Nasenausfluss bekommt. Neben einer Infektion mit Bakterien und Viren können auch Allergene eine Rolle spielen. Sie setzen sich auf die inneren Schleimhäute, welche daraufhin mit einer allergischen Reaktion antworten.
Ein häufiger Auslöser dafür: Schimmelpilze. Gerade in der kalten Jahreszeit leiden viele Pferde unter Atemwegsbeschwerden, da Schimmelpilzsporen in erhöhtem Maße vor allem in der winterlichen Stallluft vorkommen. Ein muffiger Geruch und ungesunde Verfärbung von Heu oder Stroh deuten klar darauf hin. Folgende Faktoren können das Aufkommen von Schimmelpilzen begünstigen:
- verregnetes Heu beziehungsweise Heulage
- Zu fest gewickeltes Heu begünstigt eine vermehrte Wärmeentwicklung, die die Ausbreitung bereits vorhandener Schimmelpilze vorantreiben kann.
- zu locker gewickelte Heulage
- zum Erntezeitpunkt zu hohe Restfeuchte in der Pflanze
- falsche Lagerung des Raufutters, zum Beispiel unterhalb einer Plane oder auf nackter Erde
Auch Pferde reagieren auf Pollen
Manche Pferde sind von einer Pollenallergie betroffen und zeigen insbesondere in den Sommermonaten Symptome wie Nasenausfluss und Husten. Grundsätzlich gilt, dass Pferde, die bereits sensibel auf Staub, Futtermilben oder Schimmelpilze reagieren, auch anfälliger für Pollen sind. Ähnlich wie beim Menschen erhöht eine bereits vorhandene Allergie bei ihnen die Empfindlichkeit für weitere Allergene. Das Immunsystem reagiert bei beiden Spezies also sehr ähnlich auf die Auslöser.
Auch im Winter kann es bei betroffenen Pferden zu Problemen kommen, da die Blütenpollen oft mitgemäht werden. Hier kann das Einweichen des Heus in Wasser hilfreich sein, um das Tier zu entlasten.

Hausstaub- und Vorratsmilben: Spinnen im Futter?
Im Stallstaub sowie in Futtermitteln können Milben ihr Unwesen treiben. Die Spinnentiere verbreiten sich vor allem während der warmen Jahreszeit bei hoher Luftfeuchtigkeit. Liegt diese unter 13 Prozent, tendiert die Überlebenschance der Milben jedoch gen Null. Folgende Anzeichen können Hinweise auf einen Milbenbefall des Futters sein:
- grauer bis rötlicher Staub im Futterbehälter
- stark süßlicher, parfumartiger Geruch
So kannst Du dem Aufkommen von Allergenen vorbeugen
Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du Pferde, welche zu einer Atemwegsallergie neigen, unterstützen kannst. Einige davon haben mit dem Futter zu tun, das Dein Pferd jeden Tag bekommt, andere hängen mit den Haltungsbedingungen zusammen.
Futtermittel:
- Auf einen ordnungsgemäßen Herstellungsprozess des Raufutters achten
- Raufutter angemessen lagern: trocken und separat von den Pferden (Atemluft erzeugt Feuchtigkeit). Am besten auf Paletten ablegen um für ausreichend Durchlüftung zu sorgen.
- Heu- und Heulagevorräte regelmäßig auf Schimmelpilze untersuchen: Aussehen, Haptik und Geruch prüfen sowie gegebenenfalls durch eine Laboruntersuchung (kosten circa 30 Euro) absichern.
- mäßig kontaminiertes Heu gründlich waschen oder bedampfen
- Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung des Atmungstraktes verfüttern
- auf eine natürliche Ernährung des Pferdes achten, um eine ausgewogene Darmflora zu erhalten und damit das Immunsystem zu stärken
Haltungssystem:
- ausreichende Versorgung mit Licht zur Bildung von Vitamin D und damit zur Unterstützung des Immunsystems
- tägliche Möglichkeit zu ausreichend freier Bewegung an der frischen Luft
- Stall regelmäßig lüften, um das Vorkommen von Allergenen in der Luft zu reduzieren
- Boxen und Paddocks täglich misten; Pferde hierfür rausnehmen
- Stallanlage möglichst fern von Autobahnen bauen, um das Aufkommen an Schadstoffen zu reduzieren
Wie bei allen gesundheitlichen Problemen spielt auch der Stressfaktor eine nicht unerhebliche Rolle. Gestresste Pferde – sei es durch Futterumstellung, Stallwechsel oder Trennungsangst – weisen eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten auf. Sie geben den Allergenen somit freien Lauf, sich negativ auf ihren Atmungsapparat auszuwirken. Wenn Du dafür sorgst, dass Dein Liebling ein weitestgehend entspanntes Pferdeleben führen kann, ist das schon die halbe Miete.









