Wer sein Pferd liebt, möchte vor allem eins: Dass es ihm gut geht und es rundum gesund ist. Damit das so bleibt, sollte nicht nur der Tierarzt regelmäßig kommen
Bewegung, Weide, gutes Futter – das alles gehört dazu, damit Pferde gesund bleiben. Auch das Putzen ist wichtig, es entspricht der Fellpflege, die Pferde untereinander machen. Aber manchmal brauchen unsere Lieblinge auf vier Hufe mehr als das…
Impfung – ja oder nein?
Wenn es um das Thema Impfen geht, wird es manchmal hitzig. Denn es gibt radikale Impfgegner, die jeden Pieks für überflüssig halten. Unter Pferdebesitzern treten sie zwar sehr selten auf, dafür sind dort die „Impf-Müden“ durchaus vertreten. Motto: Bei uns war so lange nichts, was soll denn schon passieren. Doch es gibt Impfungen, die wirklich jedes Pferd haben sollte.
Tetanus: Dazu gehört die Tetanus-Impfung, die nach der Grundimmunisierung je nach Impfstoff alle zwei bis vier Jahre aufgefrischt werden sollte.
Influenca: Für Turnierreiter stellt sich die Frage nicht – sie müssen ihre Pferde zweimal im Jahr gegen Influenca impfen lassen. Dieser Rhythmus wird auch Nicht-Turnierreitern empfohlen.
Herpes: Beim Pferd werden bislang fünf verschiedene Herpesviren unterschieden. Die Impfung wird oft diskutiert, da es nur für zwei Erreger Impfungen gibt. Sie müssen alle sechs Monate durchgeführt werden, sind aber nur sinnvoll, wenn alle Pferde im Stall geimpft werden.
Wurmkur – alt gegen neu
Pferdebesitzer haben die Wahl zwischen der sogenannten „nachhaltigen“ oder der „zeitgemäßen“ Wurmkur. Die nachhaltige ist die traditionelle Methode. Dabei werden die Pferde alle drei bis vier Monate entwurmt. Die Wurmkuren werden so ausgewählt, dass sie jeweils die passenden Wirkstoffe gegen die zum Zeitpunkt ihres Einsatzes aktiven Parasiten enthalten. Für diese Methode spricht, dass auch Endoparasiten, die nicht über eine Kotuntersuchung entdeckt werden, unschädlich gemacht werden. Gegner sagen jedoch, dass die Würmer sich an den Wirkstoff gewöhnen und so resistent werden.
Die Alternative ist die „selektive“ Wurmkur. Dabei werden Kotproben der Pferde auf Würmer untersucht. Sind zu viele Eier im Kot, bekommen nur diese Pferde eine Wurmkur. Diese Methode ist aufwändiger.
Zahnarzt – am besten einmal im Jahr
Nicht nur wir Menschen, auch Pferde sollten einmal im Jahr den Mund weit aufmachen – zur Untersuchung der Zähne. Denn die nutzen sich bei Pferden ab, da sie über den Tag verteilt sehr viel Raufutter kauen (Heu, Stroh, Heulage) oder in der Weidesaison meistens den ganzen Tag Gras fressen. Futtern Pferde dagegen Getreidekörnern (z. B. Hafer, Gerste), dann werden nur die Backenzähne abgenutzt. Wenn die Kauflächen dabei aufeinanderschlagen, reiben sie die Backenzähne ungleichmäßig ab. Es können sich gefährliche Haken an den Zähnen bilden. Und da heute viele Pferde zusätzlich Müsli und Co. Bekommen, kann es schneller zu „schlechten“ Zähnen kommen.
Übrigens: Der Begriff „Pferdezahnarzt“ darf nicht genutzt werden, da Zahnärzte ein Hochschulstudium im Fach Zahnmedizin abgeschlossen haben – dieses Studium gibt es für Tiere nicht. Zahnbehandlungen bei Pferden werden zum Beispiel von Tierärzten mit Zusatzausbildungen ausgeführt.
Chiropraktiker – löst Blockaden
Der Chiropraktiker diagnostiziert und behandelt Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Dabei geht es darum, die Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen. Blockaden in den Gelenken entstehen zum Beispiel nach einem Sturz, Bewegungsmangel aber auch durch Sitzfehler des Reiters. Der Chiropraktiker löst die Blockaden. Dabei arbeitet er vor allem „von oben“, Schwerpunkt sind die Wirbelsäule und das Becken.
Osteopathie – sanfte Griffe gegen den Schmerz
Der Begriff leitet sich von den griechischen Wörtern osteon = Knochen und pathos = Leiden ab. Als Therapie wird die Osteopathie seit rund 40 Jahren auch bei Pferden angewendet. Die Behandlung kann zum Beispiel nach einem Sturz, bei Steifheit, Schmerzen oder Rückenproblemen helfen. Bei der Behandlung mobilisiert der Osteopath die Gelenke des Pferdes durch Druck und Zug mit seinen Händen. Zudem führt er teilweise auch Übungen durch, bei denen zum Beispiel die Beine aufgehoben und gedehnt werden. Der Osteopath setzt so Impulse, die dem Körper helfen sollen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Oft haben Pferde nach einer Behandlung Muskelkater.
Akupunktur – die Macht der Nadeln
Seit Jahren boomt die Traditionelle Chinesische Medizin und mit ihr die Akupunktur auch in Deutschlands Pferdeställen. Die feinden Nadeln helfen bei Schmerzen, Husten, Durchfall, Allergien. Der Pferdekörper hat mehr als 400 Akupunkturpunkte, die mit etwa 0,3 mm dicken Nadeln stimuliert werden. In der Regel werden zwischen einer und zehn Nadeln pro Behandlung gesetzt. Akupunktur bieten viele Tierärzte an.









Ich möchte mein Pferd impfen lassen. Dank des Artikels weiß ich nun, dass eine Tetanus-Impfung auf jeden Fall nötig ist. Ich werde mich an eine Beratung für Tierimpfung wenden.