Ein schweres Unwetter hat die Region Latium in Mittelitalien heimgesucht – mit dramatischen Folgen für einen Pferdezüchter: 33 Pferde wurden durch Blitzschlag getötet.
Sie suchten Schutz – und fanden den Tod: Während eines schweren Gewitters bei Frosinone am 20. Mai flüchtete eine frei grasende Pferdeherde in Colle San Magno in ein kleines Wäldchen. Dort wollten sie warten, bis der Starkregen mit Hagel vorbei war. Doch dann schlugen ausgerechnet in die Bäume mehrere Blitze ein. Mit tödlichen Folgen: 33 Pferde, darunter trächtige Stuten und Fohlen, starben.
Die Tragödie entdeckte der Züchter am nächsten Morgen. Sofort alarmierte er die Polizei und Tierärzte. Die ersten Ermittlungen ergaben: Eine Fremdeinwirkung liegt nicht vor. Die Pferde starben durch den Stromschlag der Blitze. „Sie hatten alle verbrannte Beine. Offensichtlich war das Regenwasser auf dem Boden der Leiter zur elektrischen Entladung, die den Vierbeinern kein Entkommen ließ“, heißt es.
Blitzschlag: Tödliche Folgen kein Einzelfall
„Das ist eine der schwersten Wettertragödien, die wir in unserer Gegend in den letzten Jahren erlebt haben“, so Francesco Di Lucia, Bürgermeister von Casalattico, gegenüber lokalen Medien. „Solche Vorfälle gab es bereits mit Schafherden – aber dieses Mal ist der Verlust noch gravierender. Er betrifft nicht nur den Züchter, sondern die gesamte Gemeinde. Es ist ein schwerer Schlag.“
Das Schreckliche: Die Tragödie ist kein Einzelfall. Im wieder sterben Pferde bei Gewitter auf der Weide. Im letzten Jahr verstarb in Sachsen-Anhalt ein Pferd bei einem Blitzeinschlag in einen Baum. Auch in Passau starben zwei Friesen durch einen Blitzeinschlag. Ein drittes Pferd erlag später seinen Verletzungen.
Warum Pferde bei Gewitter nicht auf die Weide sollten
Doch warum sind Pferde bei Gewitter auf einer freien Koppel besonders gefährdet? Der Grund: Pferde weisen eine große sogenannte Schrittspannung auf. Das heißt: Schlägt ein Blitz in den Boden ein, breitet sich die Spannung kreisförmig von der Einschlagstelle aus und verliert dabei an Stärke. Da beim Pferd Hinter- und Vorderbeine relativ weit voneinander entfernt sind, kann der Spannungsunterschied groß werden. Und ein Spannungsunterschied bedeutet: Strom fließt. Je deutlicher der Spannungsunterschied, desto mehr Strom fließt. Daher können Blitzschläge für Pferde leider schnell tödlich enden.

Herrscht auch noch Starkregen, wächst die Gefahr. Der Boden kann das Wasser dann nicht schnell genug aufnehmen. Die Folge: Es bilden sich Pfützen. Und leiten bei einem Blitzeinschlag den Strom an der Wasseroberfläche entlang. Heißt: Der Strom fließt nicht sofort in den Boden ab.
Blitzschlag: Auch Reiter sind ein „gutes Ziel“
Übrigens: Reiten gehört zu den gefährlichsten Sportarten bei Gewitter. Der Reiter sitzt in erhöhter Position und gibt daher für den Blitz ein sehr gutes Ziel ab. Und es gibt noch vier weitere Arten, auf die Blitze Pferden – und ihren Reitern – gefährlich werden können. Darüber informiert der Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (VDE ABB) des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) gemeinsam mit der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland e.V.:
- Der Blitz schlägt direkt in Pferd und/oder Reiter ein. Mögliche Folgen: Bewusstlosigkeit, innere oder äußere Verbrennungen, Atemstillstand, Herzstillstand oder Lähmungen. Im schlimmsten Fall: Tod.
- Etwas häufiger kommt der sogenannte Überschlag vor, bei dem der Blitz von Bäumen oder hölzernen Masten auf Menschen oder Pferde überspringt. Auch das kann tödlich enden.
- Trinkt ein Pferd aus einer metallenen Tränke oder berührt metallene Gegenstände im Stall, die unter Blitzspannung stehen, tritt die Berührungsspannung auf.








