Es sieht schön aus, leuchtet herrlich gelb – und ist für Pferde hochgiftig: Jakobskreuzkraut. Oft endet der Verzehr für Pferde tödlich. Aktuell ist die heimische Pflanze auf dem Vormarsch und breitet sich vor allem auf Pferdeweiden extrem aus. Hier erfährst Du, was im Umgang mit der Giftpflanze zu beachten ist.
Von Juni bis in den September hinein blüht das unter Pferdehaltern gefürchtete Jacobskreuzkraut – auch Jakobsgreiskraut oder Jakobskraut genannt. Doch nicht nur die Blüten, die gesamte Pflanze ist aufgrund der leberschädigenden Pyrrolizidin-Alkaloide giftig. Vor allem Pferde reagieren sehr empfindlich auf Jakobskreuzkraut. Schon 40 bis 80 Gramm der frischen Pflanze pro Kilo Körpergewicht können für ein Pferd tödlich enden, informiert die Landwirtschaftskammer NRW.
Doch auch deutlich geringere Mengen haben mitunter fatale oder gar tödliche Folgen für empfindliche Pferde. Auch im getrockneten Zustand ist die Pflanze noch hochgiftig und kann so auch im Heu zur Gefahr werden.
Die Symptome einer Vergiftung variieren stark, was die Diagnose erschwert. Koliken, Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Abgeschlagenheit oder verschlechterte Kondition, deutlicher Gewichtsverlust, Schwellungen, auffällig häufiges Gähnen, wirres Umherwandern, Koordinationsprobleme, Lichtempfindlichkeit und ständiges Lecken gehören dazu. Im Endstadium der Vergiftung durch Jakobskreuzkraut können Gelbsucht, dunkler Urin, Blindheit und extreme Bewusstseinsstörungen (Leberkoma) auftreten. Erhöhte Leberwerte können auch bei einer leichteren Vergiftung auftreten, bei der mitunter keine anderen Symptome auftreten.
Kein Gegengift für Jakobskreuzkraut
Beim Verdacht auf eine Vergiftung mit Jakobskreuzkraut solltest Du umgehend einen Tierarzt rufen, damit dieser die antitoxische Behandlung sofort einleiten und die Heilungschancen so erhöhen kann. Denn da es kein Gegengift gibt, bedeutet eine fortgeschrittene Vergiftung durch Jakobskreuzkraut in der Regel den sicheren Tod für Pferde.
Noch besser ist es aber natürlich, das Pferd gar nicht erst dem Risiko einer Vergiftung auszusetzen. Weil die Pflanze sich schnell ausbreitet, muss sie konsequent von der Weide entfernt werden. Am besten sollten die Grünflächen noch vor der Blüte des Jakobskreuzkrauts gemäht werden, damit die Pflanze keine Samen bilden und sich weiter verbreiten kann. Einzelnen Pflanzen kannst Du mitsamt der Wurzel ausgraben und im Hausmüll entsorgen.
Warum gerade Pferdeweiden häufig gefährdet sind? Im Gegensatz zu Rindern oder Schafen meiden Pferde das Kraut häufiger, dadurch kann es aber ungestört aussamen und sich verbreiten. Hinzukommt, dass auf Pferdeweiden – zumindest auf weniger gepflegten – häufig überbeweidete und unbewachsene Stellen vorkommen. Dort kann die Pflanze optimal keimen.








