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Pferdefotografie: Die richtigen Kameraeinstellungen

Gastautor | pferde.de by Gastautor | pferde.de
2. August 2020

Nahezu jede gängige Kamera auf dem Markt besitzt bereits eine Vielzahl an Automatikfokus-Einstellungen. Dazu gehören nicht nur relativ festgelegte Voreinstellungen, wie zum Beispiel im Sport- oder Portrait-Modus, sondern auch halbautomatische Varianten wie der AV und/ oder der TV-Modus.

Im AV Modus (Aperture Value/ Blendenwert) wird die Verschlusszeit von der Kamera automatisch gewählt, während die Wahl der Blende durch den Nutzer eingestellt wird. Dieser Modus eignet sich besonders für die Fotos, bei denen man das Motiv komplett einfrieren möchte.

Möchte man hingegen lieber eine gewisse Bewegungsunschärfe im Foto kreieren, sollte man lieber auf den TV Modus (Time Value/ Verschlusswert) zurückgreifen. Hier wird die Verschlusszeit manuell eingestellt und die Blende automatisch angepasst. Dieser Modus eignet sich somit zum Beispiel auch für Bewegungsaufnahmen, wenn man sich ein wenig an die manuellen Einstellungen heranarbeiten möchte, sich aber noch nicht traut alles individuell zu managen.

Besitzt man bereits etwas Übung rate ich jedem sich auch einmal an den komplett manuellen Modus der Kamera zu trauen und jeden Wert individuell einzustellen. Keine Angst – die richtige Einstellung zu finden ist kein Hexenwerk und mit etwas Übung für jeden machbar! Dabei sollten allerdings ein paar grundlegende Regeln beachtet werden:

Die Blende

Die Blendeneinstellung entscheidet darüber, wie viel Licht in unser Objektiv fällt und welchen Grad unsere Schärfentiefe erreichen soll.

Je weiter die Blende geöffnet ist (kleine Blendenzahl, zum Beispiel f1,4) desto mehr Lichteinfall und eine desto geringere Schärfentiefe erreichen wir. Das bedeutet, dass der Hintergrund unscharf verschwimmt und das Motiv im Vordergrund im Idealfall knackig scharf erscheint.

Andersrum bedeutet eine geschlossene Blende (größere Blendenzahl) entsprechend weniger Lichteinfall und somit mehr Schärfe im ganzen Bild. Es sollte also je nach Lichtverhältnissen mit einer möglichst weit geöffneten Blende gearbeitet werden, wenn man das Motiv im Vordergrund deutlich abheben möchte.

Die Verschlusszeit

Durch die Änderung der Verschlusszeit wird die Länge der jeweiligen Belichtungszeit wesentlich mitbestimmt und so Einfluss darauf genommen, ob die abgebildeten Bewegungen eingefroren werden oder das ganze Bild verschwimmt.

Hier gilt entsprechend: Je höher die Zahl der Verschlusszeit, desto stärker werden die Bewegungen eingefroren. Aber Achtung: Je höher wir mit der Verschlusszeit gehen, desto weniger Lichteinfall bekommen wir. Hier muss also auch immer ein Auge auf die Blendenöffnung sowie die ISO geworfen werden.

Bei Bewegungsfotos empfehle ich eine minimale Verschlusszeit von 1/1000, da es sonst schnell zu verwaschenen Bewegungen kommen kann. In der Portraitfotografie kann man auch ruhig auf Werte um 1/500 zurückgreifen und somit einen (zu) hohen ISO Wert vermeiden.

Die ISO

Der Grad der Lichtempfindlichkeit wird über die ISO gesteuert.

Je dunkler die Umgebung beim Fotografieren ist, desto höher muss dieser Wert entsprechend eingestellt werden. Arbeite ich beispielsweise in einer Reithalle, liegt der Wert auch mal bei 3200, während ich auf einem sonnigen Reitplatz bei maximal 200 liege. Der Nachteil an dunklen Umgebungen und damit verbundenen hohen ISO Werten ist leider auch heute noch das entstehende starke Bildrauschen!

Die ISO sollte daher also immer so gering wie möglich gehalten werden.

Die Brennweite (des Objektivs)

Zu guter Letzt hat auch die Brennweite des genutzten Objektives immer eine ausschlaggebende Wirkung auf die Gesamtkomposition des Bildes.

Besitzt man ein Teleobjektiv – also ein Objektiv, mit dem man zoomen kann – sollte man sich möglichst weit von seinem Motiv entfernen und die Zoomfunktion voll ausnutzen. Denn nur dann entsteht automatisch ein Weichzeichnen des Hintergrundes und die Schärfentiefe wird maßgeblich mitbestimmt. Je weniger ich zoome, desto mehr Schärfentiefe habe ich (und damit nicht nur einen scharfen Vorder- sondern auch einen scharfen Hintergrund).

Letztendlich wirken also alle manuellen Einstellungen unweigerlich zusammen.

Öffne ich meine Blende mehr, kann ich mit der Verschlusszeit hochgehen, ohne dass ich die ISO sehr weit aufdrehen muss. Schließe ich meine Blende – oder arbeite zum Beispiel mit einem Objektiv, dass von Anfang an nur eine recht geschlossene Blende besitzt – muss ich darauf achten, dass die Verschlusszeit so eingestellt ist, dass noch genug Licht einfallen kann.

Los geht’s – Übung macht den Meister!

Tags: FS BildpoesieKameraeinstellungenPferdePferdefotografie

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