Endlich! Nach vielen enttäuschenden Versuchen findet Lena endlich den perfekten Reitlehrer: Cowboy Frank. Mit der hollywoodreifen Begegnung in Brandenburg startet unsere neue Kolumne, in der Lena dich ab sofort mit in den Westernsattel nimmt.
Ich traf Frank in einem idyllischen Ausflugslokal in Brandenburg. Es war der erste warme Tag nach dem langen Winter und die Stimmung war ausgelassen. Der erste Riesling in der Sonne, das Gesicht in die Sonne halten, sich wieder lebendig fühlen.
Plötzlich standen vier Pferde neben dem Lokal – mit wunderschönen Westernsätteln und kunstvollen Trensen. Sogar mit Lasso. Um die Fata-Morgana-eske Situation perfekt zu machen, stand er plötzlich da: ein hochgewachsener Cowboy wie aus dem Bilderbuch.
Die Situation fühlte sich regelrecht surreal an. Seit Monaten dreht sich meine Freizeit fast ausschließlich um Pferde und Westernreiten – sogar ein Ranch-Aufenthalt irgendwo in den USA wabert seit ein paar Wochen durch meine Gedankenwelt. Zudem laß ich gerade ein Buch einer deutschen Finanzberaterin, die ihr langweiliges Leben hinter sich gelassen hatte, um einen abenteuerlichen Ritt durch die Wildnis von Montana anzutreten – zusammen mit einer Gruppe Naturliebhabern und Cowboys.
Später im Buch heuert sie auf einer Ranch an, wo sie ihr Herz an einen Cowboy verliert. Übrigens eine wahre Geschichte – und um ehrlich zu sein, ein lang gehegter Kindheitstraum von mir: Weite, Pferde, wild wachsende Kakteen und Cowboys – das Gefühl von frei und wild sein.
Als Frank dann vor mir stand, wusste ich: Wenn ich bei jemandem Reiten lernen will, dann bei ihm!
Um ihn eines Tages wahr werden zu lassen, nahm ich bereits die ein oder andere Westernreitstunde. Doch irgendwie sagte mir der Unterricht nirgendwo so richtig zu. Als Frank dann vor mir stand, wusste ich: Wenn ich bei jemandem Reiten lernen will, dann bei ihm!
Ich zögerte keine Sekunde und stiefelte schnurstracks auf den Cowboy und seine Begleiter zu, um zu erfahren, was es mit ihm und den Pferden hier auf sich hat – und ob er auch Reitunterricht gibt. Das Schicksal meinte es gut mit mir: Franks „Sunset Lake Ranch“ befindet sich ausgerechnet in meinem brandenburgischen Lieblingsdorf und ja: er gibt Reitunterricht – und er veranstaltet auch Wanderritte.
Ich hatte plötzlich das Gefühl, das Universum hätte all meine Wünsche erhört und diesen Cowboy zu mir geschickt. Wie ein Honigkuchenpferd grinsend ging ich zurück zu meinem Tisch, bestellte mir noch einen Riesling und malte mir ein wenig hollywoodmäßig aus, wie ich schon bald in einem kunstvoll verzierten Westernsattel sitzend auf einem pfeilschnell galoppierenden Quarter Horse durch die Prärie heizen würden.
Dass ich bis dahin noch einiges lernen muss, war mir natürlich bewusst.
Heute, nach meinen ersten Reitstunden bei Frank, weiß ich: Ich muss noch verdammt viel lernen.
Und ich habe mich da auf ein ziemliches Abenteuer eingelassen und werde schnell merken, dass man im Reitunterricht nicht nur lernt, auf einem Pferd zu sitzen. Man lernt auch sich selbst ziemlich intensiv kennen – und wird zuweilen knallhart mit den eigenen Fehlern und Schwächen konfrontiert.
Doch mehr dazu im nächsten Teil…








