Das richtige Training hilft beim Aufbau der Pferdemuskeln. Dazu solltest Du dem Antrieb und Motor Deines Partners auf vier Hufen ein bisschen Wellness zur Entspannung gönnen. pferde.de verrät, was Muskeln lieben.
Nicht nur uns Menschen, auch unseren Pferden tut ein bisschen Wellness gut. Und wenn Du es richtig machst, gönnst Du deinem tierischen Partner nicht nur Entspannung: Mit den richtigen Methoden und Griffen kannst Du Verspannungen lösen und dazu die Bindung zwischen Dir und Deinem Pferd stärken.
Massage für die Seele und die Pferdemuskeln
Wenn Du Dein Pferd massierst, hat das gleich einen dreifach positiven Effekt: Massieren entspannt, lockert die Muskeln und fördert die Durchblutung. Wichtig dabei: Massagen brauchen Zeit. Nur wenn Dein Pferd entspannt ist, kann es sich auf Deine Berührungen einlassen. Zu Beginn solltest Du nur sanfte Massagetechniken anwenden und dabei Dein Pferd genau beobachten. Wenn es anfängt zu schnauben, abzukauen und einen ruhigen Eindruck macht – dann machst Du es richtig für Dein Pferd.
Der richtige Wellness-Griff für ein lockeres Genick: Beginne direkt hinter den Ohren und kreise mit den Fingern sanft im Uhrzeigersinn. Massiere den Bereich von den Ohren bis etwa eine Handbreit dahinter. Wenn Dein Pferd den Kopf senkt und sich entspannt, fühlt es sich wohl. So lockerst Du die Muskeln auf beiden Halsseiten.
Du kannst Massagen auch fürs tägliche Training nutzen. Eine aufwärmende Massage sollte etwa 20 Minuten dauern – sie ersetzt aber nicht das Warmreiten! Nach dem Training sind zehn Minuten leichte Massage ideal: So werden Abfallprodukte, die beim Bewegen entstehen, schneller abtransportiert – das beugt einer Übersäuerung der Muskulatur vor und wirkt wie Stretching nach dem Joggen.
Stresspunktmassage für verkrampfte Muskelfasern
Eine ganz spezielle Form der Massage ist die Stresspunktmassage. Effekt: Die verkrampften oder verklebten Muskelfasern lösen sich und können wieder ihre natürliche Funktion erfüllen. Diese Methode wurde vom US-Amerikaner Jack Meagher entwickelt. Grundlage sind 25 sogenannte Stresspunkte am Pferd, die sich in der Regel an den Ursprungs- und Ansatzpunkten der Pferdemuskeln, also den Übergängen zwischen Muskulatur und Sehnen, befinden. Dabei ist der direkte Druck auf die Punkte nicht nur für die Diagnose wichtig, sondern wird auch zur Therapie genutzt.
„TTouch“ tut Pferdemuskeln gut und fördert das Vertrauen
Die Verhaltens- und Körpertherapeutin Linda Tellington-Jones hat die „TTouches“ populär gemacht. Das sind – einfach gesagt – Berührungen, die das Vertrauen fördern. So steht das erste T in „TTouch“ für „trust“ – auf Deutsch Vertrauen. Dazu sorgen spezielle Übungen auch für entspannte Pferdemuskeln, wie zum Beispiel die Schweif-Übung. Mit ihr kannst Du verspannte Rücken- und Halsmuskeln lösen. Es trägt außerdem dazu bei, die verspannte Hinterhandmuskulatur zu lösen. Und nebenbei ist es eine gute Übung für schreckhafte Pferde, die dabei lernen, dass Bewegungen hinter ihnen nicht schlimm sind.
So wird‘s gemacht: Stell Dich leicht seitlich hinter Dein Pferd und verlagere Dein Gewicht behutsam vom vorderen auf den hinteren Fuß. Eine Hand hält dabei unter der Schweifrübe, die andere oben am Schweifhaar gegen. Atme ruhig aus und ziehe nur so stark nach hinten, wie Dein Pferd Dir zu geben bereit ist. Auf keinen Fall darfst Du am Schweif reißen, ein sanfter, entspannender Zug ist das Ziel. Bleibe einige Sekunden in der Dehnung stehen, ehe die den Zug langsam wieder nachlässt, indem Du Dein Gewicht zurück auf den vorderen Fuß verlagerst. Zwei oder drei Mal wiederholen.

Faszientraining löst Verklebungen
Sie werden oft noch unterschätzt, dabei sind Faszien enorm wichtig: Als elastische Sehnen und Bänder an den Muskelenden dienen sie zum Beispiel dazu, Muskelkräfte gezielt auf den Knochen zu übertragen. Daher brauchen Faszien Erholung, um gesund zu bleiben. Beim kompletten Faszientraining solltest Du auf einen Profi setzen. Mit einer manuellen Therapie hilft er geschädigten Faszien, lockert das Gewebe, fördert die Durchblutung und die Durchwässerung.
Natürlich gibt es auch Faszienrollen für Pferde, mit denen Du zum Beispiel Verhärtungen und Verklebungen der Faszien lösen kannst. Auch mit „Fasziengriffen“, die an bestimmten Körperpartien des Pferdes durchgeführt werden, kannst Du Deinem Pferd helfen. So kannst Du beispielsweise die oberste Hautschicht mit den Fingern leicht anziehen und zwischen den Fingern hin- und her rollen.
Für einen ganz einfachen Fasziengriff stellst Du Dich neben die Pferdeschulter, als wolltest Du Dein Pferd am Halfter führen. Greif mit beiden Händen eine Fellfalte an der Vorderkante des Schulterblatt, bring das Gewebe auf leichte Spannung, indem Du es sanft nach hinten Richtung Pferdebauch ziehst. Bleibe in der Position, bis das Gewebe geschmeidig wird. Der Griff löst auch die oberflächlichen Faszien vom Körper und lockert die umliegende Muskulatur.
Kinesio-Tapes verbessern die Muskelfunktion
Sportler schwören auf die bunten Klebestreifen. Kein Wunder: Kinesio-Tapes lösen Muskeln, aktivieren den Stoffwechsel und lindern sogar Schmerzen. Und die gibt es auch für Pferde. Vorteil: Das elastische Tape schränkt die Bewegungsfreiheit des Pferdes nicht ein und aktiviert somit den Selbstheilungsprozess des Körpers. Mit Tapes kannst Du Deinem Pferd nicht nur in der Reha helfen – sie helfen auch bei:
- Muskelverspannungen
- Verbesserung der Muskelfunktion
- Muskelkater
- Muskelrissen
Wichtig: Die Tapes gehören in die erfahrenen Hände von Experten.
Physiotherapie – der Mix macht‘s
Natürlich kann Physiotherapie viel mehr – aber sie ist tatsächlich auch ideal, wenn Du Deinem Pferd mal körperliche Entspannung gönnen willst. Dabei kann der Physiotherapeut gleich auf eine Kombination aus mehreren Verfahren zurückgreifen. Mit einer Massage lockert er die Muskulatur und fördert das allgemeine Wohlbefinden. Bei Muskelverkürzungen eignen sich besonders Dehnungen, um die Elastizität der Muskulatur wieder herzustellen. Die Übungen kannst Du dann später auch in den Alltag Deines Pferdes einbauen.
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