Rau, Kraft und Saft – beim Thema Futter für die Pferde kommst Du an diesen drei Grundprodukten nicht vorbei. Das klingt einfach, doch gerade beim Kraftfutter ist das Angebot sehr groß. Vor allem Müsli für Pferde liegt im Trend. pferde.de sagt Dir, worauf Du bei dem Allrounder achten solltest.
Der Name verrät es schon: Kraftfutter gibt Kraft, also Energie. Und da schwören immer mehr Pferdebesitzer auf Müsli. Denn es ist eine Mischung aus vielen Zutaten, darunter etwa verschiedene Getreidesorten und weitere Rohstoffe, zum Beispiel getrocknetes Gemüse, Luzerne oder Leinsamen. Dadurch enthält es viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die Dein Pferd braucht. Dazu ist Müsli bei vielen Trends dabei: Es gibt Produkte mit oder ohne Getreide, energiereich, eiweißreduziert oder zuckerfrei. Kurz: Für fast jeden Wunsch gibt es den passenden Mix.
Neben der Mischung aus gesunden Inhaltsstoffen hat Müsli, genauer so genanntes Strukturmüsli, noch einen grundsätzlichen Vorteil : Es verlängert die Futterzeit, sorgt dafür, dass Pferde intensiv kauen und dabei viel Speichel produzieren. Und das ist wichtig, denn Pferde sind Dauerfresser mit einem verhältnismäßig kleinen Magen. Der ist darauf eingestellt, dass kontinuierlich kleine Futtermengen ankommen. Und die sollten am besten intensiv eingespeichelt sowie zermahlen sein. So kann die Magensäure ganz tief in den lockeren Futterbrei eindringen, dadurch wird der pH-Wert abgesenkt. Das sorgt zum Beispiel dafür, dass es nicht zu gefährlichen Fehlgärungen kommt.
Wenn die Entscheidung für Müsli gefallen ist, kommt fast automatisch die Frage: Welches Müsli ist das Beste für mein Pferd? Doch auch wenn Du jetzt am liebsten genau das Produkt für Dich genannt haben möchtest – ganz so einfach ist es nicht. Pferde sind individuell, die Anforderungen sind individuell – und daher ist auch die Antwort individuell.
Hafer oder kein Hafer – eine Frage des Temperaments
Hafer ist der Allrounder in der Pferdefütterung und wird in vielen Ställen als Kraftfutter angeboten. Wenn Du also regelmäßig mit Deinem Pferd trainierst, ist Hafer als Müsli-Grundlage gut, denn er sorgt für viel Energie und Kraft. Aber: Wenn Dein Pferd dadurch zu viel Power bekommt, kannst Du auf ein haferfreies Produkt mit etwas Gerste, zum Beispiel Gerstenflocken, setzen. Gerste ist schlechter verdaulich, es dauert dadurch länger, bis die volle Energie zur Verfügung steht.

Mais bringt Kraft – und Gewicht
Wenn Dein Pferd eher untergewichtig ist, sind Produkte mit Maisflocken gut. Denn Mais hat viel Energie und unterstützt eine Gewichtszunahme. Wichtig dabei: Es sollten Maisflocken sein! Denn Maiskörner, Maisschrot und Bruchmais enthalten Maisstärke, die besonders stark vernetzt ist. Sie kann im Dünndarm der Pferde nicht gut aufgespalten werden und besonders bei großen Mengen in den Dickdarm gelangen und dort die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Maisflocken sind dagegen aufgeschlossen und gut verdaulich.
Wenn Du neu Mais fütterst, solltest Du am Anfang auf die Beine Deines Pferdes achten. Denn: In seltenen Fällen reagieren Pferde allergisch auf die Maiseiweiße. Angeschwollene Beine sind ein deutliches Zeichen dafür.
Luzerne im Müsli für glänzendes Pferde-Fell
Nicht nur Energie, sondern auch Kalorien liefert Luzerne. Dadurch ist die Pflanze im Müsli-Mix für untergewichtige Pferde gut. Und: Luzerne enthält jede Menge Nährstoffe, vor allem Eiweiß. Dadurch ist die Pflanze in der Zucht besonders beliebt, denn tragende oder laktierende Stuten haben einen höheren Eiweißbedarf.
Übrigens: Luzerne ist auch ein „Schönmacher“, das Fell wird glänzend und weich.
Von Bierhefe bis Seealgen – das kleine Extra
Das Besondere an den Müslimischungen ist ihre Vielfalt an Extra-Futtermitteln. Dazu gehören zum Beispiel:
- Leinsamen mit einem hohen Anteil an Schleimstoffen, die sich positiv auf die Darmschleimhaut auswirken können. Ungesättigte Fettsäuren haben eine positive Wirkung auf Haut und Fell.
- Bierhefe mit einem hohen Anteil der essentiellen Aminosäure Lysin und natürlichen B-Vitaminen. Eine Wohltat für Darm, Stoffwechsel, Haut und Haar.
- Seealgen mit einer Reihe von Vitalstoffen, wie Aminosäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen. Sie regen zum Beispiel den Stoffwechsel an, unterstützen die körpereigene Entgiftung.
Gluten – die stille Gefahr im Müsli für Pferde
Bei der Auswahl Deines Müslis solltest Du auch immer die Glutenanteile im Blick haben. Besonders viel Gluten, also Klebereiweiß, steckt zum Beispiel in Weizen und Roggen. Das Gluten verklebt im Pferdemagen schnell zu einem dicken Klumpen und kann dann nicht weiter verdaut werden. Mögliche Folgen sind Rehe, Magenentzündungen und Koliken. Deshalb: Verzichte besser aus Mischungen mit Weizen und Roggen.
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