Sie liebt Pferde, seitdem sie laufen kann. Aber reiten und kuscheln reicht ihr nicht, Nicol Hufnagel aus Barnitz will mehr – sie will so viele Pferde wie möglich retten!
Morgens um 6.30 Uhr auf einem kleinen Parkplatz nahe dem polnischen Ort Skaryszew. Der kalte Wind schneidet im Gesicht, in eine dicke Jacke gekuschelt steht Nicol Hufnagel mit ihrem Mann und einer Helferin vor den Autos – letzte Besprechung für den Einsatz heute. Ihre Mission: Pferde retten – auf Europas schlimmsten Pferdemarkt!
„Ich kannte die Bilder, war auf das Schlimmste vorbereitet“, sagt Nicol Hufnagel. „Aber was wir dort erlebten war so grausam, so schrecklich, dass ich die Bilder bis heute nicht vergessen kann.“ Vollkommen unterernährte Pferde, brutal angebunden, viele haben Wunden und Spuren von Misshandlungen. Vor allem für die Kaltblüter ist dieser Ort nur der Vorhof zur Hölle. Für sie geht es weiter, oft tagelang, bis sie erst beim Schlachter und schließlich als Kotelett auf den Tellern französischer oder italienischer Feinschmecker landen.
„Gut, gut Pferd“, preist er seine Tiere an
Dieses Schicksal will Nicol Hufnagel wenigstens einem oder zwei Pferden ersparen. Deshalb ist sie mit ihrem Mann Roger hier. Schon nach wenigen Schritten auf dem Pferdemarkt bleibt sie zum ersten Mal stehen. Mit Tränen in den Augen beobachtet sie ein viel zu schmales Stutfohlen, dass sich zitternd ins Dunkle des uralten Lastwagens drängt. Ihr Besitzer torkelt die Laderampe herunter. Als er merkt, dass vor ihm Deutsche stehen, kommt er auf sie zu. „Gut, gut Pferd“, preist er seine „Ware“ an. Mühsam dreht Nicol Hufnagel sich um. „Ich weiß, dass ich nicht jedes Pferd retten kann“, sagt sie. „Deshalb ertrage ich solche Momente kaum.“

Am Ende des Tages kann sie immerhin zwei Pferden ein neues Leben schenken – einem verletzten Schecken, den sie Merlin nennt und eben das kleine, braune Stutfohlen, Fräulein Mimi. „Wenigstens zwei Seelen, die endlich das Glück bekommen, das sie verdient haben“, sagt Nicol Hufnagel.
„Diese sensiblen Tiere haben mich sofort fasziniert“
Für die heute 56-Jährige ist der Einsatz auf dem Pferdemarkt nur einer von vielen hundert Rettungen, die sie bis heute durchgeführt hat. Wie es dazu kam? Der Grundstein wurde in ihrer Jugend gelegt: „Ich war immer sehr gerne bei meiner Oma. Sie wohnte neben einem Pferdestall und ich war, so oft ich konnte, dort. Diese großen, sensiblen Tiere haben mich sofort fasziniert.“
Mit zwölf lernt sie reiten. „Aber was ich oft in den Ställen sah, hat mich erschreckt. Viel zu kleine Boxen, Pferde, die nicht einmal am Tag auf die Weide durften – das hat mich schon früh gequält.“ Zuerst fühlt sie sich hilflos, dann will sie es ändern. „Ich ging damit vielen auf die Nerven, aber das war mir egal. Ich wollte, dass es den Pferden besser geht.“

Im Laufe der Jahre rettet Nicol Hufnagel immer wieder Pferde aus verwahrloster Haltung. „Aber ich merkte: Alleine nimmt mich kaum jemand wahr. Und bei Behörden hört mir keiner zu.“ Das hätte der Moment sein können, um aufzugeben. „Aber ich wusste mittlerweile, dass ich nicht alleine bin. Mein Mann stand zu hundert Prozent hinter mir, ich kannte andere Tierschützer. So entstand die Idee, einen Verein zu gründen.“
„Mit einem Verein sind wir stärker“
2011 ging „Vier Hufe & Co e.V.“ an den Start. „Und wir wurden gleich ins kalte Wasser geworfen“, erinnert sich Nicol Hufnagel. Denn sie erfahren von einem Stall in Klein Meckelsen (Niedersachen). „Dort standen elf nahezu verhungerte Pferde ohne Einstreu und Futter auf nacktem Beton. Bei unserem ersten Besuch konnten wir immerhin zwei Ponys mitnehmen.“ Aber damit wollten sich Nicol Hufnagel und ihre Helfer nicht zufriedengeben. Sie alarmiert „Peta“, kämpft weiter – und kann am Ende alle Pferde retten. „Da wusste ich: Der Verein war die richtige Entscheidung!“

Und das nicht aus finanziellen Gründen, wie Nicol Hufnagel, selbstständige Unternehmensberaterin, betont: „Natürlich brauchen wir Spenden für Futter, Tierarztkosten und alles, was anfällt. Aber wir verdienen nicht an den Pferden. Im Gegenteil: Alles, was ich brauche, zahle ich selbst. Und unsere geretteten Pferde werden nicht verkauft. Wir geben sie an Pflegestellen, die sich liebevoll um sie kümmern.“
Bis heute haben sie und ihre Mitstreiter jährlich bis zu 70 Fälle bearbeitet, damit viele Pferde gerettet – wie Herrn und Frau Hummel. Der Wallach war 25 Jahre lang ein Reitpferd für Gäste einer Gastwirtschaft. „Mit 25 war er dann zu alt für die Arbeit. Wir konnten ihn in letzter Sekunde vor dem Schlachter bewahren.“ Auch die Stute, ein ehemaliges Schulpferd, kaufte der Verein dem Schlachter ab. Auf dem Hof von Nicol Hufnagel fanden sich die beiden und verbringen seitdem jede Sekunde zusammen. „Wenn ich sie sehe, weiß ich: Die Mühe lohnt sich!“ Und so macht sie weiter – für die Pferde!
Infos und Spenden: www.vier-hufe.org









ich besitze seit einigen monaten ein polnisches kleinpferd .laut seinen papieren war es acht monate unterwegs,mit 7 anderen polnichen pferden.sie war kurz mit gewalt angeritten und erzogen worden.nach einer schwierigen anfangszeit blühte sie unter kosquenter und liebevoller behandlung auf einem klugen und mitarbeitsbereiten sehr interessiertem stütchen. mir wäre es lieb,wenn ich für polnische kleinpferde wirklich sinnvolles zu tun wüsste.es ist nicht unbedingt das wichtigste pferde im alter zu retten,sondern es müsste verhindert werden,dass junge pferde „verramscht“ werden,im sinne von missbrauch allgemein.es müssten gesetze zum schutz dieser tiere erlassen werden.leider bin ich kein jurist. gewalt an pferden muss ein ende haben!
Ich liebe Pferd und möchte auch sowas machen