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Perfekte Sattelpflege: 7 Tipps für glänzendes Leder

Anke Rottmann by Anke Rottmann
31. Juli 2022
Lederpflege: Mädchen reinigt Sattel

Foto: Adobe Stock/AnnaElizabeth (Symbolfoto)

Sattel, Trense, Stiefel – es gibt viele Gegenstände im Reiterleben, die aus Leder bestehen. Und das will gepflegt werden. Dabei helfen manchmal auch ein paar kleine Tricks. pferde.de hat 7 Tipps für Dich, damit Deine Ledersachen länger halten

Zugegeben: Es gibt kaum einen Reiter, der ganz ohne Leder auskommt. Denn egal, ob Sattel, Trense, Halfter oder Stiefel – fast immer ist Leder dabei. Der Vorteil: Es sieht gut aus, ist stabil und meist auch lange haltbar. Doch Leder hat es in einem Reitstall nicht leicht: Staub, Schlamm, Sand, Regen oder der Schweiß von Pferd und Reiter greifen es an.

Wie? Ganz einfach: Staub sammelt sich auch in den kleinsten Rillen und schleift auf Dauer das Leder ab. Und im Schweiß stecken Säuren, die es angreifen. Kein Wunder also, dass zum Stallleben auch Lederpflege dazu gehört. Hier die besten Tipps und Tricks

1. Leder mag es nicht husch-husch

Auch wenn Lederpflege nicht zu Deinen Lieblingshobbys gehört: Mal schnell ein bisschen Öl oder Fett drauf und schon sieht es gut aus – das solltest Du lassen. Denn Leder hat, wie unsere Haut, Poren. Und die werden durch das Öl verstopft. Folge: Das Leder kann nicht atmen. Dazu kommt: Da Staub und Co. noch auf dem Leder sind, reibst Du sie hin und her und schmirgelst so das Leder langsam auf und kaputt.

Deshalb: Erst reinigen, dann pflegen! Groben Schmutz kannst Du vorsichtig abbürsten, danach das Leder mit einem weichen Schwamm oder Lappen zum Beispiel mit Glyzerinseife reinigen. Vorteil: Glycerin reinigt nicht nur, sondern führt dem Leder auch Feuchtigkeit zu und schützt es dadurch. Erst danach kannst Du die Lederpflege auftragen.

Sattel auf Pferd
Foto: pixabay.com/DonnaSenzaFiato

2. Keine Chance für Schimmel

Leder muss in einem Reitstall so einiges aushalten: Staub, Nässe – und dann meist nicht der perfekte „Lagerort“. Denn das Material ist sensibel, es liebt eine Temperatur von zehn bis 15 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Bei einer dauerhaften Luftfeuchtigkeit von mehr als 70 Prozent, einer zu hohen Raumtemperatur und mangelndem Luftaustausch haben Pilze und Bakterien ein leichtes Spiel. Die Folge: Es entsteht Schimmel. Der zeigt sich meist durch einen weißlichen oder grünlichen Belag.

Hier kann ein selbstgemachter Raumentfeuchter helfen: Nimm einfach eine alte Socke, befülle diese mit Katzenstreu und binde sie zu. Danach verteilst Du einfach diese selbstgemachten Luftentfeuchter in der Sattelkammer oder in Deinem Spind – das schützt dein Lederzeug vor zu viel Feuchtigkeit.

3. Schweiß? Dann hilft Essig

Beim Training oder Sommerausritt passiert es schnell: Pferd und Reiter schwitzen. Und während Du Deinem Pferd und Dir danach eine Dusche gönnst, landen Sattel und Co. schnell im Schrank. Nur: Schweiß enthält Salze – und die greifen das Leder an. Deshalb solltest Du auch zumindest die Unterseite Deines Sattels und das Zaumzeug reinigen. Ein sehr gutes Hausmittel dafür ist Essig. Genauer: eine zwölfprozentige Lösung (Essigessenz und Wasser im Verhältnis 1:1). So werden die Salze gelöst und entfernt, der pH-Wert des Leders wieder gesenkt und Pilze abgetötet. Dazu wird dem Leder auch gleich Feuchtigkeit zugeführt.

Wenn Pferde schwitzen verlieren sie Elektrolyte.
Foto: unsplash.com/Abbat (Symbolfoto)

4. Bei der Trense heißt es: genau aufpassen

Wenn Du die Trense richtig reinigen willst, hilft nur eins: Komplett auseinander bauen. Beim ersten Mal hilft ein kleiner Trick: Mach vorher mit Deinem Handy ein paar Fotos, damit Du später nachsehen kannst, wie sie wieder zusammengebaut wird, falls Du es vergessen solltest.

Übrigens: Schmutzige Gebisse kannst Du zum Beispiel mit Gebissreiniger für Menschen oder mit etwas Essig und Backpulver reinigen. Lege dafür die Gebisse in einen Eimer und gib das Backpulver und den Essig darauf. Fünf Minuten einwirken lassen, dann mit klarem Wasser gut abspülen –sauber.

5. Wasser? Zuviel kann Leder schaden

Wenn die Trense sehr verschmutzt ist, kannst Du die Trense auch mal „baden“. Heißt: Du kannst die betroffenen Teile vor dem Reinigen in Wasser einweichen. So lässt sich der Schmutz anschließend leichter entfernen. Aber Vorsicht: Im Leder sind auch wasserlösliche Substanzen enthalten. Dazu kann ein zu langes Bad dazu führen, dass es austrocknet. Deshalb solltest Du danach das auf jeden Fall zu Lederpflege greifen, damit die Teile geschmeidig bleiben.

Foto: Pixabay/Dorian Krauss (Symbolbild)

6. Fett – auf die richtige Menge achten      

Für Lederpflege gibt es viele Pflegeprodukte. Bienenwachs sorgt zum Beispiel für eine nährende Tiefenpflege und eine glänzende Oberfläche zur Minimierung von Abrieb. Wollwachs oder Avocadoöl dringen tief in die Lederfasern ein, so wird auch hartes Leder wieder geschmeidig.

In den meisten Fällen wird ein Balsam empfohlen. Bei rissigem oder aufgetrocknetem Leder kann jedoch auch Lederöl helfen. Dabei gilt: Viel hilft nicht viel. Das heißt: Zu viel Öl lässt das Material aufquellen. Und auf überfettetem Leder sammelt sich auch leichter Schmutz an. Also: Das Lederöl sparsam nutzen und anschließend mit einem weichen Tuch überflüssiges Öl wieder abreiben.

7. Hausmittel für Leder – sinnvoll oder überflüssig?

In Sachen Lederpflege gibt es auch Hausmittel, auf die einige Reiter schwören. Und das beginnt bei Bodylotion und hört bei aufgeschnittenen Kartoffeln auf. Doch sind die Hausmittel wirklich gut? Ein kleiner Überblick:

  • Aufgeschnittene Kartoffeln: Damit kann man Leder reinigen, stimmt. Aber Vorsicht: Kartoffeln hinterlassen einen Film aus Stärke. Deshalb: Ein leicht feuchter Lappen ist genauso gut.
  • Wasserränder am Sattel  verschwinden dank einer aufgeschnittenen Zwiebel. Ein toller Tipp, wenn Du Zwiebelgeruch magst. Ansonsten: Auch hier reicht ein leicht feuchter Lappen.
  • Bodylotion lässt Leder glänzen: Stimmt – zumindest kurzfristig hilft der Trick – und schadet dem Leder auch nicht.
Tags: LederpflegeSattelTrense

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Comments 1

  1. Ingrid Hewera says:
    4 Jahren ago

    Das ultimative Pflegemittel für Leder ist immer noch die medizinische Schmierseife aus der Apotheke!

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