Kurzes Fell trocknet schneller – gerade im Winter ist das für viele Pferde von Vorteil. Doch sein Pferd im Winter zu scheren, hat nicht nur Vorteile… pferde.de zeigt Dir Pro und Contra.
Im Winter bekommen Pferde längeres, dichtes Winterfell – die Natur schenkt ihnen quasi ihren eigenen, flauschigen Wintermantel. Diesen nun wieder abzuscheren, erscheint vielen auf den ersten Blick kontraproduktiv. Doch kurz geschorenes Fell kann auch Vorteile haben – selbst im Winter.
Nach dem Reiten musst Du Dein Pferd trocken reiten, in der kalten Jahreszeit dauert das besonders lang. Und weil sich Dein Pferd nicht erkälten soll, musst Du es danach oft noch ordentlich trockenrubbeln oder eine Decke überlegen, bevor es in den Stall kommt.
Je länger das Fell, desto länger dauert es, bis es nach dem Reiten wieder trocken ist. Viele Pferdebesitzer entscheiden sich deshalb dafür, ihr Pferd im Winter zu scheren. Im Folgenden erfährst Du, welche Vor- und Nachteile geschorenes Fell hat – und was Du dabei unbedingt beachten solltest.
Pferd im Winter scheren: Das sind die Vorteile
Gerade bei Pferden, die auch im Winter viel bewegt werden, lohnt sich das Scheren oft. So minimierst Du nämlich das Risiko, dass das Pferd mit feuchtem Fell zurück in den Stall oder auf die Weide kommt und sich im schlimmsten Fall erkältet. Du kannst mit dem Scheren beginnen, sobald das Winterfell wächst – das passiert meistens im Spätherbst.
Dabei musst Du nicht sofort das gesamte Fell kurz scheren. Für viele Pferde, die im Winter hauptsächlich leicht gefordert werden, reicht schon der Bereich unterm Bauch und Hals sowie an den Schultern. Diese Form ist auch für Pferde geeignet, die viel Zeit draußen verbringen.
Du kannst auch weitere Bereiche mit scheren, etwa die Flanken oder den ganzen Rücken bis auf den Sitz des Sattels. Den ganzen Körper zu scheren empfiehlt sich dagegen eigentlich nur, wenn Dein Pferd wirklich intensiv trainiert wird: Dann braucht es neben einer Decke im Stall womöglich auch Wärmeschutz für die Beine. Und sicherheitshalber: Mähne und Schweif bleiben natürlich in jedem Fall dran!
Das solltest Du bei geschorenem Fell im Winter beachten
Wer sei Pferd scheren will, muss allerdings Einiges beachten: Dann muss das Tier nämlich bei kaltem Wetter draußen zwingend eingedeckt werden – außerdem sollten geschorene Pferde bei strengen Wetterverhältnissen im Stall bleiben. Denn beim Scheren verschwindet mit dem Fell die natürliche Wärmeisolation.
Durch die Decke kann das Risiko für Hautirritationen und Pilzinfektionen steigen. Achte deshalb darauf, dass die Decke gut sitzt und genauso sauber und trocken ist wie das Fell. Kontrolliere auch, ob das Pferd unter der Decke eventuell schwitzt. Bei milderen Temperaturen kann das Pferd unter der Decke nämlich überhitzen.
Es kann außerdem vorkommen, dass Dein Pferd nach dem Scheren mehr frisst als sonst. Durch das zusätzliche Heu deckt es den gestiegenen Energiebedarf, den es zum Warmhalten benötigt.
Fazit: Ob Du Dein Pferd im Winter scheren willst oder nicht, solltest Du immer individuell entscheiden. Es gibt Fälle, wo sich das Scheren durchaus lohnt und Vorteile bietet. Achte dann aber darauf, dass Dein Pferd warm gehalten wird, dass es eine gut sitzende Decke hat, dass das Fell sauber bleibt und genug Heu zur Verfügung steht.








