Wusstet du, dass man bei Pferden zur Zeit acht Blutgruppensysteme (A, B, C, D, K, P, Q, U) kennt? Die meisten Tiere haben unterschiedliche Blutgruppen und zum Teil sogar wesentlich mehr als wir Menschen. Blutgruppen sind bestimmte Oberflächenstrukturen auf den roten Blutkörperchen (Erythrozyten).
Bei allen Tieren mit einem geschlossenen Blutkreislauf – bei allen Wirbeltieren beispielsweise – wird die zirkulierende Flüssigkeit im Körper wie bei uns Menschen „Blut“ genannt. Und sie haben auch Blutgruppen. Wie viele – das ist teilweise noch genauer zu erforschen. Vornehmlich ist das Blutgruppensystem bei Haustieren erfasst; es ist weit vielseitiger und komplizierter als beim Menschen und variiert von Tierart zu Tierart.
Bluttransfusion auch beim Tier
In Kleintierpraxen ist eine Bluttransfusion gar nicht so selten – zum Beispiel, wenn ein Hund oder ein Katze einen Unfall hatte und viel Blut verloren hat. Tierärzte können die Verträglichkeit im Vorfeld testen. Dazu vermischen sie Spenderblut und Empfängerblut und überprüfen unter dem Mikroskop, ob eine Verklumpung stattfindet. Ist das der Fall, besteht eine Unverträglichkeit und man sollte das Blut nicht übertragen. Lassen sich die beiden Blutproben aber ohne weiteres vermischen (das entspricht der sogenannten Kreuzprobe beim Menschen), besteht im Normalfall keine Gefahr. Ist die Blutgruppe bekannt, kann in einer Tierblutbank innerhalb von 24 Stunden das passende Blut bestellt werden.
Die eigene Blutgruppe als Gefahr
Auch bei der Vermehrung können die Blutgruppen eine Rolle spielen. Wenn beispielsweise ein Vater eine andere Blutgruppe vererbt als die Mutter, entwickelt das Muttertier Antikörper gegen die Blutgruppe des Jungtieres. Diese Antikörper werden entweder bereits während der Trächtigkeit übertragen oder aber mit der ersten Milch nach der Geburt. Die Antikörper, die die Mutter entwickelt, zerstören die roten Blutkörperchen des Jungtieres. Das kann für kleine Katzen zum Beispiel sehr gefährlich sein und eine schwere Gelbsucht verursachen oder sogar zum Tode führen. Allerdings kann man Abhilfe schaffen, wenn das Problem erkannt ist: In den ersten Lebenstagen werden die Jungen dann mit der Flasche ernährt, und der Mutter wird die erste Milch abgepumpt. Wenn man die Jungen erst am zweiten oder dritten Tag wieder säugen lässt, hat sich bis dahin die Darmschranke geschlossen und eine Übertragung von Antikörpern findet nicht mehr statt.
Quelle: www.dgk.de








