Ein blütiges Pferd tanzt durch das Dressurviereck, ein athletisches Pony streckt sich über dem Sprung oder der Isländer töltet seine Runden um die Ovalbahn – egal ob in den unterschiedlichen Momenten des Reitsports oder auf der Wiese: Bewegungsbilder bleiben die Königsdisziplin in der Pferdefotografie. Hierbei spielt nicht nur das (richtige) Equipment eine wichtige Rolle, auch die korrekte Bewegungsphase macht einen elementaren Anteil an dem perfekten Bild aus.
Das richtige Equipment
Den Grundstein eines gelungenen Actionfotos legt immer noch die richtige Ausrüstung. Hierbei kommt es jedoch nicht in erster Linie auf die maximale Auflösung der Kamera an, sondern vielmehr auf die Schnelligkeit der Auslösegeschwindigkeit.
Je mehr Fotos eine Kamera pro Sekunde aufnehmen kann, desto ein größeres Zeitfenster schafft man sich, um den richtigen Moment einzufangen. Richtwert sollte hier sein, dass die Kamera im Serienaufnahmemodus ca. 10 Bilder pro Sekunde schafft (je mehr desto besser natürlich).
Damit die Speicherkarte hier mithalten kann, sollte unbedingt auf die Schreibgeschwindigkeit geachtet werden – Ich empfehle hier tatsächlich SD Karten mit 90MB/Sekunde zu wählen. Andernfalls ist die Speicherkarte nur am Arbeiten, kommt den Aufnahmen nicht mehr hinterher und es entstehen immer längere Wartezeiten, bis man wieder den Auslöser betätigen kann.
Hinsichtlich des Objektives empfehle ich in der Sportfotografie tatsächlich eher zu einem Teleobjektiv zu greifen (z.B. mit einer Brennweite von 70-300mm), da man hiermit deutlich flexibler arbeiten kann als mit einer Festbrennweite, bei der man sich regelmäßig bewegen muss.
Die richtige Location
Wie auch bei Portraitfotos gilt: Je weniger desto besser.
Sofern man die Wahl hat, ist ein ruhig gelegener Außenplatz mit Bäumen oder Büschen im Hintergrund immer die beste Alternative.
So schafft man es, dass der Fokus wirklich auf das Reiter-Pferde-Paar gelegt werden kann und keine Ablenkungen durch unruhige Hintergründe entstehen. Für Bewegungsfotos einzelner Pferde bietet sich immer die eigene Weide mit möglichst wenig Zaunmaterial im Hintergrund an.
Wenn möglich sollte das Fotografieren in Reithallen vermieden werden, da wir hier oftmals schwierige Lichtverhältnisse durch sehr hoch angebrachte Leuchtstoffröhren haben.
Der korrekte Fokuspunkt
Um ein knackig scharfes Bild zu erreichen ist es enorm wichtig den richtigen Fokuspunkt zu wählen.
Bei Reitfotos hat es sich dabei bewährt auf einen Punkt an der Schabracke kurz hinter dem Sattelblatt zu zielen (Foto). So sind Reiter und Pferd im Vordergrund scharf gestellt und der Hintergrund verschwindet in einer gewollten Unschärfe.
Bei freilaufenden Pferden ist dies annähernd vergleichbar mit einem Punkt seitlich/ vor der Flanke des Pferdes.

Die richtige Phase
Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten, Versammlung – Die klassische Skala der Ausbildung sollte auch uns Fotografen immer im Gedächtnis sein, wenn es ans Fotografieren von Pferden in Bewegung geht.
Im Schritt ist die zu fotografierende Phase diejenige, in der das Hinterbein gerade deutlich unterfußt (Foto), während wir im Trab auf den Moment achten müssen, in dem Vorder- und Hinterbein bildlich gesprochen ein V bilden (Foto).


Im Galopp ist darauf zu achten, das Pferd möglichst in der bergauf Tendenz zu erwischen, also in dem Moment, wo das (innere) Hinterbein deutlich untertritt, das Pferd sich aufwölbt und bergauf springt und nur noch das (äußere) Hinterbein am Boden steht (Foto).

Letztendlich benötigt es tatsächlich in erster Linie viel Übung, um genau den richtigen Moment für das Drücken des Auslösers zu finden – also bloß nicht aufgeben!
Die richtigen Kameraeinstellungen
Elementar wichtig für das gelungene Bewegungsfoto sind letztendlich auch die richtigen Kameraeinstellungen.
Die Blende sollte möglichst weit geöffnet sein, damit ggf. im Hintergrund noch sichtbare Elemente weich verschwimmen (f/2.8 bis maximal f/4.0), während die ISO möglichst gering zu halten ist (sonst kommt man schnell in ein ungewolltes Bildrauschen).
Um ein Verwackeln zu vermeiden wird die Verschlusszeit bei Bewegungsfotos immer auf einen Wert von mindestens 1/1000 eingestellt.
Damit der Fokus auf jedem Foto richtig auf dem Pferd im Vordergrund sitzt, bitte Spot- oder Selektivmessung bei manuell anpassbarem Autofokus wählen und unbedingt die (schnelle) Serienaufnahme einstellen. Dann kommt man dem Moment der richtigen Phase schon automatisch ein Stückchen näher…
Alternativ kann man in der Kamera selbstverständlich auch den bereits vorbelegten Sport-Modus wählen und mit den Automatikeinstellungen arbeiten.







