Sie ist weich und Pferdefreunde haben sie zum Knutschen gern. Für unsere Partner auf vier Hufen ist die Pferdenase extrem wichtig. Denn sie nimmt Gerüche auf – und hilft bei der Kommunikation. pferde.de nennt 7 Fakten, die Du kennen solltest.
Hand aufs Herz: Hättest Du gewusst, dass die Nüstern – neben den Ohren – für die Pferdekommunikation wichtig sind? Doch die Pferdenase kann noch mehr: Sie hält Dein Pferd gesund und stärkt auch die Beziehung zwischen Euch. Und natürlich ist sie auch zum Atmen da. Was die Pferdenase alles kann – hier die Fakten:
1. Nur hier wird geatmet
Die Nüstern Deines Pferdes sind seine Nasenlöcher. Heißt: Die Pferde atmen dadurch. Wir Menschen können zusätzlich aber auch durch den Mund atmen. Und das können Pferde nicht, weil über einen langen Gaumensegel verfügen, der die Atmung behindert. Daher stellen die Nüstern den einzigen Atemweg für Deinen Partner auf vier Hufen da.
Damit es genug Sauerstoff hat, atmet ein Pferd bis zu 16-mal pro Minute im Ruhezustand. Bei Anstrengung können es sogar bis zu 130 Atemzüge pro Minute werden. Entsprechend wichtig ist natürlich, dass dieser Atemweg immer frei ist. Dazu kannst Du die Nüstern mit einem Schwamm vorsichtig reinigen. Und natürlich braucht die sensible Nase einen Extra-Schwamm!
2. Woher kommt der Duft?
Die Nüstern sind wendig und können dadurch genau feststellen, aus welcher Richtung ein Geruch stammt. Dazu kommt: Bei Pferden sind das Lungenvolumen und die Riechschleimhaut sehr groß. Dadurch nimmt das Pferd viel Luft auf – und so auch mehr Duftstoffe. Die Luft wandert von den Nüstern über die Nasenhöhlen zur Riechschleimhaut. Dort werden die Duftstoffe selektiert und abschließend über Geruchsnerven zu den Teilen im Gehirn geleitet, die alles verarbeiten.
3. Die Pferdenase verrät Gefühle
Tatsächlich verrät ein Blick auf die Nase einiges über Dein Pferd. Bläht es zum Beispiel die Nüstern auf, liegt für Dein Pferd im wahrsten Sinne des Wortes etwas in der Luft. Das kann ein unbekannter Geruch sein oder auf eine Gefahr hinweisen. Auf jeden Fall zeigt es Dir Aufregung bei Deinem Pferd.
Ganz anders ist es, wenn Dein Partner auf vier Hufen schnaubt – das ist ein sicheres Zeichen für Entspannung. Du kannst Deinem Pferd übrigens auch an den Nüstern ansehen, dass es gerade schlecht gelaunt ist – es rümpft dann nämlich wie wir Menschen die Nase. Heißt: Rund um die Nüstern zeigen sich viele kleine Fältchen.
4. Wenn Nüstern „sprechen“…
Wenn es um das Thema Kommunikation geht, ähneln Pferde den Hunden: Sie sammeln mit der Nase Informationen aus ihrer Umwelt. Sie schnuppern zum Beispiel an Pferdeäppeln und wissen so, wer schon alles da war. Übrigens: Das machen Hengste besonders häufig – sie wollen schließlich wissen, ob Konkurrenz da war…

Natürlich erkennen Pferde nicht nur andere Pferde, sondern auch Menschen an ihrem Geruch. Deshalb macht es Sinn, wenn Du Dich zur Begrüßung einmal beschnuppern lässt. Mit anderen Pferden wird schließlich auch über die Pferdenase kommuniziert. Zur Begrüßung pusten sich die Tiere erst einmal gegenseitig in die Nase.
Und: Pferde können Gefühle riechen können. Das liegt daran, dass bei Gefühlen Hormone freigesetzt werden, die ihren jeweils ganz eigenen Geruch haben. Dadurch schnuppern Pferde Angst, Freude – und auch Anspannung.
5. Da liegt was in der Luft
Bei Pferden ist der Geruchssinn besonders ausgereift. Sie nehmen viel mehr Gerüche wahr, als wir Menschen – und können sogar in einer wahren Duftwolke einzelne Gerüche erkennen. Das liegt unter anderem daran, dass in den großen Nasenlöchern viele Geruchsnerven sitzen. Und: Pferde verfügen über ein zusätzliches Geruchsorgan, das sogenannte Jakobson’sche Organ. Es wird beim Flehmen aktiviert. Damit können Pferde sogar Pheromone erschnuppern.
Durch ihren Geruchssinn können Stuten ihre Fohlen am Geruch wiedererkennen – auch in einer großen Herde. Und wie bei uns Menschen gilt: Ich kann Dich riechen. Passt der Geruch des Artgenossen, kann die tierische Freundschaft beginnen.

Dazu ist der Geruch auch überlebenswichtig – deshalb werden fremde Dinge gerne erst einmal ausgiebig beschnuppert. Denn so erkennen Pferde Gefahr. Das gilt auch für frische Giftpflanzen: Viele enthalten Stoffe, die einen fürchterlichen Geruch haben. Das schützt die Pflanzen davor gefressen zu werden – und so auch die Pferde…
6 Flehmen – das Super-Schnuppern
Wenn ein Pferd flehmt, gucken Pferdebesitzer schnell zweimal hin. Schließlich ist das auch ein Zeichen für Schmerzen, zum Beispiel bei einer Kolik. Doch in den meisten Fällen haben Pferde nur einen Geruch aufgenommen, den sie genauer untersuchen wollen. Und dafür flehmen sie.
Warum? Ganz einfach: Beim Flehmen streckt das Pferd den Kopf nach vorne und zieht seine Oberlippe hoch. Dabei werden die Nüstern des Pferdes verschlossen und der Geruch wird in das Jacobson’sche Organ geleitet. Damit können Pferde vor allem sexuelle Lockstoffe herausfiltern und identifizieren. Denn über dieses Spezial-Organ kommen die Gerüche schneller und ohne Umwege zum limbischen System, das im Gehirn für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist.

Grundsätzlich flehmen alle Pferde – auch Fohlen. Aber meist machen es Hengste und Wallache – so können sie erschnuppern, ob eine Stute rossig ist…
7. Pferdenase ist der tote Winkel
Pferde können eigentlich alles sehen. Schließlich ermöglich ihre seitlich am Kopf liegenden Augen ihnen fast einen 360 Grad Blick. Nur an einer Stelle sind Pferde „blind“: Der einzige tote Bereich im Sichtfeld des Pferdes liegt direkt vor der Pferdenase. Und das bleibt auch so, egal wie das Pferd sich dreht und wendet…








