Pferdeohren sind für Pferde nicht nur zum Hören da – sie sind auch ein Stimmungsbarometer. Was Du noch alles darüber wissen solltest – hier die wichtigsten Fakten.
Sie sind wie kleine Antennen mit Plüsch – und stehen fast nie still: Pferdeohren sind für unsere Partner auf vier Hufen ein Frühwarnsystem. Nehmen sie etwas Ungewohntes wahr, werden Pferde aufmerksam. Und selbst wenn sie dösen oder schlafen, bleiben ihre Ohren im Arbeitsmodus und fangen jedes Knistern und Knacken ein. In der freien Natur ist das eine Überlebensstrategie. So können sie anschleichende Raubtiere rechtzeitig bemerken und fliehen.
Doch die Ohren können noch mehr. Was? Das verraten wir Dir hier:
1. 16 Muskeln für die Pferdeohren
Pferde sind in Sachen Geräuschwahrnehmung uns Menschen haushoch überlegen. Der Grund: Sie können jedes Ohr unabhängig voneinander um bis zu 180 Grad drehen. Entsprechend gut können sie verschiedene Geräusche und deren Ursprung orten – und müssen dafür nicht einmal den Kopf drehen. Damit das möglich ist, hat jedes Ohr 16 Muskeln.

2. Pferde sind Hör-Experten
Manchmal stellen wir fest, dass unser Pferd etwas hört, das wir nicht hören können. Woran liegt das? Ganz einfach: Pferde hören fast doppelt so gut wie wir Menschen, weil sie mehr Frequenzen wahrnehmen. Wir hören Töne mit Frequenzen bis 20.000 Hertz. Pferde hören allerdings Töne bis 33.500 Hertz.
3. Pferde lieben Vokale
Pferde haben ein Geräusch-Gedächtnis. Und weil sie so gut hören können, unterscheiden sie Geräusche auch besser – und können uns schon am Schritt erkennen. Ihr Gedächtnis funktioniert auch bei Kommandos. Daher reagieren sie auch „Hooo“, „Brrr“, „Terrrab“, „Gaaalopp“, und ganz wichtig: „feeeiiin“. Übrigens: Pferde lieben Vokale! Je höher und länger ausgeprägt, desto besser.

4. „Kalte“ Rassen haben kleinere Ohren
Tatsächlich ist die Ohrengröße nicht nur von der Körpergröße der Pferde abhängig, sondern auch von der Rasse. So haben zum Beispiel Rassen, die aus kälteren Gebieten stammen, kleinere Ohren. Der Grund: Das soll die Ohren vor Erfrierungen zu schützen.
5. Wind mögen Pferdeohren gar nicht
Wind macht selbst die coolsten Pferde nervös. Und das liegt auch an ihren Ohren. Der Grund ist simpel: Bei Wind nimmt Dein Pferd noch mehr Geräusche als sonst wahr. Und: Es kann nicht mehr so genau verorten, woher die Geräusche kommen. Das sorgt dafür, dass das Fluchttier Pferd angespannt wird. Dazu kommt noch: Der Wind verstärkt die Geräusche, sie werden als noch deutlicher aufgenommen. Das heißt: Je windiger es ist, desto schwerer hat es Dein Pferd, die Geräusche herauszufiltern und einzuordnen.

6. Pferde sprechen mit ihren Ohren
Tatsächlich sind die Ohren die Sprache der Pferde. Heißt: Pferde nutzen ihre Ohren, um zu kommunizieren. Zurückgedrehte Ohren signalisieren zum Beispiel Wut oder eine Warnung. Bei seitlich ausgerichteten, leicht hängenden Ohren ist das Pferd entspannt, vielleicht sogar gelangweilt oder döst einfach nur. Wenn die Ohren sehr schnell nach vorne und hinten wechseln, ist Dein Pferd vermutlich gerade verunsichert. Es weiß nicht so genau, was wichtig ist – und worauf es hören soll…
7. Auch Pferde schützen ihre Ohren
Wie hören Pferde eigentlich? Ganz einfach: Die Ohrmuschel fängt Schallwellen auf. Diese werden im Mittelohr verstärkt und in das innere Ohr weitergeleitet. Dort sitzen die Hörzellen, die die empfangenen Informationen über den Hörnerv ans Gehirn senden. Und wenn es eher laut wird? Dann legen Pferde manchmal die Ohren an – so schützen sie ihr Gehör.








