Islandpferde werden aufgrund ihrer Größe eigentlich als Ponys eingestuft, dennoch werden sie meist als Pferde bezeichnet. Die Robustpferderasse hat eine lange Geschichte, die bis zu den nordischen Wikingern zurückreicht. Heute gehören Isländer zu einer der beliebtesten Pferderassen unter Freizeit- und Turnierreitern.
Herkunft der Isländer
Islandpferde kommen, wie der Name es schon vermuten lässt, aus Island – jedoch ist das nur teilweise wahr, denn es wird vermutet, dass zwischen 800 und 900 nach Christus Wikinger die Ponys mit nach Island brachten. Somit kommen die eigentlichen Vorfahren der Isländer nicht von Island, sondern sind Nachfahren der keltischen Ponys aus Schottland, England und Irland. Vor allem wurden die Isländer von den Wikingern zur Arbeit genutzt und als Reittiere zur Fortbewegung auf holprigem Untergrund.
Die Ponys sind robust und langlebig. Nicht selten wird ein Islandpferd über dreißig Jahre alt. Wer sich also für einen Isländer entscheidet, der hat in den meisten Fällen sehr lange etwas von ihm. Die stolzen Isländer entwickeln sich im Vergleich zu den Warmblütern eher spät, weswegen sie oftmals erst mit vier oder fünf Jahren ihre Ausbildung zum Reitpferd beginnen.
Eine spezielle Zucht
Erst auf Island entwickelten sich die Islandpferde zu der Rasse, wie wir sie heute kennen. Die Zucht dort hat sich anders entwickelt, als die Pferde auf dem Festland. Um als Islandpferd anerkannt zu werden, muss das Pferd „reingezogen“ sein. Das bedeutet, dass man die Vorfahren des Pferdes bis nach Island zurückverfolgen können muss. Nach Island gibt es deswegen auch heutzutage noch ein Importverbot von Pferden – ebenso darf ein Pferd, welches einmal Island verlassen hat, nicht wieder zurückkehren. Das hat vor allem den Hintergrund, dass auch ein Import von Krankheiten verhindert werden soll.

Die Besonderheit der Gänge
Neben den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp besitzen Isländer als Gangpferde ein bis zwei weitere Gänge. Isländer sind also Vier- oder sogar Fünfgänger.
Der Tölt ist eine von ihnen. Tölt hat keine Schwebephase und ist ein sehr bequemer Viertakt und mit Schritt zu vergleichen, auch wenn ein Unterschied ganz klar das hoch angehobene Vorderbein darstellt. Diese Gangart ist sehr gemütlich und in den Isländern genetisch veranlagt. Tölt wird bereits in sehr jungen Jahren bei den Isländern gefördert,
Pass – auch Skeid genannt – ist eine weitere Gangart der Isländer. In dieser Gangart kann ein gut ausgebildetes Islandpferd sogar ein Tempo von bis zu 45 km/h erreichen. Beim Pass gibt es eine sehr deutliche Schwebephase. Hierbei berühren die Beine der selben Seite nahezu gleichzeitig den Boden, woraus sich ein Zweitakt ergibt. Auch diese Gangart ist ausgesprochen bequem zu sitzen.

Exterieur und Interieur
Isländer haben einen stämmigeren Körperbau, neigen zu überdurchschnittlich viel Behang und haben im Winter ein dichtes Fell. Im Durchschnitt erreichen sie ein Stockmaß zwischen 1,30 Meter bis 1,45 Meter. Farblich gibt es bei den Islandpferde nahezu keinen Grenzen: fast alle Farbvarianten, welche es bei Pferden gibt, ist bei den Isis vertreten.
Sie gelten als zuverlässige, mutige, stolze und arbeitswillige Pferderasse und sind somit der perfekte Partner für Reiter, die sowohl sportlich, als auch rein freizeitmäßig unterwegs sein möchten.








