Sie sehen für Pferde manchmal verführerisch lecker aus – doch haben sie gefährliche „Nebenwirkungen“. Denn so manche Pflanze ist für unsere Partner auf vier Hufe giftig. Pferde.de nennt 7 Giftpflanzen, die Du unbedingt meiden solltest.
Eigentlich hat die Natur clever mitgedacht: Giftige Pflanzen schmecken oft bitter. Das ist im Prinzip ein doppelter Schutz: Für die Pflanze, weil sie dadurch nicht gefuttert wird – und für unsere Pferde, weil sie dadurch auf diesen scheinbaren Leckerbissen verzichten. Doch das Prinzip funktioniert leider nicht immer. Und dafür gibt es verschiedene Gründe.
Einer davon ist schlicht das moderne Futter. Kraftfutter, Müsli, Leckerlis – unsere Pferde sind an verschiedene Geschmäcker mittlerweile gewöhnt. Kommen dann Giftpflanzen als etwas Ungewohntes auf die Pferdezunge, reagiert sie dadurch nicht immer mit Vorsicht. Dazu kommt: Viele Pflanzen schmecken erst ab einer bestimmten Größe wirklich unangenehm.
Viele Symptome bei Giftpflanzen
Wenn Dein Pferd eine giftige Pflanze gefressen hat, solltest Du schnell reagieren. Doch wie erkennen wir eine Vergiftung? Das ist tatsächlich gar nicht so einfach. Es gibt viele Symptome. Zu den auffälligsten Hinweisen gehören Schwitzen, Schaum vor dem Maul, Speichelfluss, Atemnot, Zittern, Durchfall und Koliken. Aber auch Krämpfe, Gleichgewichtsstörungen und erweiterte Pupillen gehören dazu.
Es gibt akute Vergiftungen, auf die Pferde sofort reagieren. Es gibt aber auch chronische Vergiftungen. In diesem Fall sammelt sich das Gift über Tage oder Monate im Körper an, während das betroffene Pferd lange symptomfrei bleiben kann. Oft sind Pferde dann ohne erkennbaren Grund müde und kraftlos. Solltest Du eine Veränderung an Deinem Partner auf vier Hufen erkennen, solltest Du die Weide absuchen. So kannst Du Hinweise für eine mögliche Vergiftung finden.
Verdacht auf Vergiftung? Sofort den Tierarzt rufen
Hast Du den Verdacht, dass Dein Pferd etwas Giftiges gefressen hat – dann sofort den Tierarzt alarmieren. Wenn möglich: Hebe ein Stück der Pflanze auf, die Dein Pferd gefressen hat. Bis der Arzt da ist, sollte Dein Pferd nichts mehr fressen. Aber: Wasser kann es trinken, so viel es will. Und: Du kannst Dein Pferd führen.
Doch welche Pflanzen sind für Dein Pferd besonders gefährlich? Wir stellen Dir sieben typische Giftpflanzen vor, die auf unseren Weiden oder an unseren Ställen wachsen:

1. Buchsbaum – die tödliche Hecke
Gefährlichkeit: sehr giftig, 700 bis 900 Gramm Blätter sind tödlich
Verbreitung: als Hecke in Gärten, Parks, selten im Laubwald
Symptome: Kolik, starker Durchfall, Taumeln, Bewegungsstörung, zentrale Krämpfe, Schluckbeschwerden, Koma, Tod durch Atemlähmung

2. Fingerhut – getrocknet besonders gefährlich
Gefährlichkeit: Die Blüten sind sehr giftig – vor allem getrocknet. Landet Fingerhut zum Beispiel im Heu, sind bereits 25 Gramm tödlich. Frische Blätter sind bei 120 bis 150 Gramm tödlich.
Verbreitung: Bergwälder, sonnige Hänge, lichte Wälder, Gärten
Symptome: Kolik, blutig-wässriger Durchfall, blutiger Urin, Benommenheit, Muskelzittern, Taumeln, beschleunigte Atmung, Tod durch Herzstillstand

3. Blauer Eisenhut – auf feuchten Weiden verbreitet
Gefährlichkeit: Gilt als giftigste Pflanze in Mitteleuropa.
Verbreitung: als Zierpflanze in Gärten und Parks, am Ufer – aber auch auf feuchten Weiden!
Symptome: Speicheln, Kolik, Durchfall, zentrale Krämpfe, Herz-Rhythmus-Störungen, Tod durch Herz- und Atemlähmung

4. Rhododendron – die giftige Schönheit
Gefährlichkeit: stark giftig
Verbreitung: Zierstrauch in Gärten und Parkanlagen, steht auch oft auf Stallanlagen
Symptome: Speicheln, Kolik, Durchfall oder Verstopfung, zentrale Krämpfe, beschleunigte Atmung, Tod durch Atemlähmung

5. Herbstzeitlose – auch im Heu eine Gefahr
Gefährlichkeit: Die ganze Pflanze ist sehr stark giftig – auch, wenn sie im Heu ist!
Verbreitung: feuchte Wiesen
Symptome: Nahrungsverweigerung, schwitzen, extremer Speichelfluss, Koliken, blutiger Durchfall, Kreislaufstörungen und Lähmungserscheinungen

6. Jakobskreuzkraut – die Problempflanze auf Weiden
Gefährlichkeit: sehr giftig, besonders gefährlich, da es im getrockneten Zustand nicht mehr bitter ist und von Pferden mit gefressen wird
Verbreitung: Wächst an Waldrändern, Wegen, Brachflächen oder Industrieflächen – und leider auch oft auf Weiden.
Symptome: Schädigung der Leber, Apathie, depressive Verstimmungen und/oder Appetit- und Gewichtsverlust

7. Johanniskraut – keine tierische Heilpflanze
Gefährlichkeit: In der Humanmedizin wird sie als Heilpflanze genutzt, für Pferde sind die Blüten giftig.
Verbreitung: an Waldrändern und auf feuchten Wiesen
Symptome: Schwellungen, Entzündungen an Haut, Kinn oder Lippen sowie Unruhe








