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Belästigungen im Reitsport: Wie Reiterinnen gegen Sexismus kämpfen

Leonie Greife by Leonie Greife
30. Mai 2025
Ein Mädchen reitet auf einem Pferd.

Foto: unsplash.com/Philippe Oursel (Symbolfoto)

Ob anzügliche Sprüche im Stall oder sexualisierte Kommentare im Netz: Leider ist das eine Erfahrung, die schon viele Reiter – und vor allem Reiterinnen – machen mussten. Spätestens seit der #MeToo-Bewegung kämpfen Reiterinnen um Gleichberechtigung in einer Sportart, die sich lange Zeit als buchstäblicher Vorreiter auf diesem Gebiet gegeben hat. 

Reiten ist die einzige olympische Sportart, bei der Männer und Frauen direkt gegeneinander antreten. Eine gleichberechtigter Sport also? Dieses Image fängt spätestens an zu bröckeln, seit in den vergangenen Jahren immer mehr Reiterinnen auf Sexismus und sexuelle Übergriffe im Reitsport aufmerksam machen.

#MeToo im Sattel

Eine der ersten, die die Missstände öffentlich anprangerte, war Michelle Payne. Als erste Frau hat sie 2015 als Jockey den Melbourne Cup gewonnen. Und diesen Triumph nutzte sie, um ihrem Ärger Luft zu machen: „Der Pferderennsport ist so ein chauvinistischer Sport. Viele Besitzer wollten mich am liebsten vom Pferd kicken, weil sie denken, Frauen seien nicht gut genug. Weil sie denken, wir hätten nicht genug Kraft“, zitiert sie die „NZZ am Sonntag“. „Es gehört verdammt viel mehr zum Reiten, als einfach nur stark zu sein. Das ist kompletter Bullshit.“

Ein Jahr später kam es zu einer Welle der Empörung in den USA, als mehrere Missbrauchsfälle durch den längst verstorbenen und extrem erfolgreichen Springtrainer Jimmy Williams bekannt wurden.

Während seiner Zeit als Ausbilder hat er immer wieder teils minderjährige Schülerinnen gegen ihren Willen geküsst, begrabscht, genötigt und missbraucht. „Der Reittrainer, der Olympioniken geprägt und dabei eine Spur von Kindesmissbrauch hinterlassen hat” titelte die „New York Times“ über Williams.

Und fasst damit das Machtgefüge zusammen, dass die sexuelle Gewalt in vielen Fällen ermöglicht: Wer von den Besten lernen will, wer Angst hat, ein geliebtes Pferd oder Karriere-Chancen zu verlieren, bleibt still.

eine Reiterin mit Pferd
Foto: unsplash.com/Hamid Tajik (Symbolfoto)

Ein Teufelskreis, der auch in anderen Bereichen und Sportarten dazu führt, dass Trainer, Chefs, Priester ihre Macht missbrauchen können – und dabei lange Zeit unbestraft bleiben.

Anne Kursinski zählt zu den erfolgreichsten Springreiterinnen der USA. Auch sie wurde über Jahre von Williams vergewaltigt und hat als eine der ersten darüber gesprochen. Sie weiß, dass die Täter oft davon kommen, weil sie in ihrem Metier als Götter gelten. „Ich sage noch immer, dass er ein Genie ist. Aber er war krank.“ Dass sie so lange schwieg, habe auch mit ihrer Dankbarkeit für seine Rolle in ihrer Reiterkarriere zusammen gehangen. Diesen Widerspruch zwischen Angst, Abscheu und Wut auf der einen und Loyalität auf der anderen Seite musste sie durch lange Therapie aufarbeiten.

Sexismus und sexuelle Gewalt im Reitsport passieren auch in Deutschland

Auch hierzulande gelangen immer wieder Fälle in die Schlagzeilen, die besorgniserregend sind. Vor einigen Jahren wurde zum Beispiel ein Reitlehrer aus Schleswig-Holstein zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt – er hatte eine 13-jährige Reitschülerin in insgesamt 18 Fällen missbraucht.

Eigentlich ist es kein Wunder, dass auch unter Pferdemenschen schwarze Schafe sind. Dass es dort dieselben Probleme von strukturellem Sexismus gibt wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft.

Aber im Gegensatz zu manchen anderen Sportarten gibt es auf den Reithöfen besonders viele Mädchen und Frauen: Der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge machen sie 76 Prozent der Mitglieder in Reitvereinen aus. In den großen Turnierställen überwiege der Anteil der Pferdepflegerinnen. Viele Mädchen fangen jung mit dem Reiten an und werden so möglicherweise in den unsicheren, schutzbedürftigen Phasen der Kindheit und Pubertät mit unangenehmen Sprüchen und Situationen konfrontiert.

Und das nicht nur innerhalb des Reiterkosmos, sondern auch von außen.

Reiterin kämpft gegen sexistische Kommentare auf Instagram

Dass der Sexismus im Reitsport in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist, liegt auch an mutigen Reiterinnen wie Lisa Marie Kreutz. Mit dem Hashtag „#uyvequestrians“ fordert sie auf Instagram andere Reiterinnen und Reiter dazu auf, ihre Stimme gegen sexistische Kommentare im Netz zu erheben. Denn genau dafür steht der UYV: Use Your Voice – Benutze Deine Stimme.

Hier klicken, um den Inhalt von Instagram anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Instagram.

„Inhalt“ direkt öffnen

2019 hat Lisa Marie die Aktion ins Leben gerufen, um sich gegen anzügliche Kommentare zu wehren, die sie und viele andere Reiterinnen bekommen. Private Nachrichten wie „Reite doch mal auf mir“, will sie nicht mehr hinnehmen.

Andere berichten von ähnlichen Erlebnissen, etwa in der Schule. Jungs, die reiten, sehen sich dort mit homophoben Beleidigungen konfrontiert. Mädchen auf der Suche nach einer Reitbeteiligung erhalten auf Ebay-Kleinanzeigen Anfragen von wildfremden Männern, die ihnen Geld für Sex anbieten wollen.

Und wenn sich die Betroffenen dann gegen die sexualisierten Sprüche wehren, werden sie als „spaßbefreit“ abgestempelt.

Doch diese Nachrichten und Sprüche sind kein Spaß. Sie hinterlassen bei den Betroffenen teils tiefe Spuren. So berichtet Lisa-Marie in einer Story (zu sehen in ihrem Instagram-Profil unter dem #uyvequestrians-Highlight) von einem Mädchen, dass als 14-Jährige schon solche Sprüche zu hören bekam – und nun ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Sexualität hat.

Andere trauen sich aus Angst vor doofen Kommentaren nicht mehr, von ihrem Hobby zu erzählen – obwohl sie es so sehr lieben. Geschichte wie diese posten viele Reiterinnen auf Instagram:

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Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von Instagram.

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Viele wollen endlich laut werden, damit sich etwas ändert. „Wir betreiben die einzige olympische Sportart, in der Männer und Frauen gleichberechtigt gegeneinander antreten… Aus diesen und vielen anderen Gründen können wir stolz sein Reitsportler zu sein. Wir und auch unsere Pferde verdienen genauso viel Respekt, wie Athleten anderer Sportarten auch“, schreibt Lisa  Marie unter dem Post.

Wie gleichberechtigt ist der Reitsport?

Trotz dieser vermeintlichen Gleichberechtigung, die im Reitsport gerne hervorgehoben wird, zeigen Erfahrungen wie die von Michelle Payne, dass Männer und Frauen in den verschiedenen Reitdisziplinen noch immer anders angesehen werden. Oft traut man Reiterinnen in Disziplinen wie Springen und Vielseitigkeit, bei denen vermeintlich männliche Attribute wie Geschwindigkeit und Risiko zählen, weniger zu. Beim Dressurreiten, wo vor allem Harmonie und Ästhetik im Vordergrund stehen, findet man dagegen weniger Männer.

Lange Zeit mussten Frauen zum Beispiel im Damensattel reiten. Es ist noch keine 100 Jahre her, dass in deutschen Reitermagazinen aufgrund von pseudo-wissenschaftlichen Fakten erklärt wurde, warum Frauen keinen normalen Sattel nutzen könnten. Wettkampfreiten und eine wirkliche Kontrolle über das Pferd sind im Damensattel aber gar nicht möglich. Er war Jahrzehnte lang ein wirksames Instrument, um Frauen im Pferdesport klein zu halten. Eine gläserne Decke zum Draufsetzen.

Die Zeiten des Damensattels sind vorbei – die Abwertung von Frauen und Reiterinnen aber nicht. Denn denselben Zweck verfolgen auch die gehässigen und unpassenden Kommentare. Sie werten die Sportlerinnen ab, in dem sie nicht als Athletinnen geschätzt sondern zum Sexobjekt degradiert werden.

„Reite auch mal auf mir“

Genau das hat für Lisa Marie den Ausschlag zu ihrer Initiative gegeben. Im Interview mit „Der Pferdepodcast“ erzählt sie: „Ich persönlich habe drei bis vier Mal die Woche Nachrichten bekommen von irgendwelchen Männern, die mir geschrieben haben, ich solle doch bitte mal auf ihnen reiten oder ich solle ihnen bitte Bilder von meinem Arsch in Reithosen schicken. Das hat mich fürchterlich genervt.“

Nur weil Reiter enge Hosen tragen und das Becken beim Reiten bestimmte Bewegungen ausführt, sei das kein Freifahrtschein für eine Sexualisierung des Sportes, findet Lisa Marie Kreutz. „Ich war einfach wütend.“ Sie übe einen Sport aus, der ihr unglaublich viel abverlange. Sie möchte also auch als Sportlerin gesehen werden, als Athletin – und nicht als Sexobjekt.

Sexuelle Belästigung im Reitsport: Was Betroffene tun können

Die Initiative der jungen Springreiterin startete 2019 und zeigte kurz darauf erste Erfolge. 2021 richtete die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) als erster Sportverband einen Betroffenenrat für sexualisierte Gewalt ein. „Die Prävention von sexualisierter Gewalt ist ein Kernanliegen unseres Verbandes, denn das Thema sexueller Missbrauch im Sport ist aktueller denn je“, schreibt die FN in einem Statement gegenüber unserem Magazin.

Im September 2025 wird der Betroffenenrat seit vier Jahren bestehen. Er wurde mit dem Ziel gegründet, „betroffenen Personen eine direkte Stimme im Verband zu geben und das Engagement gegen sexualisierte Gewalt im Pferdesport nachhaltig zu stärken“, so die FN. In den vergangenen Jahren habe das Gremium wichtige Impulse gesetzt und zum Aufbau eines sensibleren, strukturierteren Umgangs mit dem Thema beigetragen. Der BetroffenRat ist per E-Mail unter fnbetroffenenrat@fn-dokr.de erreichbar.

Eine erste Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt im Pferdesport, in Vereinen und Betrieben ist außerdem das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch. Dafür kooperiert die FN bereits seit dem 1. Mai 2020 mit dem Verein N.I.N.A. („Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Jungen und Mädchen“). Das Hilfetelefon ist unter der Nummer 0800 22 55 530 erreichbar (montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr, dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr). Auch ein Kontakt per Mail an mail@nina-info.de ist möglich.

„Unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen, dass der Verein, der Betrieb, der Stall sichere Orte für jeden sind. Dazu gehört auch die Weiterentwicklung unserer internen Strukturen und der offene Dialog mit Betroffenen und Fachleuten“, sagt Dr. Dennis Peiler, stellvertretender Vorsitzender der FN.

Verbände und Vereine bieten Anlaufstellen für Betroffene

Betroffene können sich auch persönlich direkt an die FN wenden, natürlich anonym. Der Verein ermutigt die mutmaßlichen Betroffen auch, die Tat bei den Strafverfolgungsbehörden anzuzeigen. Diese prüfen und entscheiden dann, ob ein Strafverfahren eröffnet wird. Wenn der mutmaßliche Täter oder die mutmaßliche Täterin in bei der FN registriert ist – etwa als Reiter, Züchter, Inhaber eines Pferdebetriebs oder Ausbilder –, versucht der Verband die Tatsachen zu ermitteln und Beweise zu sammeln. Auf dieser Grundlage wird entscheiden, ob ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird. Für die Durchführung des Disziplinarverfahrens ist dann die Disziplinarkommission zuständig.

Darüber hinaus hat die FN in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen zum Schutz vor sexualisierter Gewalt umgesetzt. So ist das Thema „Schutz vor sexualisierter Gewalt“ mittlerweile verbindlich in das Ausbildungssystem und die Lehrkonzeption der Amateurtrainer integriert. Seit dem 1. März 2012 müssen angehende Trainer einen Ehrenkodex unterschreiben. Seit 2014 müssen sie ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, um zur Trainerprüfung zugelassen zu werden. Außerdem kann die Trainerlizenz bei Verstößen aberkannt werden.

ein kleines Mädchen sitzt vor einem Pferd
Foto: unsplash.com/Adalia Botha (Symbolfoto)

Der Verein „Zartbitter e.V.“ ist eine weitere Anlaufstelle für Jugendliche in Bedrängnis. Dieser weist auf ein wichtiges Problem hin: Demnach ereigneten sich die meisten bekannten Fälle in privatwirtschaftlich betriebenen Reitställen, die nicht Mitglied in der Reiterlichen Vereinigung sind. Und: Die meisten Beschuldigten hätten keine Trainerlizenz. In diesen Fällen habe die FN keine Sanktionsmöglichkeit.

Der „Zartbitter e.V.“ fordert deshalb gesetzliche Regelungen: Auch private Angebote sollten Auflagen erfüllen müssen, die den Schutz von Kinder und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt sicherstellen. Zusätzlich sei eine vom Bund finanzierte Beschwerdestelle dringend nötig.

Wer wie Lisa Marie Kreutz vor allem online sexuelle belästigt wird, kann sich ebenfalls wehren. Ein erster Schritt wäre, die Nachrichten direkt bei Instagram zu melden. Rechtsanwältin Julia Hartwig gibt gegenüber dem „MDR“ den Tipp, dass es einen zivilrechtlichen Unterlassungsanspruch gibt. Außerdem kann ein Straftatbestand der Beleidigung erfasst werden. „Das geht auch, wenn Sie unaufgeforderte Bilder bekommen, die einen sexuellen Hintergrund haben.“

Sprich über Deine Erfahrungen

Das Beispiel von Lisa Marie Kreutz zeigt: Reden hilft! Für Betroffene ist es wichtig, sich auszutauschen. Zu wissen, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht alleine sind. Ob Du Deine Geschichte mit Hashtag und Post auf Instagram teilst oder nicht – vertraue Dich zumindest Deinen Eltern, Freunden oder Vertrauenspersonen im Stall an.

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