Sie sind die beliebteste Pferderasse in Deutschland. Kein Wunder, schließlich ist das Shetlandpony durch seine Größe das ideale Einsteigerpony. Doch in den Kleinen steckt mehr. pferde.de verrät sieben ungewöhnliche Fakten zu den Minis.
Klein, aber oho – mit diesen drei Worten sind Shetlandponys perfekt beschrieben. Die Minis sind durchschnittlich gerade mal 87 bis 107 Zentimeter groß und stecken dabei sogar die stärksten Kaltblüter in die Tasche. Dazu sind die Shettys robust, menschenbezogen – und manchmal etwas eigensinnig.
Ihr kuscheliges Fell und ihre Plüsch-Mähne machen sie zu wahren Herzensbrechern auf vier Hufen. Kein Wunder also, dass Shetlandponys zu den beliebtesten und bekanntesten Rassen der Welt zählen.
Jetzt möchtest Du noch mehr über die Minis wissen? Dann haben wir hier ein etwas anderes Rasseporträt für Dich:
1. Herkunft? Ungeklärt!
Shetlandponys kommen von den Shetlandinseln – das weiß eigentlich jeder. Nur: Wie kamen die Kleinen da eigentlich hin? Da sind sich selbst Experten nicht einig. Einige vermuten, dass die Vierbeiner von den keltischen Ureinwohnern Schottlands auf die Inseln gebracht wurden. Andere sagen dagegen, dass die Shettys von Tundrapferden abstammen. Die waren nämlich schon vor über 10.000 Jahren in Skandinavien weit verbreitet. Und von dort sollen sie auf die Shetland-Inseln gelangt sein.
Fakt ist auf jeden Fall: Die Shettys gehören seit mindestens 2.500 Jahren zu den Shetlandinseln. Bei verschiedenen Ausgrabungen fand man bereits kleine Knochen, die während der Bronzezeit gelebt haben müssen.

Bereits im Mittelalter bezeichnete man die Ponys als „Sheltties“. Doch die planmäßige Zucht begann erst 1869. Knapp 80 Jahre blieb sie frei von fremden Bluteinflüssen. Doch dann standen die Züchter vor einem Problem: Die Ponys wurden immer kleiner. Der Grund: Die größeren Ponys ließen sich besser verkaufen, dadurch blieben die kleineren Ponys als Zuchtbasis auf der Insel. Das sollte sich ändern.
Und so wurden 1950 mehrere größere Pferde geholt, um die Rasse „wachsen“ zu lassen. Ohne großartige Erfolge: Die Nachzucht ging oft ein, da sie dem harten und rauen Klima der Shetlandinseln nicht gewachsen war. Heute gibt es auf der ganzen Welt Shetlandponys. Sie sind in allen Farben vertreten. Erlaubt ist, was gefällt – mit einer Ausnahme: Tigerschecken sind in der Zucht verboten…
2. Vom Grubenpony zum Freizeitpferd
Ihre Größe machte Shettys gerade für den Bergbau interessant. Und so wurden die Ponys im Jahr 1850 erstmals in Minen eingesetzt. Sie mussten unter Tage schwere Karren ziehen. Auch in Deutschland wurden die Kleinen als Grubenpferde genutzt. Zu Beginn wurden die Ponys, eingewickelt in Netze, zu Schichtbeginn durch die engen Förderschächte in die Tiefe hinabgelassen.
Später zogen sie ganz nach unten, sahen nur noch selten Tageslicht. Stattdessen hatten sie ihren Stall in den Stollen – manchmal in 700 Meter Tiefe. Auf dem Höhepunkt der Grubenpferd-Ära vor dem Ersten Weltkrieg verrichteten allein in den Zechen an der Ruhr mehr als 8.000 Ponys die Schwerstarbeit. Doch nach rund 100 Jahren war in Deutschland Schluss mit den Grubenpferden. Und die Shettys starteten eine neue Karriere – als Freizeit- und Showpferd.
3. Shetlandpony – ein Maskottchen für die Queen
Wenn die Queen Urlaub macht, heißt es: Spalier stehen! Das gilt auch für ihren Sommerurlaub im schottischen Balmoral. Kaum ist Queen Elizabeth angekommen, gibt es eine offizielle Begrüßungszeremonie.
Im Rahmen dieser Zeremonie vor den Toren des Schlosses inspiziert die Königin auch die Ehrengarde – und trifft dabei auf das Maskottchen des Royal Regiment of Scotland: das Shetlandpony Lance Corporal Cruachan IV. Der Kleine ist übrigens weltweit beliebt, hat sogar einen eigenen Twitter-Account…
4. Der Immenhof machte auch Shettys berühmt
In Deutschland erlebten Shettys ab 1955 einen wahren Boom. Schuld war ein Film: „Die Mädchen vom Immenhof“. Denn dort hatten neben den Schauspielerinnen vor allem Isländer die Hauptrolle – aber auch Shettys spielten mit.
Nach den Dreharbeiten kamen die Film-Shettys zurück nach Miel. Und zumindest Stute „Mausi“ konnte ihr Leben genießen: Sie wurde 44 Jahre alt. Anders erging es den Shettys aus Bad Münstereifel: Sie verbrannten auf dem Rücktransport in Rheinbach-Neukirchen. Ein Funke aus dem Traktor hatte das Stroh ihres Hängers entzündet.
5. Unschlagbar als Therapiepferde
Sie sind nicht nur die erste Liebe von kleinen Mädchen: Shettys sind auch als Therapie- und Besuchsponys unschlagbar – wie Pony Socke. Der 86 Zentimeter große Wallach braucht nur ein paar Sekunden und schon schafft er das, was anderen Therapeuten nicht gelingt: Er öffnet das Herz von dementen Senioren, bringt sie zum Reden und Lächeln.
Sein „Geheim-Rezept“? Sanfte braune Augen, ein kuscheliges Fell, ganz viel Gelassenheit – und seine kleine Nase, die er vertrauensvoll seinen „Patienten“ entgegenstreckt. Damit wickelt Socke jeden um seine Hufe…

6. Shetlandpony bricht auch Rekorde
Im „Guiness-Buch der Rekorde“ gehören Shetlandponys einfach dazu. So schaffte es 2010 Golden Shante hinein – er hatte den längsten Schweif der Welt: 4,08 Meter lang. 2004 kam ein ungewöhnlicher Eintrag ins Guiness Buch: Im belgischen St. Vith bildeten 102 Shetlandponys das längste Ponygespann der Welt. Aufgestellt wurde der Rekord beim Internationalen Shetlandpony-Treffen, an dem 170 Ponys aus Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Deutschland teilnahmen.
Und auch Madame Nou aus Berlin schaffte einen Rekord. Sie toppte nämlich die durchschnittliche Lebenserwartung von 40 Jahren: Mit 50 Jahren war sie bis 2013 das älteste lebende Pony der Welt. Dabei sollte sie eigentlich schon früh zum Schlachter. Doch Pferdeliebhaber retteten sie. Sie gab dafür viel zurück: In ihrem Leben lernten rund 1.500 Kinder auf ihr das Reiten.
7. Die Kleinsten sind die Stärksten
Kaum zu glauben, aber: Shetlandponys sind im Verhältnis zu ihrer Körpergröße die stärksten Pferde der Welt. Mit ihren kurzen, kräftigen Beinen können sie nämlich das Doppelte ihres eigenen Gewichts ziehen und bis zu 60 Kilogramm tragen. Zum Vergleich: Ein großer Kaltblüter schafft nur etwa die Hälfte seines Körpergewichts.









Ich habe auch 4 minis und arbeite mit Menschen mit Behinderung.sie öffnen den Ponys ihr Herz und schenken ihnen ihr Vertrauen . Es ist so schön zu sehen wie sie miteinander kommunizieren und die Menschen durch die kleinen shettys aufblühen.