Sonja Haas liebt Ausritte. Dabei begleitet die 27-Jährige nicht nur ihr Pferd, sondern auch ihre Katze. Das ungewöhnliche Trio ist mittlerweile weit über ihren Heimatort hinaus bekannt. pferde.de sprach mit ihr über Freiheit, tierische schöne Ausflüge – und warum das eigene Pferd das perfekte Pferd ist…
Den Pferdevirus hat sie schon als Kind gehabt: „Mit sieben Jahren saß ich das erste Mal auf einem Pferd“, erinnert sich Sonja Haas. „Damals bin ich die klassische englische Dressur geritten.“ Mit 17 war sie fast täglich im Reitstall. Doch dann kam eine Wende. Und „Schuld“ hat die Verwandtschaft…
Genauer: ihr Großcousin. Er ist nämlich ein erfolgreicher Westernreiter. „Durch ihn habe ich meine Liebe zum Westernreiten entdeckt.“ Das sie beides kann, ist ein Vorteil, sagt Sonja lachend. „Meinen guten Sitz habe ich durch die englische Reitweise. Die tiefe Verbindung zu den Pferden kam dann durchs Westernreiten.“
Booker ist das perfekte Pferd für mich
Durch ihren Großcousin kam Sonja auch zu ihrem Pferd. „Booker gehörte ihm. Er hat ihn ausgebildet, wollte mit ihm auf Turniere. Aber da zeigte sich: Booker kann zwar alles, aber er mag den Turnier-Stress nicht so.“ Und da Sonja Haas den Wallach oft geritten hatte, stand für sie fest: Er kommt zu ihr. „Das war die beste Entscheidung“, sagt sie heute.

Denn mit Booker lernte sie die Freiheit auf dem Pferd kennen. „Ich habe erst mit kleinen Tricks und Kunststücken angefangen. Er kann lächeln, Küsschen geben.“ Dann fing sie an ihn mit dem Halsring zu reiten – erst zu Hause, dann auch im Gelände. „Ich kann mit ihm alles machen. Erst ist für mich wirklich das perfekte Pferd.“
Pferd und Katze sollten sich früh kennenlernen
Das Vertrauen zwischen ihr und dem American Quarter-Horse ist so groß, dass sie sogar auch komplett ohne mit ihm ausreitet – also ohne Sattel, ohne Zaumzeug, ohne Halsring. „Er ist einfach so cool, da muss ich mir überhaupt keine Sorgen machen. Im schlimmsten Fall werde ich zum Beifahrer, wenn er beschließt, dass er nach Hause will“, sagt sie lachend.
Seit einigen Monaten haben Sonja Haas und Booker noch einen Begleiter: Larry, ein sibirischer Waldkater. „Ich wollte schon immer eine Katze haben“, sagt Sonja. Und gibt zu: „Eigentlich hatte ich zuerst keine genauen Vorstellungen. Ich hatte früher einen Hund, der war sogar kleiner als Larry. Er war immer mit im Stall. Von daher habe ich schon gedacht, dass meine Katze auch Booker kennenlernen wird. Aber mehr hatte ich nicht geplant…“

Mit Clickertraining kam Sonja zum Ziel
Doch bevor Larry bei ihr einzog, las sie alles über Katzenhaltung und -erziehung. „Da habe ich gesehen, dass man Katzen auch trainieren kann.“ Und so übte sie schon nach wenigen Tagen mit Larry. Und hatte schnell Erfolg: Mit Geduld, Leckerchen und Clickertraining brachte sie ihm kleine Kunststücke bei. „Er hat dann auch schnell gelernt, in einen speziellen Transport-Rucksack mit Fenster zu klettern, so dass ich ihn mitnehmen konnte.“
Denn: Larry ist quasi eine Hybrid-Katze, wie Sonja lächelnd sagt. Also: Halb Haus- und halb freilaufende Katze. „Ich kenne so viele Katzenbesitzer, deren freilaufende Katzen gestorben oder schwerwiegende Verletzungen erlitten haben. Da ermögliche ich ihm lieber täglichen Freigang mit mir gemeinsam mit Booker oder auch zu zweit beim Spazieren.“
Kater Larry liebt Ausritte
Das erste Mal im Stall war vor allem Booker irritiert. „Larry saß auf meiner Schulter und Booker hat schon geguckt, als der kleine Kater ihm so nah kam. Aber er hat sich schnell daran gewöhnt.“ Schon einen Monat nach seinem Einzug hat sie ihn zum ersten großen Ausritt mitgenommen. „Da waren wir sechs Stunden unterwegs. Auf dem Hinweg saß Larry meistens auf meiner Schulter. Und den kompletten Rückweg hat er in seiner Box verschlafen. An dem Abend war er ziemlich groggy. Aber es war auch klar: Er mag das.“

Und so ist sie am Wochenende mittlerweile regelmäßig mit Booker und Larry unterwegs. „Ich wohne direkt im Schwarzwald, das ist perfekt.“ Aber auch Ausflüge in die Stadt hat sie bereits mit ihnen unternommen. „Booker kannte ja schon vorher alles: Autos, Bahn, Bus – das hatte er alles schon gesehen.“ Und Larry sitzt dann neugierig auf ihrer Schulter. Dass das Trio dabei für Aufsehen sorgt, interessiert ihn nicht – außer es gibt Streicheleinheiten für ihn. „Er hat noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, ist sehr vertrauensvoll – auch bei Fremden.“
Das Wichtigste? Dass es Larry und Booker gut geht
Und das soll auch so bleiben, dafür sorgt Sonja. Die Transportbox ist immer dabei, so dass Larry sich jederzeit zurückziehen kann, wenn es ihm zu viel wird. „Das Wichtigste ist, dass es Larry und Booker gut geht.“ Dabei weiß sie: „Die Kombination ist schon ungewöhnlich. Eine Passantin sagte, wir erinnern sie an Pippi Langstrumpf…“
Dass sie mittlerweile schon angesprochen wird, stört sie nicht. „Es sind immer sehr freundliche Reaktionen.“ Auch auf Instagram berichtet Sonnja von ihren gemeinsamen Ausflügen. Da sieht man auch, dass Larry fast immer an der Seite der Wirtschaftsingenieurin ist: „Er war schon mit im Urlaub am Bodensee und in der Schweiz. Und auch ins Restaurant habe ich ihn schon mal mitgenommen.“ Zwar war auch das ungewöhnlich, aber „wo Hunde reindürfen, darf auch eine Katze rein“.
Neben ihrem Beruf und ihren Tieren hat Sonja Haas übrigens noch eine Leidenschaft: Sie ist Spray-Paint-Künstlerin. Ihr Lieblingsmotiv? Natürlich Tiere…








