Stangentraining ist nicht nur eine ideale Abwechslung in der Winterarbeit. Du kannst es eigentlich immer nutzen – egal, ob Du Dressur- oder Freizeitreiter bist. Denn das Stangentraining ist eine tolle Unterstützung bei der Lösungsarbeit und stärkt die Rückenmuskulatur Deines Partners auf vier Hufen. 7 Ideen für mehr Abwechslung.
Okay, vier Stangen im passenden Abstand in eine Reihe legen und dann darüber traben oder galoppieren – das kann jeder. Doch Stangentraining kann viel mehr sein. Und je kreativer Du dabei bist, umso mehr hat auch Dein Pferd davon. Es ist mehr Abwechslung, Dein Pferd muss also mitdenken. Dazu förderst Du Koordination und Geschicklichkeit – bei Dir und Deinem Pferd.
Ganz wichtig: Taste Dich an neue Übungen immer langsam heran. Und achte natürlich auf die Abstände. Beim Stangentraining gilt: Für den Schritt brauchst Du 80 bis 90 Zentimeter, im Trab 1,20 bis 1,40 Meter und beim Galopp drei bis 3,5 Meter. An diesen Angaben erkennst Du bereits, dass Du die Abstände variieren kannst – und natürlich auch Deinem Pferd anpassen solltest.
Hier kommen sieben Übungen, die Du in Dein Stangentraining einbauen kannst:
1. Einmal Querbeet, bitte
Statt gerade kannst Du die Stangen mal schräg hintereinander legen. Dann reitest Du im Schritt über die Stangen. Der Effekt: Durch die schrägen Stangen wird Dein Pferd aufmerksamer – und muss die Schrittlänge jeweils ein bisschen anpassen. Klappt das gut, kannst Du im Trab über die Stangen reiten
2 . Schräges Stangentraining für die Aufmerksamkeit
Als Steigerung zur ersten Übungen kannst Du alle Stangen immer abwechselnd im 45 Grad Winkel auf den Boden legen. Das erinnert dann optisch an ein Akkordeon. Zum Start kannst Du etwas rechts oder links von der Mitte gerade über die Stangen reiten. Effekt: Die schrägen Stangen fördern die Aufmerksamkeit – bei Dir und Deinem Pferd.
Klappt das gut, kannst Du erst einmal über eine Stange reiten, dann eine große Volte, so dass Du über eine weitere Stange reiten kannst. Danach reitest Du nach einer Stange eine kleine Volte, so dass Du direkt über die nächste Stange reiten kannst. Über das auf der rechten und auf der linken Hand. Klappt alles, kannst Du alle Stangen nehmen – und entsprechend die Volten nach den Stangen rechts und links reiten.
3. Doppelter Fächer für Takt und Tempo
Für diese Übung kannst du jeweils vier Stangen wie einen Fächer an die Ecken der kurzen Seite aufbauen. Dabei sollten die Stangen innen einen Abstand von einem Meter haben, außen sollte es 1,30 Meter sein.
Zum Start kannst Du die Fächer für Volten nutzen. Dabei kannst Du von außen ganz langsam ein bisschen weiter nach innen reiten. Dabei solltest du Takt und Tempo beibehalten. Klappt das gut, kannst Du beide Fächer gleichzeitig nutzen, indem Du eine Acht reitest. Dabei arbeitest Du neben Takt und Tempo an der Biegung.
4. Das Dreieck für die Biegung
Für ein etwas anderes Volten-Training ist das Dreieck ideal. Dafür legst Du die Stangen wie ein Dreieck auf den Boden – und nutzt dann die „Ecken“. Heißt: Du reitest von außen eine Stange etwa mittig an, stellst Dein Pferd, biegst Dein Pferd danach zum Beispiel nach rechts in eine Volte, so dass Ihr automatisch zu nächsten Stange kommt. Außerhalb des Dreiecks setzt Du die Volte fort, bis Du wieder an der Stange ankommst…

5. Ein Quadrat für Volten-Arbeit
Für diese Übung legst Du aus vier Stangen ein Quadrat. Zuerst kannst Du große Bögen über die Stangen reiten. Dann kannst Du auf einer Hand Volten reiten. Heißt: Du reitest über zwei Stangen, reitest danach eine Volte und richtest Dein Pferd dann wieder gerade über die Stangen. Klappt das gut, kannst Du erst eine Volte rechts, dann eine Volte links nach den Stangen reiten.
6. Stangentraining als „Grenze“ für die Biegung
Für diese Übung legst du die Stangen wie ein Kreuz auf den Boden – und ziehst dieses Kreuz dann auseinander. Dadurch sollte in der Mitte ein Zirkel von etwa sechs bis sieben Metern entstehen. Dann reitest Du erst einmal einen großen Zirkel um die Stangen. Bleib danach auf dem großen Zirkel und reite jedes Mal, wenn Du an einer Stange vorbeikommst, eine Volte um die Stange. So reitest du also einen großen Zirkel mit vier Volten – und die Stangen dienen Dir als Abgrenzung. Das kannst Du im Schritt, Trab und sogar im Galopp reiten!
7. Stangentraining mit dem Haus
Für diese Übung brauchst Du sechs Stangen. Mit vier Stangen legst Du ein Quadrat, mit den beiden anderen ein Dach – so dass es wie ein Haus aussieht. Jetzt kannst Du das Haus von unten anreiten und über die Dachspitze wieder verlassen. So lernt dein Pferd genau auf einer Linie zu reiten. Klappt das gut, kannst Du wieder von unten ins Haus reiten, dann aber über die Dachschrägen herausreiten. Dafür musst Du dein Pferd rechtzeitig auf die Wendung vorbereiten.
Das Knifflige: Je nachdem, ob Du die Wendung früher oder später ausführst, muss Dein Pferd auch über die Stangen gehen. Das heißt: Bei der kleinen Wendung geht es direkt zweimal über die Stangen, bei einer größeren Wendung macht es zusätzliche Trabschritte.








