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Top 10 der wichtigsten Mineralien für Pferde

Anke Rottmann by Anke Rottmann
28. Februar 2021
Pferd frisst Kräuter im Frühling.

Foto: Adobe Stock/Nadine Haase (Symbolfoto)

Rau, Kraft und Saft – eigentlich brauchen Pferde nur diese drei Arten von Futter. Eigentlich! Denn in dem Futter stecken heute nicht immer alle lebenswichtigen Bausteine. Deshalb kann es sinnvoll sein, zum Beispiel Mineralien zuzufüttern. Doch welche Powerstoffe braucht dein Liebling auf vier Hufen? pferde.de verrät es Dir.

Die Vorfahren unserer Pferde durchstreiften die Steppen. Auf der Suche nach Futter waren sie täglich bis zu 16 Stunden und mehrere Kilometer unterwegs. So futterten sie viele kleine Portionen – und das steckt ihnen noch heute in den Verdauungs-Genen. Pferden sind sogenannte Dauerfresser.

Das heißt, dass ihr Magen ohne Unterbrechung Magensäure produziert, die nur vom Speichel neutralisiert werden kann. Und der wird durchs Kauen produziert. Deshalb braucht der Pferdemagen spätestens alle vier Stunden Arbeit, sprich Nahrung. Sonst ist zu viel Magensäure da, die dann die Schleimhäute angreift. Mögliche Folgen: Magengeschwüre und Koliken.

Deshalb ist das Thema Fütterung für Pferde lebenswichtig. In den meisten Ställen gibt es einen Rund-um-Service zu festgelegten Zeiten, damit keine langen Fresspausen entstehen. Vor allem stehen dabei drei Futterarten auf dem Pferde-Speiseplan:

  • Raufutter – also Gras, Silage, Heu oder Stroh
  • Kraftfutter – zum Beispiel Hafer, Mais oder Gerste
  • Saftfutter – etwa Äpfel, Möhren oder Rote Beete

Pferde müssen Mineralien durchs Futter aufnehmen

Durchs Futter nehmen Pferde die wichtigen Mineralstoffe und Vitamine auf. Zwar können sie einige Vitamine selbst herstellen, aber Mineralien müssen Pferde futtern. Ihre tierischen Vorfahren deckten diesen Bedarf, indem sie Kräuter fraßen. Heute sollte das Heu die Kräuter-Rolle übernehmen und den Mineralien-Bedarf erfüllen. Nur: Die Böden enthalten längst nicht mehr so viele Nährstoffe wie früher. Und meisten werden die Flächen einseitig genutzt.

Daher kann es durchaus Sinn machen, Mineralien auf den Futterplan zu setzen. Vor allem bei Jung- und Sportpferden sowie bei Zuchtstuten sollte auf eine ausreichende Mineralienzufuhr geachtet werden, da sie einen höheren Bedarf haben.

Welche Mineralien wichtig sind und welche Rolle sie spielen – hier die Top 10 für Pferde:

1. Kalzium für die Pferde-Knochen

Wie bei uns Menschen ist Kalzium ist sehr wichtig für den Knochenbau sowie die Zähne. Dazu begünstigt es die Blutgerinnung und ist gut für die Nerven. Auch die Muskeln brauchen Pferde Kalzium.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd benötigt ohne Arbeit täglich 19,9 Gramm Kalzium, mit Arbeit 48 Prozent mehr.

2. Magnesium für die Muskeln

Auch dieser Powerstoff wird für den Knochenaufbau und die Zähne benötigt. Dazu versorgt Magnesium die Nerven und Muskeln – und aktiviert wichtige Enzyme.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht ohne Arbeit täglich 6,5 Gramm Magnesium, mit Arbeit 30 Prozent mehr.

3. Kalium für die Nerven

Kalium aktiviert Muskeln und Nerven und sorgt für eine gute Regulierung des Wasserhaushalts. Dazu ist es auch bei der Verdauung von Kohlenhydraten und bei den Enzymreaktionen.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht ohne Arbeit täglich 17,64 Gramm Kalium, mit Arbeit 120 Prozent mehr.

4. Phosphor für die Zellen

Phosphor sorgt für die Übertragung der Energie auf die Muskeln und ist notwendig für einen guten Knochenaufbau sowie gesunde Zähne. Dazu ist Phosphor besonders wichtig für die Zellbausteine.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht täglich 13,7 Gramm Phosphor.

5. Natrium für den Säure-Basen-Haushalt

Natrium ist wichtig für die normale Funktion des zentralen Nervensystems sowie den Transport zum Beispiel von Glukose durch Zellmembranen. Dazu reguliert es den Säure-Basen-Haushalt.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht ohne Arbeit täglich 3,3 Gramm Natrium, mit Arbeit 360 Prozent mehr.

6. Chlor für den Wasserhaushalt

Wie Natrium reguliert auch Chlor den Säuren-Basen- sowie den Wasserhaushalt. Bei Pferden, die viel schwitzen, können Mängel an Natrium, Kalium und Chlor vorkommen. Dagegen kann ein Salzleckstein helfen. Bei Renn-, Distanz- oder Vielseitigkeitspferden reicht das häufig nicht aus. Hier helfen entsprechende Elektrolyte, die als Zusatzfuttermittel ins Trinkwasser kommen.

Pferd leckt an Leckstein.
Foto: Adobe Stock (Symbolfoto)

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht ohne Arbeit täglich 1,92 Gramm Chlorid, mit Arbeit 90 Prozent mehr.

7. Eisen für die Blutbildung

Eisen ist unentbehrlich für die Bildung des roten Blut- beziehungsweise Muskelfarbstoffes – dieser ist wichtig für den Transport des Sauerstoffs zu den Zellen. Ein höherer Bedarf kann zum Beispiel durch Blutverluste oder starkes Schwitzen entstehen.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht täglich 0,51 Gramm Eisen.

8. Kupfer fürs Immunsystem

Für die Zellatmung sowie die Blut- und Bindegewebsbildung ist Kupfer notwendig. Auch für die Immunabwehr brauchen Pferde eine ausreichende Versorgung mit Kupfer.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht täglich 0,13 Gramm Kupfer.

9. Zink – das Powerspurenelement

Diesen Powerstoff brauchen Pferde für Haut, Fell, Hufe sowie die Schleimhäute. Dazu wird es für den Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel benötigt.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht ohne Arbeit täglich 0,51 Gramm Zink, mit Arbeit 24 Prozent mehr.

10. Mangan für den Fettstoffwechsel

Mangan ist ein Spurenelement, weil es nur in geringer Menge im Pferdekörper vorhanden ist. Dennoch ist es nicht zu unterschätzen: Mangan hat einen wichtigen Einfluss auf den Mineralien- und Fettstoffwechsel. Dazu kann es auch die Fruchtbarkeit, den Aufbau von Antikörpern sowie die Kommunikation und Funktion der Nervenzellen unterstützen.

Ein gesundes 600-Kilo-Pferd braucht täglich 0,51 Gramm Mangan.

Aufs Gleichgewicht bei der Mineralien-Versorgung für Pferde achten

Beim Zufüttern von Mineralien solltest Du einige Regeln beachten. Ganz wichtig ist zum Beispiel das richtige Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphor in der Gesamtration des Futters. Es sollte nicht unter 1:1 und nicht über 3:1 liegen. Das optimale Verhältnis liegt bei 2:1. Denn: Bei einem Phosphorüberschuss droht der „FN“ zufolge Knochenschwund.

Mineralien-Mangel bei Pferden erkennen

Bei Mineralstoffen gilt: Nicht zu viel – und nicht zu wenig. Denn eine Überversorgung mit Mineralien kann für Pferde im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Aber auch ein Mangel an Mineralstoffen kann gefährlich sein. Die möglichen Folgen:

  • Zinkmangel: erhöhte Infektanfälligkeit, brüchiges Hufhorn und struppiges Fell
  • Selenmangel: Störungen der Herz- und Skelettmuskulatur, Immunschwäche
  • Kupfermangel: Blutarmut, Hautprobleme
  • Jodmangel: Skelettveränderungen
  • Eisenmangel: Blutarmut und Leistungseinbußen
  • Magnesiummangel: Nervosität, Muskelprobleme

Wenn Du checken möchtest, ob Dein Pferd genügend Mineralstoffe und Spurenelemente aufnimmt, kannst Du zum Beispiel Blut- oder Urinproben nehmen, eine Haaranalyse machen lassen oder aber auch eine Rationsberechnung erstellen. Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) rät, einmal jährlich das Heu auf den Gehalt an Kupfer, Zink und Selen untersuchen zu lassen und entsprechend dem Ergebnis ein passendes Mineralfutter auswählen.


Dieser Artikel erscheint im Rahmen der

Tags: KalziumMagnesiumMineralstoffePferdegesundheitPhosphor

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