Paddock sind gut? Nicht immer, zeigen Untersuchungen aus Island. Denn: Dort ist die Unfallgefahr deutlich höher, als bei Pferden, die auf der Weide stehen.
Island ist ein Pferdeland. Und auch wenn wir von einem Urlaub dort träumen – für Pferde ist das Leben auf der Insel nicht dem mit unserer Pferde zu vergleichen. Während ein Teil der Pferde fast wild lebt, sieht es für Reitpferde ganz anders aus.
Auf Island gibt es nämlich keine Pensions- oder Offenställe. Stattdessen gibt es Reitvereine, bei denen man sich eine Box mieten kann. Service? Gibt es nicht. Jeder versorgt sein Pferd selbst. Und das heißt: Nach der Arbeit schnell hinfahren – und auch erst dann kommt das Pferd raus.
Island: Pferde müssen täglich eine Stunde raus
Das muss sein, denn in Island heißt nach den Vorschriften zum Wohlergehen von Pferden: Täglich muss ihnen mindestens eine Stunde Auslauf oder andere Aktivitäten im Freien möglich sein.
Um diese „Auszeit“ zu ermöglichen, hat bei den neuen Anlagen jeder Stall sein eigenes Paddock. Aber: Es gibt auch ältere Anlagen, in denen sich mehrere Ställe ein Paddock teilen.

Paddocks sind zu klein – und Pferde hungrig
Eine neue Studie der Food Administration zeigt jetzt: Die Besitzer halten sich an die Regeln. Und auch Tierarzt Helgi Sigurðsson ist überzeugt, dass die meisten Reitpferde ausreichend Zeit im Freien verbringen. Das größerer Problem, so der Experte zum isländischen Sender „RUV“, ist dagegen die Verletzungsgefahr.
Der Grund: „Da sind zu kleine Paddocks, zu enge Paddocks – und zu viele Pferde auf einmal im Paddock. Das ist ein Risiko“, erklärt er. Dazu kommt: Oft kennen sich die Pferde auf dem Paddock nicht, weil sie täglich neu zusammengestellt werden.
Nur eine Frage der Zeit, bis ein Unfall geschieht
Die Folge: Oft höre er schon beim Vorbeifahren die Pferde quieken und sehe, wie sie aufeinander losgehen. Nur: Niemand schreitet ein. „Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich da ein schwerer Unfall ereignet“, so Sigurðsson.
„Vor vielen Jahren habe ich mal gesagt: Nicht die Pferde sind das Problem, sondern die Besitzer“, sagt der Experte. Denn sobald die Pferde auf der Weide sind, verringert sich das Problem. Dort gibt es ausreichend Futter – und sie können sich ausweichen, wenn es Probleme gibt. Da die Pferde aber aufs Paddock kommen, sieht es anders aus. Und trotzdem wollten die Besitzer ihren Pferden etwas Gutes tun und lassen sie daher länger auf dem Paddock. Und das erhöhe, so der Experte, das Risiko: „Die Unfallgefahr ist für Pferde nirgendwo höher, als in den Paddocks.“








