Sie sollten heimlich nach Europa gebracht werden: Die Tierschutzorganisation „World Horse Welfare“ hat 26 verängstigte und verletzte Pferde gerettet. Ziel beim Schmuggel: Einige von ihnen sollten wohl zum Schlachter…
Sie hatten keine Chance: Die Pferde waren auf einen Transporter gepfercht, sollten vermutlich von Irland über Großbritannien nach Europa gebracht werden. Doch Tierschützer stoppten den Transport. Die „World Horse Welfare“ rettete so 26 „verängstigte und verletzte“ Pferde. Darunter waren auch Pferde, von denen angenommen wird, dass sie zur Schlachtung in Europa bestimmt waren.
Aufgeflogen war die Qual-Tour in Dover. Dort wurde der überladene Transporter mit 26 Pferden angehalten. Bei der Kontrolle stellten die Zöllner fest, dass nur 19 Tiere die notwendigen Papiere für die Reise hatten. Dazu hatten viele gesundheitliche Probleme, die sie reiseunfähig machten. Und mindestens ein Pony war mit der Pferdegrippe infiziert.
Die Pferde wurden daraufhin zu einem Pferdehof in Kent gebracht, die Tierschützer alarmiert. „Wir applaudieren den Behörden dafür, dass sie in diesem Fall Maßnahmen ergriffen und das Fahrzeug angehalten haben. Aber viel zu oft überqueren diese Lastwagen die Grenzen unkontrolliert“, sagte Roly Owers, Geschäftsführer von „World Horse Welfare“.
Auch trächtige Stuten sollten geschmuggelt werden
„Nach unseren ersten Ermittlungen waren die Pferde angeblich von der Republik Irland nach Frankreich unterwegs. Sie nutzten dabei Großbritannien als Landbrücke. Aber es handelt sich allesamt um in Großbritannien geborene Pferde.“ Und: „Unabhängig davon, ob die Pferde ihre Reise in Irland oder Großbritannien begonnen haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie stundenlang gereist wären, um möglicherweise ihr Leben in einem europäischen Schlachthof zu beenden.“

Für die Pferde wäre die Tour eine Qual gewesen: „Bei manchen handelt es sich um trächtige Stuten, andere waren aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht reisefähig. Eine Stute musste eingeschläfert werden, weil sie in einem so schlechten Zustand war.“
Pferde gehen durch mehrere Hände…
Als die Pferde im Rettungs- und Vermittlungszentrum der Tierschutzorganisation ankamen, wurde bei einem Pferd die Equine Influenza festgestellt. Daraufhin wurde die ganze Farm unter Quarantäne gestellt. „Dieser Fall verdeutlicht die tragische Realität, die unserer Meinung nach unzählige Pferde durch den Export zur Schlachtung ertragen müssen“, so Owers. „Fahrer und Fahrzeuge werden ausgetauscht, Pferde gehen durch mehrere Hände, manchmal mit gefälschten Pässen, und werden von Land zu Land bewegt, bevor sie exportiert werden.“
All dies erschwert die Rückverfolgung der beteiligten Personen, der einzelnen Pferde, die bewegt werden, und der langen Transporte, denen sie ausgesetzt sind. „Um diesem abscheulichen Handel ein Ende zu setzen und die Pferde unseres Landes zu schützen, ist es unerlässlich, dass die britische Regierung das Live-Export-Gesetz in die Gesetzgebung aufnimmt. Sie muss endlich ein robustes und digitalisiertes System zur Identifizierung von Pferden einführen.“








